Das Töten geht weiter

kükentöten beenden

Kükenleid verhindern

Unterschreibe jetzt und hilf uns, das Leid von Küken zu verhindern und nicht nur den Moment ihrer Tötung zu verzögern. Fordere mit uns die Gesetzgebung auf, das Gesetz zum Kükentöten so anzupassen, dass es auch tatsächlich das Leid von Hühnern mindert.

Wir fordern, dass weniger unschuldige Hühner leiden und getötet werden – egal, wie alt sie sind. Deine Unterschrift werden wir mit allen anderen an den Bundesminister Cem Özdemir überreichen.

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Ich erteile meine Einwilligung wie folgt.

kükentöten verboten. alles gut?

Bis zum letzten Jahr wurden jedes Jahr allein in Deutschland bis zu 45 Millionen männliche Küken getötet, weil sie keine Eier legen können und für die Industrie zu langsam wachsen und zu wenig Fleisch liefern. Nach Jahren dieser gnadenlosen Tötung wurde das Kükentöten in Deutschland durch eine Änderung des Tierschutzgesetzes zum 01. Januar 2022 endlich verboten. Und natürlich ist dieses Verbot absolut richtig – die Tötung männlicher Küken darf nie wieder legal werden.

Die von der Tötung verschonten Küken werden jetzt jedoch der Grausamkeit der industriellen Tierhaltung ausgesetzt und dann getötet. Das ist auch falsch. Das Gesetz stellt also nicht sicher, dass Küken nicht getötet werden – es hat eher zur Folge, dass sie einfach später getötet werden.

WIE DIE INDUSTRIE DAS KÜKENTÖTEN FORTFÜHRT

Der Import des Kükentötens:

Nur 73 % der in Deutschland verzehrten Eier werden auch in Deutschland produziert. Es werden Eier besonders aus den Niederlanden importiert. Dort ist das Kükentöten erlaubt. Von den 19,7 Milliarden Eiern, die im Jahr 2021 in Deutschland verzehrt wurden (das sind 238 Eier pro Person), wurden 4,1 Milliarden Eier in den Niederlanden „mit Kükentöten“ produziert. Diese Eier landen unter anderem in der Direktvermarktung, zum Beispiel auf Wochenmärkten.

Auch große Supermärkte und Discounter in Deutschland schließen nicht aus, dass deutsche Eierproduktionsbetriebe ihren Bedarf aus diesen Importen „mit Kükentöten“ mit decken – das gilt besonders in Betrieben in der Nähe der Landesgrenzen. Etwa die Hälfte der Eier in Deutschland werden in Niedersachsen (40 %) und Nordrhein-Westfalen (11 %) produziert. Beide Bundesländer grenzen an die Niederlande.

Zudem werden vermehrt weibliche Küken importiert, um in Deutschland zur Eierproduktion gehalten zu werden. Diese Küken stammen etwa aus den Niederlanden und Ungarn, wo ihre Brüder ebenfalls getötet werden dürfen.

küken in kisten verpackt
küken auf einem fließband

Der Export des Kükenleids:

Wie ihre Schwestern, wenn sie nach etwa 12 bis 15 Monaten Eierproduktion körperlich ausgezehrt sind und immer weniger Eier legen, sind die männlichen Küken für die Industrie unrentabel. Sie werden jetzt regelmäßig nach Polen exportiert. Der Transport, wenige Stunden nach ihrer Geburt, ist für sie eine Tortur.

Die Haltungsbedingungen in Polen unterliegen außerdem weniger strengen Tierschutzkriterien als in Deutschland. In Polen werden die männlichen Küken als „Bruderhähne“ für etwa 12 Wochen fettgefüttert und dann als „Suppenhühner“ geschlachtet.

Teilweise werden sogar Eier nach Polen gebracht, aus denen Hühner für die Eierproduktion in Deutschland schlüpfen sollen. Zurück nach Deutschland kommen dann nur die weiblichen Tiere. Die männlichen Küken werden in Polen getötet.

Das Problem der „Bruderhahnaufzucht“:

Etwa drei Viertel der männlichen Küken werden als sogenannte „Bruderhähne“ gehalten. Das ändert das Kernproblem nicht: Die Tiere werden getötet. Die männlichen Küken setzen deutlich langsamer und weniger Fleisch an als die Hühner, die sonst in der Fleischproduktion eingesetzt werden. Diese sogenannten „Masthühner“ sind so hochgezüchtet, dass sie nach nur 5 Wochen ein für ihre Körper viel zu hohes „Schlachtgewicht“ erreichen.

Die männlichen Küken in der „Bruderhahnaufzucht“ erreichen erst nach ca. 22 Wochen ein viel niedrigeres „Schlachtgewicht“. Sie müssen also deutlich länger fettgefüttert werden. Die verlängerte Dauer bedeutet für die Tiere auch einen längeren Aufenthalt in der industriellen Tierhaltung und dadurch größeres Leid, bevor sie ebenfalls getötet werden. Zudem benötigen die „Bruderhähne“ auch viel mehr Futter und scheiden wesentlich mehr aus. Die CO₂-Emission bei der Fleischproduktion mit „Bruderhähnen“ ist dreimal höher.

Bei der Schlachtung sind die „Bruderhähne“, wie alle geschlachteten Hühner, unzureichend geschützt, insbesondere in puncto Fehlbetäubungen. Nach ihrer Tötung werden die meisten männlichen Küken als „Suppenhühnern“ vermarktet oder – wegen der geringen Nachfrage – in der EU, vorwiegend nach West-Afrika exportiert.

bruderhähne

Dynamik der Wirtschaft der Tierhaltungsindustrie UNTERSCHÄTZT

Beim Kükentöten-Verbot wurde die Dynamik der Wirtschaft der Tierhaltungsindustrie unterschätzt: Die von der Industrie gewählten Alternativen umgehen teilweise das deutsche Verbot des Kükentötens und verlagern es ins Ausland oder führen dazu, dass die männlichen Küken einfach später getötet werden.

Eine Alternative für das Kükentöten, die ohne die leidvolle Haltung der Küken in viel zu engen Hallen auskommt, ist die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung. Bei der In-Ovo-Geschlechtsbestimmung wird das Geschlecht des Hühnerembryos bereits im Ei festgestellt – Eier, aus denen die männlichen Küken entstehen würden, können so aussortiert und nicht weiter bebrütet werden.

Das Gesetz zum Kükentöten-Verbot enthält ab dem 01. Januar 2024 auch das Verbot, ab dem siebten Bebrütungstag „Eingriffe an einem Hühnerei vorzunehmen, die den Tod des Hühnerembryos […] verursachen“ (§ 4c Abs. 3 Tierschutzgesetz). Die aktuellen Methoden können jedoch frühestens ab dem neunten Tag das Geschlecht des Embryos feststellen.

Deshalb setzen die sogenannten „Brütereien“ nicht stark darauf – sie können sich nicht darauf verlassen, dass die Geschlechtsbestimmung im Ei 2024 noch legal ist. Übrig bleibt also die Aufzucht der männlichen Küken mit den oben genannten Problemen.

DIE DEUTSCHE EIERINDUSTRIE IN ZAHLEN

14,5 Mrd.
konsumierte Eier
73 %
Selbstversorgungsgrad
5 Mrd. / 1,7 Mrd.
Import/Export

WIR FORDERN, DAS GESETZ ZUM KÜKENTÖTEN SO ANZUPASSEN, DASS ES WIRKSAM KÜKENLEID VERHINDERT

Die Geschlechtsbestimmung im Ei ist – abgesehen davon, ganz auf den Konsum von Eiern und Hühnerfleisch zu verzichten – die derzeit geeignetste Methode, das Leid von Küken und Hühnern wirksam zu verhindern. Diese Methode darf nicht durch eine unpräzise Gesetzgebung blockiert werden. 

Das Gesetz ist also nicht präzise genug, nicht gut genug. Deshalb möchten wir von Animal Equality das Gesetz so anpassen, dass es wirklich das Leid von Hühnern in der Eierindustrie verringert. Wir wollen das Gesetz so gestalten, dass es tatsächlich die Leben von Tieren schützt – und nicht nur den Moment ihrer Tötung verzögert.

Daher lautet unsere Kernforderung: das Gesetz so anzupassen, dass der letzte Bebrütungstag, bis zu dem es erlaubt ist, Eier auszusortieren, aus denen männlichen Küken entstehen würden, schrittweise verkürzt wird. Das erlaubt ein späteres Ende der Bebrütung als Übergangstechnologie, bis bessere Verfahren zur noch früheren Geschlechtsbestimmung verfügbar sein werden.

Die Anwendung der Geschlechtsbestimmung im Ei könnte bis zu 42 Millionen Küken davor verschonen, in eine Welt geboren zu werden, in der sie nur als Ware gesehen werden und in der ihnen bis zu ihrer frühen Tötung ständige Misshandlungen drohen. So viele männliche Küken werden in Deutschland jedes Jahr in der Eierindustrie geboren. Im Jahr 2021 – das Jahr in dem das Verbot beschlossen wurde – waren es immer noch etwa 30 Millionen Küken.