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Das Ende der Zwangsmast

Bitte unterzeichne unsere Petition und fordere mit uns ein starkes Engagement der deutschen Regierung, sich für eine EU-weite Abschaffung der Zwangsfütterung bei der Stopfleberproduktion einzusetzen.

Update 22.11.2023:
bisher unveröffentlichte Aufnahmen

Bisher unveröffentlichte Aufnahmen unserer Ermittlungen in mehreren französischen Betrieben zeigen erneut, dass es sich bei Stopfleber nur um Qual und Leid handelt, und unterstreichen einmal mehr die Dringlichkeit unserer Petition.

Unterstützt wird unsere Kampagne von Synchronsprecher Erich Räuker, der unserem neuen Recherchevideo seine Stimme geliehen hat.

Update 26.09.2023: Animal Equality überreicht Unterschriften für ein endgültiges Ende der Zwangsmast in der EU

Bei einem persönlichen Treffen mit der Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz hat Animal Equality über 58.000 Unterschriften für ein Ende der Zwangsmast von Enten und Gänsen in der europäischen Stopfleberindustrie überreicht. In dem einstündigen Austausch mit Ariane Kari konnten Vertreterinnen der Organisation die Dringlichkeit der endgültigen Abschaffung dieser grausamen Praktik auf EU-Ebene nochmals betonen.

Übergabe von über 58.000 Unterschriften gegen Zwangsmast

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Die grausame „Stopfmast“

Durch Zwangsfütterung erzeugte Stopfleber ist äußerst grausam und unnötig. Die Herstellung dieser sogenannten „Delikatesse“ verursacht jedes Jahr unvorstellbares Leid für Millionen von Vögeln.

Die Recherchen von Animal Equality zeigen die grausamen Praktiken, die mit der „Stopfmast“ verbunden sind – allen voran die Zwangsfütterung, bei dem Enten und Gänse gemästet werden, indem man ihnen durch 20–30 cm lange Metallröhren extrem große Futtermengen einflößt.

Es ist wissenschaftlich erwiesen und wird immer wieder von Tierärzt*innen bestätigt, dass die Tiere während ihres kurzen Lebens durch diese Prozedur schwere physische und psychische Schmerzen erleiden.

Durch die rücksichtslose Zwangsfütterung schwillt die Leber der Tiere auf bis das 10-fache ihrer natürlichen Größe an. Die kranke Leber der Tiere wird dann als Stopfleber verkauft und vermarktet.

Der Zwang, Nahrung aufzunehmen und darüber nicht entscheiden zu können ist ein massiver Eingriff in die Selbstbestimmung der Tiere und damit ist die Stopfleberproduktion nicht nur aus tiermedizinischer, sondern auch aus moralischer Sicht nicht tragbar.

Dr. Claudia Preuß-Ueberschär
Tierärztin

Wir fordern, die Zwangsmast EU-weit abzuschaffen!

Die Zwangsfütterung von Tieren ist in Deutschland und weiteren 21 der 27 EU-Mitgliedstaaten aus Gründen des Tierschutzes illegal, da die Art der Fütterung bei Tieren einer EU-Richtlinie von 1999 nach nicht zu unnötigen Leiden oder Verletzungen führen darf. Die Einfuhr dieser sogenannten „Spezialität“ nach Deutschland kann aufgrund des freien Warenverkehrs innerhalb der EU jedoch nicht ohne Weiteres gestoppt werden.

Derzeit ist in der deutschen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gesetzlich verankert, dass alle Tiere täglich entsprechend ihrem Bedarf mit Futter und Wasser in ausreichender Menge und Qualität versorgt sind. Wir behaupten, eine Nation von Tierliebhaber*innen zu sein.

Wie also kann die deutsche Regierung es mit der Ethik der Öffentlichkeit vereinbaren, durch den Import von durch Zwangsfütterung erzeugten Produkte von einigen wenigen Erzeuger*innen aus anderen EU-Mitgliedstaaten, eine Praxis mitzufinanzieren, die aufgrund ihrer grausamen Auswirkungen auf die Tiere in Deutschland zu Recht bereits verboten ist?

Es ist keine Zeit zu verlieren. Deutschland ist ein Schwergewicht in der EU und sollte seinen Einfluss zum Wohle der Tiere und im Interesse der EU-Bürger*innen nutzen. Die EU-weite Beendigung einer Praxis, die gegen die Rechtsvorschriften von Deutschland und weiteren 21 der 27 EU-Mitgliedstaaten verstößt und weltweit das Image von EU-Produkten als tierfreundlich untergräbt, würde die Leben von Millionen von Enten und Gänsen jährlich verbessern.

Zu diesem Zweck fordern wir die deutsche Regierung – allen voran die Bundesbeauftragte für Tierschutz Ariane Kari und den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir – auf, die Zusammenarbeit mit den anderen EU-Mitgliedstaaten zu ersuchen, um die Unterstützung für die Abschaffung des Mindestlebergewichts oder der Zwangsfütterung insgesamt zu erhöhen, und somit das Thema auf die europäische Ebene zu bringen, wo es keine Hindernisse gibt, um die nötigen Fortschritte zu erzielen.

Wir fordern die Oppositionsparteien auf, ebenfalls ihre Unterstützung zu bekunden.

Weitere infos

„Meine erste Begegnung mit Foie Gras verfolgt mich noch immer“

Unser internationaler Direktor für Undercover-Ermittlungen Sean Thomas berichtet von seiner Erfahrung, als er vor 25 Jahren zum ersten Mal auf einem Stopfleberbetrieb ermittelt hat: „Überall waren Enten, Hunderte, in kleine Ställe gepfercht. Sie waren mit nassem, gelbem Getreidebrei verschmiert, den sie nach ihrer Zwangsfütterung auf sich erbrochen hatten …“

Unsere internationalen Undercover-Einsätze

Bei allen unseren Undercover-Recherchen in Stopfleberbetrieben sehen wir stets die gleichen Bilder: Verletzte Vögel mit gebrochenen Schnäbeln, wegen der Überfütterung hechelnde Vögel, verdreckte Vögel in engen Käfigen, Vögel mit kahlen Stellen und aufgedunsene Vögel, die nicht mehr aufstehen konnten. Dieses Leid wird in der EU jedes Jahr millionenfach reproduziert.

„Zwangsfütterung ist nicht tragbar“

Die Stopfleberproduktion stimmt weder mit modernen tiermedizinischen Prinzipien noch mit zeitgemäßen moralischen Erkenntnissen überein, heutzutage Tiere in engen Käfigen zu halten, sie gegen ihren Willen zu greifen und festzuhalten, und ihnen – ganz ohne medizinischen Anlass – zwangsweise unverhältnismäßig große Futtermengen einzuflößen.

Unsere weltweiten Erfolge

Wir kämpfen seit 10 Jahren für ein weltweites Ende der Zwangsmast. 2012 haben wir Undercover-Ermittlungen in Stopfleberbetrieben durchgeführt, die zu einem Verbot des Imports und Verkaufs von Stopfleber in Indien geführt haben. Nach einer Recherche in 2018 steht das Vereinigte Königreich durch unsere Kampagnen kurz vor einem Import- und Verkaufsverbot.

Die Verlogenheit der Stopfleberindustrie

Die Zustände in der Stopfleberproduktion werden von der Stopfleberindustrie verklärt, um die Zwangsfütterung zu relativieren und zu normalisieren. Sie arbeitet dabei unter dem Deckmantel der ‘Tradition’. Diese dient ihr als vorgeschobenes Argument lediglich dazu, sich eine Lobby zu verschaffen. Sie arbeitet maximal profitorientiert, ausschließlich zu Lasten unschuldiger Tiere.

Zwangsmast abschaffen, nicht nur verbieten!

Diese Kampagne fordert nicht – wie zuvor – ein Verbot der Zwangsmast, denn diese Strategie hat offensichtlich nicht funktioniert. Stattdessen fordern wir die Einführung eines Höchstgewichts für als Stopfleber vermarktete Lebern. Das würde die grausame Zwangsmast unwirtschaftlich machen und damit so schnell wie möglich diese Praktik endgültig beenden.

Wie wir die Zwangsmast beenden können

Die breite Öffentlichkeit wünscht sich einen besseren Schutz landwirtschaftlich genutzter Tiere. Wir tragen diesen Wunsch an Entscheidungsträger*innen heran, indem wir Ariane Kari, Cem Özdemir und die Bundesregierung auffordern, sich auf europäischer Ebene für ein generelles Ende der Zwangsfütterung einzusetzen und den Enten und Gänse in der Stopfleberproduktion zu helfen.

Stopfleber ist tierschutzkonform?

Die Zwangsfütterung zur Stopfleberproduktion ist in der EU seit Jahrzehnten verboten. Dennoch wird in fünf EU-Ländern weiter Stopfleber produziert. Obwohl das EU-Parlament im Juni 2021 Vorschläge für ein endgültiges und sofortiges Verbot von der EU-Kommission gefordert hat, wurde die Zwangsfütterung Mitte Februar 2022 als den Tierwohlkriterien entsprechend eingeschätzt und somit kein Verbot von der EU-Kommission erlassen.

Was ist Foie Gras?

„Foie Gras“ ist im Deutschen besser als „Stopfleber“ bekannt. Sie gilt als ein teures Luxuslebensmittel und wird aus einer krankhaft vergrößerten Enten- oder Gänseleber hergestellt. Die Produktion schließt fast immer eine für die Vögel schmerzhafte Über- und Zwangsfütterung ein und betrifft im Jahr zwischen 10 und 70 Millionen Enten und Gänse.