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unzählige Hühner in einem Mastbetrieb schweine im mastbetrieb

Was du über die industrielle Tierhaltung wissen musst


Landwirtschaftliche Tierhaltung ist eine Methode der Zucht und Aufzucht von Tieren, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, in den meisten Fällen mit dem Ziel, die Produktion zu maximieren und die Kosten zu minimieren. Aber was bedeutet das in der Praxis? In diesem Artikel erfährst du alles, was du über landwirtschaftliche Tierhaltung wissen musst.

Seit 16 Jahren setzt sich Animal Equality international für Tiere ein. In dieser Zeit haben wir weltweit in mehr als 800 landwirtschaftlichen Tierhaltungsbetrieben und Schlachthöfen ermittelt und dabei sowohl die Schließung von Betrieben als auch Verurteilungen wegen Tierquälerei erwirkt. Außerdem haben sich durch Berichte über unsere Undercover-Recherchen Millionen von Menschen darüber informieren können, wie Tiere in der Fleisch-, Eier- und Milchindustrie behandelt werden. Wir haben Lebensmittelkonzerne dazu gebracht, Praktiken abzuschaffen, die für die Tiere die größten Beeinträchtigungen bedeuten – etwa die lebenslange Käfighaltung von Hühnern und Schweinen. Unsere Arbeit geht weltweit weiter, um eine Welt zu schaffen, in der alle Tiere respektiert und geschützt sind.

Zu den Tieren, die in Deutschland derzeit in landwirtschaftlichen Tierhaltungsbetrieben, vorrangig in Massentierhaltung, gehalten werden, gehören u. a. Schweine, Hühner, Rinder und Fische.

Was sind industrielle Tierhaltungsbetriebe?

Allein heute werden in Deutschland über zwei Millionen Landwirbeltiere für die Nahrungsproduktion getötet. Im Jahr sind das etwa 759 Millionen Hühner, Schweine, Puten, Enten, Rinder, Schafe, Ziegen und Gänse. Etwa 95 % davon wurden davor in sogenannten „Massentierhaltungen“ gehalten. Dazu kommen noch mindestens 20 Millionen Fische aus Aquakultur und unzählige weitere werden aus dem Meer, aus Seen und aus Flüssen gefangen. 

Die Tierhaltungsbetriebe wollen so viele Nachkommen der Tiere wie möglich so schnell wie möglich zu einem möglichst hohen Gewicht bringen, um billiges Fleisch, Eier und Milchprodukte zu produzieren. Das bedeutet leider, dass Rinder, Schweine, Hühner und all die anderen Tiere nur als Produkte, wie auf einem Fließband, betrachtet und auch behandelt werden.

Schweine, die in dieses Tierhaltungssystem geboren werden, verbringen ihr kurzes Leben zusammengepfercht in engen Buchten oder fixiert in sogenannten Kastenständen. Fast 80 % der Hühner in der Fleischproduktion in Deutschland werden in Betrieben mit mehr als 50.000 Tieren gehalten. Bei Hühnern in der Eierproduktion sind es oft über 200.000 Tiere. Die meisten Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung werden nie Gras betreten und nur auf dem Weg zum Schlachthof richtiges Tageslicht sehen.

Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist ein kaputtes System, in dem die Interessen und Bedürfnisse der Tiere völlig außer Acht gelassen werden. Diese Tiere brauchen Hilfe, damit dieses Lebensmittelsystem für immer verändert wird.

Wie viele Tiere werden in Deutschland in Betrieben gehalten?

Jeden Tag werden in Deutschland über 2 Millionen Landwirbeltiere getötet.

Jedes Jahr werden weltweit etwa 72 Milliarden Landwirbeltiere für Lebensmittel getötet – und je nach Schätzung zwischen 1 und 2,7 Billionen Fische. Das sind 1000 bis 2700 Milliarden Tiere. 

Allein in Deutschland werden jedes Jahr über 750 Millionen Wirbeltiere getötet, davon über 600 Millionen Hühner. Hier eine Aufschlüsselung der Zahl der landwirtschaftlich genutzten Tiere, die jedes Jahr in Deutschland getötet werden:

  • 660.000.000 Hühner
  • 52.000.000 Schweine
  • 33.200.000 Puten
  • 20.000.000 Fische*
  • 9.700.000 Enten
  • 3.200.000 Rinder
  • 1.200.000 Schafe und Ziegen
  • 540.000 Gänse

*Nur Aquakultur. Es handelt sich um eine sehr grobe Schätzung, da die Produktion von Fischfleisch nur in Gewicht angegeben wird und die theoretischen Durchschnittsgewichte der knapp 15 gehaltenen Fischarten stark schwanken, die tatsächlichen Durchschnittsgewichte sind unbekannt. Die Schätzung basiert darauf, dass ca. 18.600.000 kg Fischfleisch aus Aquakulturen produziert wurde, die Durchschnittsgewichte kommen von verschiedenen Informationsseiten zur Aquakultur. Zu Fischen aus Aquakultur kommen etwa 195.000.000 kg Fischfleisch aus der Fischerei in Deutschland – das ist über 10 Mal mehr als aus Aquakultur. Außerdem werden etwa 80 % der in Deutschland gegessenen Fische importiert, der Selbstversorgungsgrad beträgt nur knapp 20 %. Geschätzt werden in Deutschland pro Jahr mindestens 1 Milliarde (1.000.000.000) Fische konsumiert.

Schweine in landwirtschaftlicher Tierhaltung

Schweine werden in der landwirtschaftlichen Tierhaltung routinemäßig verstümmelt. Tierhalter*innen wenden dabei brutale Praktiken an: Ferkeln werden – bis sie acht Tage alt sind – ihre Schwänze und Teile der Zähne, teils ohne Betäubung, entfernt, um Gewinne zu maximieren und Verluste zu verringern. Es dürfen den Schweinen zwar routinemäßig keine Schwänze mehr abgeschnitten werden, doch 95 % der in Deutschland gehaltenen Schweine haben keine Schwänze mehr: Sie werden prophylaktisch entfernt, weil die Tiere in den Betrieben so gestresst sind, dass sie Verhaltensstörungen ausprägen und einander beißen.

Schwein im Kastenstand mit Ferkel

Mutterschweine werden in Kastenständen eingesperrt, die so klein sind, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. 

Die landwirtschaftlich genutzten Tiere sollen an die sie belastenden Bedingungen angepasst werden: Anstatt ihre Lebensbedingungen zu verbessern, werden die Tiere lieber verstümmelt. Männlichen Ferkeln werden zudem die Hoden abgeschnitten, weil die Verbraucher*innen – oft ohne es zu wissen – an den Geschmack des Fleisches von kastrierten Schweinen gewöhnt sind. Das Fleisch erwachsener, männlicher Tiere, die nicht kastriert wurden, kann aufgrund ihrer Hormone bei Erhitzung einen veränderten Geruch haben.

Hühner in landwirtschaftlicher Tierhaltung

Hühner, die wegen ihres Fleisches aufgezogen werden

Hühner in der Fleischindustrie leben mit Zehntausenden von anderen Vögeln in riesigen Hallen mit winzigen Fenstern, auf einem Boden aus Einstreu, die mit den Ausscheidungen der Tiere vermischt ist. Die Luft, die sie einatmen, ist häufig so stark mit Ammoniak belastet, dass sie an Atemwegserkrankungen leiden.

Die Hühner wurden selektiv so gezüchtet, dass sie so schnell ein abnormes Gewicht erreichen, dass sie häufig Gelenk- und Skelettprobleme entwickeln und unter chronischen Schmerzen leiden. Aufgrund ihres enormen Gewichts können sie kaum laufen. Diejenigen, die erkranken, werden oft so schwach, dass sie schließlich an Hunger, Durst oder dem Krankheitsverlauf sterben.

Hühner, die für ihre Eier genutzt werden

Hühner, die für ihre Eier gehalten werden, haben kaum Platz zur Verfügung. Die hohe Dichte an Tieren führt zu Verhaltensstörungen, die sich oft in Selbst- und Fremdverletzungen – durch das Auspicken von Federn – und sogar Kannibalismus äußern.

Da männliche Küken keine Eier legen, wurden sie bis zu einem Verbot einfach getötet und wie Müll entsorgt. Das Verbot wird teilweise umgangen, indem männliche Küken exportiert und dann im Ausland getötet werden. Oder es werden Eier aus dem Ausland importiert, wo männliche Küken getötet werden dürfen.

Kälber und Rinder in landwirtschaftlicher Tierhaltung

In der Milchindustrie werden Rinder von Arbeiter*innen wieder und wieder künstlich befruchtet, um die Milchproduktion am Laufen zu halten.

Neugeborene Kälber werden standardmäßig kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt. Sie sehen ihre Mütter häufig nie wieder. Ein jahrelanger Kreislauf aus Schwangerschaft, Geburt und Trennung von den Kindern. Die neu gebildeten Hornanlagen der Kälber dürfen bis zum Alter von sechs Wochen ohne Betäubung entfernt werden – sie werden mit heißen Eisen abgebrannt. Das Abbrennen der Hornanlagen muss nicht von tierärztlichem Fachpersonal durchgeführt werden. Die jungen Rinder dürfen einzeln gehalten werden, bis sie 9 Wochen alt sind. Erst dann ist eine Gruppenhaltung gesetzlich vorgeschrieben.

Rinder produzieren heute immer mehr Milch, sodass viele von ihnen an Krankheiten leiden und schon nach fünf bis sechs Jahren als „verbraucht“ gelten und getötet werden. Sie könnten bis zu 20 Jahre alt werden.

Aquakultur: Gezüchtete Fische

In Deutschland werden jedes Jahr bis zu 20 Millionen Fische gezüchtet und getötet. Das sind etwa 2.283 Fische pro Stunde.

Aufgrund der hohen Nachfrage und der dramatischen Überfischung der Ozeane stammen immer mehr Fische aus Aquakulturen. Bis zu zwei Jahre verbringen die Tiere dort auf engstem Raum. Das führt zu Stress und erhöhter Aggressivität untereinander. Außerdem begünstigen diese Lebensbedingungen die Entstehung und rasante Ausbreitung von bakteriellen Infektionen und Parasitenbefall. Dies führt wiederum zu einem hohen Einsatz von Antibiotika und Pestiziden.

Es macht keinen Unterschied, ob aus Aquakulturen oder als Fang aus Gewässern: In den meisten Ländern gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen, wie Fische zu behandeln und zu töten sind. Und das, obwohl die Wissenschaft längst bewiesen hat, dass Fische auf ähnliche Weise wie Säugetiere, Vögel und Reptilien Stress und Schmerz empfinden. Die sensiblen Tiere leben in komplexen Beziehungen, zeigen hohe soziale Kompetenzen und verwenden sogar Werkzeuge. In der Fischindustrie werden sie trotzdem wie Waren behandelt.

Nach dem deutschen Tierschutzgesetz (TierSchG) sind auch Fische vor “unnötigem Leiden” zu schützen, ebenso ist sicherzustellen, dass sie ihren” Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht” werden. Zudem darf “die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden”. 

Des Weiteren sieht das TierSchG vor, dass Tiere, die getötet werden sollen, vorher wirksam betäubt werden bzw. Schmerzen vermieden werden müssen. Erlaubte Betäubungsverfahren nach der deutschen Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchlV) sind u. a. Elektrobetäubung und ein stumpfer Schlag auf den Kopf. Wie alle Betäubungsverfahren sind auch diese fehleranfällig, als Resultat werden viele Tiere dennoch bei Bewusstsein geschlachtet. Viele Fische sterben jedoch schon vorher durch Ersticken, weil sie zu lange an der Luft sind.

Zudem erlaubt die TierSchlV bei einem “Massenfang von Fischen”, so wie bei einigen konkreten Fischarten, auf die Betäubung gänzlich zu verzichten. Ein Großteil der in Deutschland geschlachteten Fische muss demnach nicht betäubt werden und erleidet einen qualvollen Tod. 

Kostensenkung auf Kosten der Tiere

Um die Kosten für die Unterbringung von Tausenden von Tieren zu senken, sperren Landwirt*innen Mutterschweine in Kastenstände, die kaum größer sind als sie selbst. Sie halten so viele Hühner auf engstem Raum, dass die Tiere durch den starken Stress Verhaltensstörungen aufweisen und sich und anderen Hühnern die Federn auspicken.

Hühner in der Eierindustrie legen im Durchschnitt 301 Eier pro Jahr – die Stammform der für die Landwirtschaft genutzten Zuchthühner, das Bankivahuhn, legt nur 20 bis 30 pro Jahr. Der hohe Calcium-Bedarf für die Eierproduktion führt dazu, dass nahezu alle Hühner in ihrem Leben Knochenbrüche erleiden: In einer Untersuchung der Universität Bern an 150 Hühnern über zehn Monate wurde festgestellt, dass 97 % von ihnen ein gebrochenes Brustbein hatten. 

Dieses ständige Bestreben, den größtmöglichen Nutzen aus den Tieren zu ziehen, hat für sie einen hohen Preis.

Wie kann ich helfen?

Du hast bereits damit begonnen! 

Jedes Mal, wenn du unsere Nachrichten und Recherchen in den sozialen Medien teilst, unsere Petitionen unterzeichnest und für die Arbeit unserer mutigen Ermittler*innen spendest, hilfst du den Tieren. Und wenn du dich dafür entscheidest, Fleisch und andere tierische Produkte von deinem Speiseplan zu streichen, trägst du dazu bei, dass ca. 150 Tiere pro Jahr weniger getötet werden – dies ist die durchschnittliche Anzahl an Tieren, die in Deutschland pro Person jährlich für die Nahrungsmittelproduktion geschlachtet werden.

Jedes Mal, wenn du eine Petition unterschreibst, die ein Verbot von Käfigen fordert oder den Verkauf und die Produktion eines grausamen Produkts wie Stopfleber beendet, hilfst du, die größte Brutalität gegen Tiere in der Landwirtschaft zu beenden. Jetzt ist es an der Zeit, für ein Ende der industriellen Tierhaltung zu unterschreiben.

Und genau deshalb brauchen wir deine Hilfe jetzt mehr denn je. Denn das Ausmaß dessen, was wir zu erreichen versuchen, ist enorm.

Die Unterzeichner*innen unserer Petition werden Unternehmen und Gesetzgebung dazu drängen, ihre Politik zu ändern und Gesetze zum Schutz der Tiere und zur Beendigung der industriellen Tierhaltung umzusetzen.

Landwirtschaftliche Tierhaltung: Alternativen

Obwohl die Massentierhaltung den Tieren das meiste Leid zufügt, basieren alle Formen der landwirtschaftlichen Tierhaltung auf der Ausbeutung von Tieren. 

Animal Equality hat Intensiv-, Freiland- und Biobetriebe untersucht und in jedem von ihnen Tierquälerei dokumentiert.

Unabhängig davon, wo die Tiere aufgezogen werden, landen sie alle in denselben Schlachthöfen, wo sie allzu oft einen qualvollen und schrecklichen Tod sterben.

Die Haltung und Tötung von Tieren, um Fleisch, Eier, Milchprodukte und andere Erzeugnisse zu gewinnen, verursacht großes Leid bei Tieren, die so sensibel und intelligent sind, wie die Hunde und Katzen, mit denen wir unser Zuhause teilen.

Der beste Weg, Tieren zu helfen, ist daher, sie von deinem Teller zu streichen und dich pflanzlich zu ernähren. 


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