SCHAFE: 3 DINGE, DIE MAN WISSEN SOLLTE

Schafe sind faszinierende Tiere. Sie rennen schnell und sind hervorragende Kletterer. Ohne Probleme hüpfen sie in teilweiser schwindelerregender Höhe seelenruhig von einem Felsen zum nächsten. Doch Schafe sind auch viel intelligenter, als viele Menschen denken.

  1. SCHAFE HABEN EIN ÄHNLICH KOMPLEXES GEHIRN WIE PRIMATEN

Schafe können sich über 50 Gesichter ihrer Artgenossen merken, und das über zwei Jahre lang. Sie haben ein wirklich beeindruckendes Gedächtnis: Schon als Lämmer wissen sie genau, welche Pflanzen ihnen guttun und welche sie besser vermeiden sollten. Genau wie Ratten und Affen können sie lernen, bestimmte Aufgaben durchzuführen und das Erlernte auch auf neue Situationen zu übertragen. Im Gegensatz zu den Ratten zeigten die Schafe bei einem Experiment aber eine zusätzliche Reaktion: Als sie nicht wie üblich beim Hinunterdrücken des Hebels A einen Leckerbissen erhielten, wechselten sie zunächst zu Hebel B und holten sich das Essen von dort. Doch anders als die Ratten fingen die Schafe daraufhin an, mit dem Menschen zu interagieren. Sie schienen genau zu wissen, dass der Mensch dieses Mal den Leckerbissen an den “falschen” Ort gelegt hat und mähten ihn nun an, um scheinbar auch die Belohnung für das Hinunterdrücken des “richtigen” Hebels zu bekommen. Tatsächlich ist das Gehirn eines Schafes um einiges größer als das eines Nagetiers und ähnelt in der Größe eher dem eines Rhesusaffen. Es weist eine Komplexität auf, die man auch in den Gehirnen von Primaten vorfindet. Wie wir haben Schafe Hirnregionen, die für wichtige Funktionen wie Entscheidungen und Gewohnheiten zuständig sind. 

  1. SCHAFE SIND LOYALE FREUNDE – UND MEHR

Schafe sind nicht gerne allein. Schon das Aufhängen von Schafporträts im Stall führt zu einer deutlichen Senkung des Adrenalinspiegels und der Pulsfrequenz. Ähnlich wie Kühe schließen auch Schafe enge Freundschaften miteinander. Sie stehen in Kämpfen füreinander ein und trauern nach dem Verschwinden eines Freundes. Interessant ist auch die Partnerwahl der Schafe: Etwa acht Prozent von ihnen wählen einen gleichgeschlechtlichen Partner und zeigen diese Präferenz ihr Leben lang. Schafe sind in der Lage, eine Reihe von Gefühlen zu erfahren. So können sie glücklich und entspannt sein, aber auch wütend, gelangweilt oder verzweifelt. Bei Menschen bevorzugen sie ähnlich wie Ziegen ein freundliches Gesicht und halten sich von einem negativen Gesichtsausdruck eher fern.

  1. SCHAFE LEIDEN

Kein Wunder, dass man beim Schafezählen irgendwann einschläft. Es gibt nämlich über eine Milliarde Schafe auf der Welt. Und die meisten von ihnen haben leider nicht die Möglichkeit, glücklich über die Wiesen zu springen, sondern verbringen einen Großteil ihres Lebens im Stall. Ihr kuscheliges Aussehen, ihr lebensfrohes Auftreten und ihr sanftes Verhalten würden uns genauso begeistern wie die Eigenschaften unserer Hunde und Katzen. Doch weil die Schafe oft außerhalb unseres Sichtfeldes für ihre Wolle, ihr Fleisch und ihre Muttermilch ausgebeutet werden, ignorieren wir ihr Leid.  In der Nutztierindustrie werden sie von ihren Freunden und Familienmitgliedern getrennt und früh geschlachtet. Sie sind so gezüchtet, dass sie ihre Wolle nicht auf natürliche Weise wieder verlieren. Stattdessen müssen sie eine regelmäßige Schur über sich ergehen lassen, die mit Stress und Verletzungen verbunden ist. Sie müssen qualvolle lange Transporte aushalten und werden am Ende auf grausame Weise im Schlachthof getötet

SCHAFE SCHUBSEN: AUF DER WEIDE UND VOM TELLER
Vielleicht haben Sie schon einmal ein Schaf auf der Wiese liegen sehen, das nicht mehr aufstehen konnte. Es wollte sich vermutlich nur am Rücken kratzen, doch konnte sich dann nicht mehr aus der Rückenlage befreien. Das Gewicht des breiten Körpers und der dicken Wolle ist vor allem bei schwangeren Schafen so groß, dass sie oft sogar sterben, wenn ihnen niemand beim Aufstehen hilft. Sollten sie ein Schaf sehen, dass Ihre Hilfe benötigt, gehen Sie am besten ruhig auf dieses zu und geben ihm einen kleinen Schubs. Sie können den Schafen außerdem helfen, indem Sie keine Produkte mehr kaufen, für welche die Tiere leiden mussten. Entscheiden Sie sich noch heute für eine pflanzliche Ernährung. Käse & Co. kann man auch wunderbar pflanzlich genießen!


Quellen:
BBC (19.04.2017): “Sheep are not stupid”
Biologie-Seite: “Hausschaf”
University of Cambridge (10.06.2015): “Counting on sheep”
Welt (29.03.2019): “Wie du einem auf dem Rücken liegenden Schaf das Leben retten kannst”