UNDERCOVER-RECHERCHEN: WIR ZEIGEN, WAS SONST IM VERBORGENEN BLEIBT

Seit 2006 konnte Animal Equality Recherchen aus über 800 Tierhaltungsbetrieben und Schlachthöfen in 13 Ländern  veröffentlichen. Aktivist*innen, die Ställe betreten, riskieren vieles, um die Wahrheit über das aufzudecken, was hinter den verschlossenen Türen der Industrie vor sich geht. Das Bildmaterial der Undercover-Recherchen hat uns in vielen Fällen geholfen, rechtliche Schritte einzuleiten und Klagen gegen Unternehmen einzureichen, deren Praktiken großes Leid für Tiere verursachen. Auf Grundlage der dokumentierten Bilder können wir zudem Gesetzesänderungen veranlassen und auf einen Wandel in der Agrarpolitik drängen.

Zum Entsetzen der Öffentlichkeit ist das meiste, was wir veröffentlichenn, vollkommen legal und gängige Praxis in der Fleisch-, Eier- Milch- und Fischindustrie. Viele wissen nichts von dem Leid der Tiere, das hinter der Massenproduktion tierischer Produkte steckt. Doch wir sind davon überzeugt, dass alle Menschen ein Recht darauf haben zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, um bewusste und ethische Entscheidungen treffen zu können. Deshalb werden wir weiter dafür kämpfen, die Wahrheit hinter der Tierhaltungsindustrie aufdecken, um Tierleid zu beenden.

Hier sind nur einige Beispiele der Recherchen, die wir über die Jahre veröffentlicht haben. Eine Übersicht weiterer Veröffentlichungen finden Sie auf unserer Website unter ‘Undercover-Recherchen’ oder auf unserem Youtube-Kanal.

LEBENDTIERMÄRKTE: HÖLLE FÜR TIERE UND BEDROHUNG FÜR MENSCHEN – CHINA, INDIEN, VIETNAM

Sogenannte wet markets (zu dt. “nasse Märkte”), verdanken ihren Namen dem Blut, dem verschmutzten Wasser und den Eingeweiden, die den Boden rund um die Marktstände bedecken. Überall liegen die Körperteile jener Tiere herum, die an Ort und Stelle für ihr Fleisch getötet wurden. Auf diesen Märkten werden „Haus“-, „Nutz“- und „Wildtiere“ in überfüllten Käfigen und verdreckten Buchten gehalten. Ein idealer Nährboden für zoonotische Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. In den von Animal Equality veröffentlichten Aufnahmen sind unter anderem Tiere wie Rehe, Waschbären, Krokodile und Hunde zu sehen, die auf Lebendtiermärkten in China, Vietnam und Indien an mangelnder Hygiene, Hunger, Dehydrierung und Krankheiten leiden. Wissenschaftler*innen vermuten, dass in sogenannten wet markets der Ursprung von Pandemien wie SARS und COVID-19 liegen könnte.

Im Rahmen einer internationalen Kampagne fordert Animal Equality die Vereinten Nationen dazu auf, die wichtigen Filmaufnahmen zu untersuchen und grausame Lebendtiermärkte auf der ganzen Welt endgültig zu verbieten – zum Schutz von Millionen von Tieren und zum Schutz unser aller Gesundheit. 

MASSAKER BEENDEN: GADHIMAI TIEROPFERFESTIVAL – NEPAL

Alle fünf Jahre findet in Bariyarpur, ein Ort im Süden Nepals, das größte Tieropferfest der Welt statt. Dabei werden hunderttausende Tiere zu einem Tempel getrieben, um sie dort der Göttin Gadhimai zu opfern. Tierschutz-Aktivist*innen dokumentierten in Nepal, wie Tausende von Büffeln, Ziegen und Tauben während jüngsten Gadhimai-Tieropferfests in Nepal verstümmelt und gewaltsam getötet wurden. Obwohl die nepalesische Regierung bereits 2015 erklärte, das rituelle Schlachten zu verbieten, fanden die rituellen Schlachtungen auch im vergangenen Jahr wieder statt. Gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen konnte Animal Equality in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für das Leid der Tiere schaffen und Anzahl der getöteten Tiere bewirken. Das Team von Animal Equality in Indien arbeitete vor Ort auch mit dem Roten Kreuz zusammen: Bei einer Blutspendeaktion hatten Gläubige dadurch die Möglichkeit, ihrer Göttin zu ehren, indem sie ihr eigenes Blut anstelle des Blutes eines Tieres vergossen.

KÄLBERLEID FÜR BABYBEL – VEREINIGTE STAATEN

Zum ersten Mal veröffentlichte Animal Equality im vergangenen Jahr eine Undercover-Recherche aus der Milchindustrie in den USA. Die Aufnahmen dokumentierten schockierende Zustände, unter denen rund 11.000 Kälber in einem Betrieb des Unternehmens Tuls Dairy, dem größten Milchproduzent in den USA, leiden müssen: Tag und Nacht sind sie extremen Wetterbedingungen ausgesetzt und erfahren keinen richtigen Schutz vor der eisigen Kälte. Viele der nur wenige Tage alten Kälber leiden an schmerzhaften Verletzungen, andere Kälber erfrieren und sterben unter Höllenqualen. Animal Equality gegenüber berichtete ein Tierschutzaktivist: „Mein Aufseher bat mich, ein Kalb mit eingefrorenen Hufen zu füttern. Seine Hufe waren fast komplett vom Körper abgetrennt, man konnte die Knochen schon sehen. Der Kleine bewegte sich kaum, er hat nur ein- oder zweimal unter Schmerzen versucht aufzustehen.“ Animal Equality übergab die gesammelten Beweismittel an die Behörden und drängte auf Strafanzeige gegen das betroffene Unternehmen. 

HÄHNCHENMAST: 42 TAGE HÖLLE – DEUTSCHLAND

2017 konnte Animal Equality wichtiges Videomaterial veröffentlichen, das die systematische Tierqual in deutschen Hähnchenmast-Betrieben offenlegte. Dokumentiert wurden zwei Großbetriebe in Niedersachsen. Dabei handelte es sich um Zulieferbetriebe der beiden größten Hähnchenfleisch-Produzenten Deutschlands, Wiesenhof und Rothkötter. Zusammengerechnet haben beide Unternehmen in der deutschen Geflügelwirtschaft einen Marktanteil von ca. 70 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass die Zustände in den Betrieben beispielhaft für die Geflügelbranche sind. Wir haben Anzeige gegen die jeweiligen Betriebe erstattet. 

HORROR IM HINTERHOF: BRUTALE LÄMMER-SCHLACHTUNG – MEXIKO

In Mexiko ist gegrilltes Lamm ein traditionelles Gericht, das im ganzen Land gegessen wird. Um die hohe Nachfrage nach dem Fleisch zu bedienen, werden die Tiere größtenteils unter grausamen Bedingungen in Hinterhöfen gezüchtet und getötet. Im August und September vergangenen Jahres suchten Tierschutz-Aktivist*innen sechs Zuchtbetriebe und Schlachthöfe in den Bundesstaaten Hidalgo und México auf. Ihre Aufnahmen dokumentieren unermessliches Tierleid und katastrophale hygienische Zustände: Bereits im Alter von wenigen Monaten – also als Babys – werden die kleinen Lämmer ihren Müttern entrissen und in häufig illegalen, provisorischen Schlachthöfen in den Tod geschickt. Was folgt, ist ein Tod, der kaum qualvoller und barbarischer sein könnte: Unter vollkommener Missachtung jeglicher Tierschutzvorschriften werden sie bei vollem Bewusstsein, ohne Betäubung und ohne jegliches Mitgefühl geköpft. Unser Team in Mexiko arbeitet jetzt mit der Gesetzgebung zusammen, um diese Schlachthöfe zu kriminalisieren und diejenigen, die sie betreiben, zur Rechenschaft zu ziehen.

BRUTALE SCHLACHTUNG: THUNFISCHE KÄMPFEN UM IHR LEBEN – ITALIEN

Jedes Jahr werden in Sardinien zwischen Mai und Juni hunderte Blauflossenthunfische für die Tradition “Mattanza” umgebracht. Tierschutzaktivist*innen konnten in einer einzigartigen Recherche die schrecklichen Szenen filmen, die sich dort Jahr für Jahr abspielen. Die Fische werden lebendig und bei vollem Bewusstsein mit scharfen haken aus dem Wasser gezogen. An Bord werden sie mit Messer erstochen und verbluten. Die Aufnahmen, die zum Teil in dem Dokumentarfilm Cowspiracy zu sehen waren, zeigen die harte Realität der Thunfische, die durch keine Tierschutzgesetzte oder -vorschriften geschützt sind.

TIERLEID UND KANNIBALISMUS: PUTENQUAL IN PREISGEKRÖNTEM BETRIEB – VEREINIGTES KÖNIGREICH

Ende 2018 dokumentierten Tierschutz-Aktivist*innen die schlimmen Zustände in einem preisgekrönten britischen Betrieb des Geflügelproduzenten Grove Smith Turkeys Ltd. Der Betrieb wird als „prestigeträchtig“ vermarktet und liefert Fleisch von Puten an High-End-Einzelhändler sowie an viele lokale Metzgereien und Pubs, einschließlich der Young’s-Kette. Wir veröffentlichten erschütterndes Videomaterial, das extremes Tierleid und Kannibalismus zeigt, unter anderem kranke oder schwache Puten, die von ihren Artgenossen angepickt und bei lebendigem Leib gegessen werden, Puten mit stark infizierten Wunden an Kopf und Augen, die unbehandelt bleiben und Vögel, denen die empfindliche Schnabelspitze ohne Betäubung gekürzt wurde. 


AMAZONAS-REGENWALD: DAS AUSMASS DER ZERSTÖRUNG – BRASILIEN

Im September 2019 veröffentlichte Animal Equality aktuelle Aufnahmen aus dem Amazonas-Regenwald im Norden Brasiliens. Die Aufnahmen dokumentieren die zunehmende Abholzung des Amazonas-Regenwaldes und den Zusammenhang zur Massentierhaltung. Die “Nutztierindustrie” ist für die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes und anderer Flächen hauptverantwortlich. Vertreter*innen der Fleischbranche legten im vergangenen Jahr absichtlich Feuer, um Wälder in Weideland für Rinder oder Sojaplantagen für den Anbau von Futtermitteln für Tiere umwandeln zu können. Das Filmmaterial zeigt die verheerenden Dimensionen und die die extreme Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes durch die Massenproduktion tierischer Lebensmittel. 


HELFEN SIE UNS, DIESE WICHTIGE ARBEIT FÜR TIERE FORTZUSETZEN