VERBOT VON TIERTRANSPORTEN IN DRITTLÄNDER

Vor kurzem wurden im Fernsehen schockierende Aufnahmen von Tiertransporten in ferne Länder gezeigt. Nun haben einige Bundesländer beschlossen, die langen Transporte zumindest vorerst zu verbieten. 

EU-REGELUNGEN NICHT EINGEHALTEN

Laut EU-Regelung müssen Rinder nach spätestens 29 Stunden Fahrt den Transporter für 24 Stunden verlassen dürfen und mit Essen und Trinken versorgt werden. Diese Regelung gilt auch bei Transporten in Länder außerhalb der EU, sogenannte “Drittländer”. Trotzdem kommt es immer wieder zu Überschreitungen der maximalen Transportzeit, Versorgungsstationen werden nicht angefahren und die Tiere leiden Hunger und Durst. Deshalb haben sich Bundesländer wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nun für ein zeitweises Verbot der Langstrecken-Transporte entschieden.

VERSTÖßE BLEIBEN MEIST OHNE FOLGEN

Schon 2015 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass tierschutzrechtliche Vorgaben der EU bis zum Zielort einzuhalten sind, auch wenn dieser in einem Nicht-EU-Land liegt. Bei Kontrollen wurden aber immer wieder Verstöße festgestellt. Bis Mai 2020 wurden fast 300 Mal „nicht transportfähige“ (zum Beispiel verletzte) Tiere entdeckt, dennoch gab es in keinem einzigen Fall ein Strafverfahren.

TRANSPORTE IN ANDEREN BUNDESLÄNDERN WEITERHIN ERLAUBT

In vielen Bundesländern sind die Transporte weiterhin erlaubt. Rheinland-Pfalz zum Beispiel begründet diese Entscheidung so, dass man vor allem bei Kälbern einfach besser auf eine ausreichende Versorgung achten müsse. Tierschutzexpert*innen widersprechen: Insbesondere bei Kälbern ist eine ausreichende Versorgung auf Langstrecken-Transporten nicht möglich, da sie noch auf Milch angewiesen sind. Kälber leiden deshalb auf solchen Transporten unter extremem Hunger.

TROTZ VERBOT: RINDER WERDEN WEITERHIN TRANSPORTIERT

Rinder werden gezielt in die Bundesländer gebracht, in denen Transporte in Drittländer noch erlaubt sind. Schleswig-Holstein hatte zum Beispiel bereits 2019 zeitweise Transporte in bestimmte nichteuropäische Länder verboten. Dennoch gelangten von Januar 2019 bis Februar 2020 mehr als 3.200 Rinder aus Schleswig-Holstein in Drittländer mit extrem niedrigen Tierschutzstandards.  

TRANSPORTE INNERHALB DEUTSCHLANDS

Leider sind auch die Transporte innerhalb Deutschlands mit viel Tierleid verbunden. Überall dort, wo Tiere als Ware angesehen werden, werden sie auch als solche behandelt. Sie können jetzt ein Zeichen setzen und sich für eine tierfreundliche Ernährung entscheiden. Nur so können Sie sicher sein, dass Sie Tierleid nicht länger aktiv mit Ihrem Geld unterstützen. Dass eine pflanzliche Ernährung alles andere als langweilig ist, zeigen wir Ihnen auf LoveVeg

Quellen:
NDR (23.07.2020): “Land verbietet Tiertransporte in Drittländer”
NDR (17.07.2020): “Rinder aus SH landen in Tierschutz-Hochrisiko-Staaten”
Tagesschau (16.07.2020): “Eine Qual – mit amtlicher Genehmigung”
Tagesschau (24.07.2020): “Mehrere Länder stoppen Langzeittransporte”
Taz (25.07.2020): “Kühe reisen weniger”WDR (22.07.2020): “NRW verbietet Langstrecken-Tiertransporte”