WUHAN VERBIETET VERZEHR VON WILDTIEREN

Die Stadt Wuhan, China, hat den Verzehr von Wildtieren offiziell verboten. Diese Maßnahme wurde als Reaktion auf den Ausbruch von COVID-19 getroffen. Immer mehr Expert*innen vermuten, dass die Pandemie durch den illegalen Handel und Verzehr von Wildtieren verursacht wurde.

DIE DETAILS

Chinesische Behörden vermuten, dass das Virus von einem Lebendtiermarkt in Wuhan ausging, der dafür berüchtigt ist, auch mit Wildtieren zu handeln. Eine vorgestern auf der Website der Stadtregierung veröffentlichte Bekanntmachung besagt, dass es nun verboten ist, Wildtiere zu konsumieren, zu jagen oder zu züchten, einschließlich geschützter und gefährdeter Land- und Wassertiere. Die neuen Regeln, die auch den illegalen Handel mit Wildtieren verbieten, sollen fünf Jahre lang in Kraft bleiben.

NICHT DAS ERSTEN MAL

Der Ausbruch des Coronavirus wäre nicht das erste Mal, dass ein tödliches Virus mit Tierhandel und -konsum in Verbindung gebracht wird – Schweinegrippe, MERS und SARS sind drei weitere Beispiele für Viren, die wahrscheinlich von Tieren stammen und dann auf den Menschen übersprangen und gefährliche Ausbrüche verursachten. Viele dieser Ausbrüche lassen sich auf den Tierhandel auf Lebendtiermärkten zurückführen. Tiere aller Art treffen an diesen Orten aufeinander, werden in winzige Käfige gezwängt und vor Ort brutal getötet.

UNSERE KAMPAGNE FÜR EIN VERBOT VON LEBENDTIERMÄRKTEN

Diese Märkte sind äußerst grausam und stellen eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Im April haben wir eine Kampagne gestartet, in der wir die Vereinten Nationen auffordern, gegen Lebendtiermärkte Stellung zu beziehen. Unsere Petition mit der Forderung, diese Märkte zu verbieten, hat bisher über 480.000 Unterschriften erreicht. Das von uns veröffentlichte Videomaterial von diesen Märkten, das exklusive Aufnahmen von Wuhans Lebendtiermarkt enthält, wurde in internationalen Medien gezeigt.

EINE BEDROHUNG FÜR TIERE UND MENSCHEN

Der Handel mit Wildtieren ist grausam für die Tiere und stellt aufgrund der zuvor erwähnten Fälle ein großes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Das Leiden von Tieren in Massentierhaltung wurde von uns ausführlich dokumentiert. Für den Menschen wird die Nähe zwischen Kund*innen, Lieferant*innen und Verkäufer*innen zu den Tieren zu einem großen Problem: Zusammen mit den unhygienischen Bedingungen wird dadurch der perfekte Nährboden für zoonotische Krankheiten geschaffen.

EINE MILLIARDEN-DOLLAR-INDUSTRIE

Nach Angaben des Wissenschaftsjournals “Nature” beschäftigt Chinas Wildtierhandelsindustrie über eine Million Menschen und hat einen Wert von 7,1 Milliarden Dollar. Die Wildtierzuchtindustrie ist nach Angaben der Chinesischen Akademie für Ingenieurwesen ein Unternehmen mit einem Wert von 74 Milliarden Dollar. Das Handelsverbot mit Wildtieren zeigt, dass die Risiken dieser unmenschlichen Industrie die wirtschaftlichen Vorteile überwiegen. Wie der Guardian berichtet, wurden 20.000 Wildtierfarmen geschlossen, darunter auch solche, die Pfauen, Zibetkatzen, Stachelschweine und Strauße züchten.

MEHR ALS VIREN

Die Wahrscheinlichkeit, sich durch den Verzehr von Fleisch oder den Kontakt mit Tieren in der Nutztierindustrie mit einem Virus zu infizieren, ist relativ gering. Der Verzehr von Fleisch schadet der Gesundheit aber noch auf andere Weisen. Hier sind nur einige wenige:

  • Bakterien: Die Zahl der Fleischrückrufe hat sich seit 2013 allein in den Vereinigten Staaten fast verdoppelt. Bei diesen Rückrufaktionen geht es vor allem um Vorfälle, bei denen E.coli in Rindfleisch und Salmonellen in Hühnerfleisch gefunden wurden.
  • Fremdkörper: Die Kontamination mit Fremdkörpern kann zu abgebrochenen Zähnen, Verletzungen im Mund oder Schäden im Darmtrakt derjenigen führen, die solche Gegenstände verschlucken. Der größte Rückruf im Jahr 2019 betraf über fünf Millionen Kilogramm Tyson-Hähnchenstreifen, in denen Metallspäne gefunden wurden.
  • Quecksilber: Viele Fische, darunter Thun- und Schwertfische sowie Haie und Makrelen, haben einen konstant hohen Quecksilbergehalt, der das Nervensystem eines Fötus oder Kleinkindes schädigen und auch für Erwachsene gefährlich sein kann. Kontaminanten wie Dioxine und PCBs, die manchmal in Fischen gefunden werden, werden mit Krebs und Fortpflanzungsproblemen in Verbindung gebracht.
  • Krebs: Verarbeitetes Fleisch ist jetzt offiziell ein Karzinogen, was bedeutet, dass es Krebs verursacht; rotes Fleisch wurde ebenfalls als mögliches Karzinogen eingestuft. Die American Cancer Society empfiehlt, diese Lebensmittel einzuschränken.
  • Herzkrankheiten: Nach Angaben des Nationalen Gesundheitsinstitutes (NIH) verdreifacht der tägliche Verzehr von rotem Fleisch eine Chemikalie, die mit Herzerkrankungen in Zusammenhang steht. Tierische Produkte haben einen hohen Gehalt an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren, die bekanntermaßen Herzkrankheiten verursachen – die häufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten.

ES MUSS MEHR GETAN WERDEN

Während wir Wuhans Verbot des Handels mit Wildtieren begrüßen, werden wahrscheinlich noch mehr Krankheiten und Ausbrüche auftreten, wenn wir unseren Konsum tierischer Produkte und die Massentierhaltung nicht beenden. Wie unsere Recherche-Veröffentlichungen gezeigt haben, werden Tiere jeden Tag unter entsetzlichen Bedingungen gehalten, wodurch auch Virenstämme und Infektionen hervorgerufen werden können, die bisher unbekannt waren. Die Abkehr von tierischen Produkten und die Hinwendung zu einer pflanzlichen Ernährung ist die sicherste Option für Mensch und Tier. Der Verzehr von Tieren und tierischen Produkten schadet nicht nur der menschlichen Gesundheit, sondern ist auch eine der Hauptursachen des Klimawandels und extrem grausam für die Tiere.

Entscheiden Sie sich noch heute für eine pflanzliche Ernährung!