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Animal Equality startet neue Kampagne „Kükenleid verhindern“

Animal Equality startet heute die Kampagne „Kükenleid verhindern“, mit der die Politik dazu aufgefordert wird, Küken und Hühner in der Eierindustrie wirksam vor Leid zu schützen. Animal Equality fordert, das Gesetz zum Verbot des Kükentötens vom 01.01.2022 anzupassen, um männliche Küken vor den katastrophalen Haltungsbedingungen in der industriellen Hühnerhaltung zu bewahren.
Oktober 4, 2022
ein Küken in der Eierindustrie ein Küken in der Eierindustrie

Zum 01.01.2022 wurde dem Tierschutzgesetz (TierSchG) ein neuer Paragraf hinzugefügt, der es verbietet, Hühnerküken zu töten – § 4c TierSchG. Dieser Paragraf stellt jedoch nicht sicher, dass Küken gar nicht getötet werden – er hat eher zur Folge, dass sie später getötet werden. Denn die meisten der von der Tötung verschonten Küken werden jetzt der Grausamkeit der industriellen Tierhaltung ausgesetzt und dann getötet.

Ihr könnt euch alternativ zum Artikel auch im Video anschauen, was Animal Equality mit der neuen Kampagne „Kükenleid verhindern“ erreichen will:

Um dieses Leid der Küken zu verhindern, hat Animal Equality eine Kampagne gestartet, mit der die Anpassung von § 4c TierSchG gefordert wird. Dieser verbietet zwar zu Recht das Töten der Küken – ein Meilenstein der Tierschutzgesetzgebung in Deutschland –, vermindert jedoch das Leid der Hühner in der Eierindustrie nicht zwangsläufig. Es droht sogar in der Summe mehr Leid für Hühner zu verursachen. Tierschutzgesetze müssen jedoch Leben von Tieren schützen und Leid zumindest vermindern.

Die Küken müssen davon verschont werden, in eine Welt geboren zu werden, in der sie nur als Ware gesehen werden und in der ihnen bis zu ihrer frühen Tötung ständige Misshandlungen drohen.

Hintergrund ist, dass das Kükentöten-Verbot von der Industrie teilweise umgangen oder durch neue leidvolle Verfahrensweisen ersetzt wird. Dazu drei Beispiele:

  1. Männliche Küken werden vermehrt nach Polen exportiert. Der Transport, wenige Stunden nach ihrer Geburt, ist für sie eine Tortur. Die Haltungsbedingungen in Polen unterliegen weniger strengen Tierschutzkriterien. Dort werden sie kurz fettgefüttert und als „Suppenhühner“ geschlachtet.
  2. Nur 73 % der in Deutschland verzehrten Eier werden auch in Deutschland produziert. Es werden Eier besonders aus den Niederlanden importiert. Dort ist das Kükentöten erlaubt. Diese importierten Eier „mit Kükentöten“ landen insbesondere in der Direktvermarktung, zum Beispiel auf Wochenmärkten. 2021 ist mehr als jedes fünfte in Deutschland verzehrte Ei aus den Niederlanden nach Deutschland importiert worden – insgesamt über 4 Milliarden Eier. Zusätzlich werden auch weibliche Küken nach Deutschland importiert, hauptsächlich aus den Niederlanden und Ungarn, wo ihre Brüder getötet werden. Diese Vorgehensweisen zeigen auch, dass sich die Bundesregierung für ein Europa-weites Verbot des Kükentötens einsetzen muss.
  3. Etwa drei Viertel der für die Eierproduktion geborenen männlichen Küken werden als sogenannte „Bruderhähne“ gehalten. Das ändert das Kernproblem nicht: Die Tiere werden getötet. Die männlichen Küken setzen zudem deutlich langsamer und weniger Fleisch an als die Hühner, die sonst in der Fleischproduktion genutzt werden. Diese sogenannten Masthühner sind so hochgezüchtet, dass sie nach nur 5 Wochen ein für ihre Körper viel zu hohes „Schlachtgewicht“ erreichen. Hühner aus der sogenannten „Bruderhahnaufzucht“ erreichen erst nach ca. 22 Wochen ein viel niedrigeres „Schlachtgewicht“. Das bedeutet für die Tiere einen deutlich längeren Aufenthalt in der industriellen Tierhaltung und dadurch größeres Leid. Die „Bruderhähne“ benötigen auch viel mehr Futter und scheiden wesentlich mehr aus. Die CO₂-Emission bei der Fleischproduktion mit „Bruderhähnen“ ist dadurch dreimal höher. 

Durch die Alternativen zum Kükentöten sind also neue Probleme entstanden, die erneut auf Kosten unschuldiger Tiere gehen und ihr Leid vermehren. Eine Alternative für das Kükentöten, die ohne die leidvolle Haltung der Küken in viel zu engen Hallen auskommt, ist die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung. Bei der In-Ovo-Geschlechtsbestimmung wird das Geschlecht des Hühnerembryos bereits im Ei bestimmt und Eier, aus denen männliche Küken entstehen würden, werden aussortiert und nicht weiter bebrütet. 

Das Gesetz zum Kükentöten-Verbot enthält ab dem 01.012024 auch das Verbot, ab dem siebten Bebrütungstag, „Eingriffe an einem Hühnerei vorzunehmen, die den Tod des Hühnerembryos […] verursachen“ (§ 4c Abs. 3 TierSchG). 

Die aktuellen Verfahren können jedoch momentan frühestens ab dem neunten Tag das Geschlecht des Embryos feststellen. Deshalb setzen die Hühnerschlupfbetriebe – sogenannte „Brütereien“ – aktuell nicht auf die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung, weil sie sich nicht darauf verlassen können, dass das genutzte Geschlechtsbestimmungsverfahren im Jahr 2024 noch legal ist.

Die Geschlechtsbestimmung im Ei ist aber – abgesehen davon, ganz auf den Konsum von Eiern und Hühnerfleisch zu verzichten – die derzeit geeignetste Methode, wirksam Küken- und Hühnerleid zu verhindern.

Die Kernforderung der Kampagne von Animal Equality ist daher, den letzten Bebrütungstag, bis zu dem es erlaubt ist, die Bebrütung von Eiern zu beenden, aus denen männlichen Küken entstehen würden, schrittweise zu verkürzen. Das erlaubt ein späteres Ende der Bebrütung als Übergangstechnologie, bis die weiterentwickelten Verfahren zur noch früheren Geschlechtsbestimmung zur Verfügung stehen.

Um diese Forderung umzusetzen und dieses Leid männlicher Hühner in der Eierindustrie zu vermindern, hat Animal Equality im Rahmen der Kampagne eine Petition gestartet. Die gesammelten Unterschriften werden dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir überreicht werden – gemeinsam mit dem Petitionstext, der die Forderung an die Bundesregierung enthält.

Jede Unterschrift dieser Petition hilft uns, uns für die Interessen der Hühner in der Eierindustrie einzusetzen. Mit deiner Unterschrift kannst du unserer Forderung mehr Nachdruck verleihen und uns helfen, das Gesetz zum Kükentöten so anzupassen, dass dieses Leid der Hühner vermindert wird.


Deutschland

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