TIERTRANSPORT – EINE HÖLLENFAHRT

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Bus von Hamburg nach München. Der Bus ist überfüllt und es gibt fast nur Stehplätze. Sie stehen an Ihrem Platz und versuchen, ein wenig frische Luft von den winzigen Fenstern abzubekommen. Ihre Kleidung ist nass von Ihrem und dem Schweiß der anderen Fahrgäste. Es ist so voll, dass Sie nicht zum Wasser gelangen, welches nur in bestimmten Ecken des Busses angeboten wird. Zudem stinkt es fürchterlich und einige der Fahrgäste sind sichtlich krank oder verletzt. Erst nach mehreren erschöpfenden Stunden erreichen Sie das Ziel. Klingt für Sie nach einem Horrortrip? Für Millionen von Tieren ist das die bittere Realität. 

DIE REALITÄT

Tiere in der Nutztierindustrie müssen im Laufe ihres kurzen Lebens nicht selten große Distanzen in überfüllten Transportern zurücklegen. Grund hierfür sind die immer größer und damit einhergehend weniger werdenden Betriebe. Zwischen Brütereien, Zuchtbetrieben, Mastanlagen und Schlachthöfen steigen die Distanzen an – und damit auch das Leid der Tiere. In ein- oder mehrstöckigen LKWs stehen sie ungesichert in den Laderäumen oder werden in kleine Käfige gepfercht. Obwohl Tiertransporte in Deutschland offiziell nicht länger als acht Stunden dauern und kranke Tiere nicht transportiert werden sollen, geschieht dies dennoch in großem Maße. Die Tiere haben mit zu niedrigen oder zu hohen Temperaturen und schlechter Luft zu kämpfen. Da nicht genug Platz zum Liegen ist, müssen sie die Tortur oft im Stehen über sich ergehen lassen, ohne Möglichkeit, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Bremst der Transporter unerwartet ab, fallen die stehenden Tiere ohne Schutz nach vorne und verletzen sich beim Sturz. Die Versorgung mit Wasser ist unzureichend, und die ohnehin schon gestressten Tiere werden durch Todesfälle oder Geburten während des Transportes zusätzlich panisch. Die jüngeren Tiere leiden durch die Trennung von ihrer Mutter.

VIELE TIERE SCHAFFEN ES NICHT BIS ZUM SCHLACHTHOF

Auf dem Weg zum Schlachthof verenden unzählige Tiere aus den oben genannten Gründen schon im Transporter. In letzter Zeit wird in den Medien zudem immer häufiger von Unfällen berichtet, zum Beispiel von dem vor kurzem verunglückten LKW auf der A1. In dem Transporter befanden sich 850 Puten, als dieser in eine Baustelle hineinfuhr. 500 Puten kamen bei dem Unfall ums Leben, die restlichen Tieren wurden umgeladen und zum Schlachthof gefahren. Solche Unfälle passieren ständig und dennoch erlangen sie viel zu wenig Aufmerksamkeit. Den Tieren, welche den Unfall überlebt haben, erwartet nach ihrer “Rettung” noch der restliche Transport und am Ende der Schlachthof. 

WAS SIE DAGEGEN TUN KÖNNEN
Da die Vorschriften bei Tiertransporten nur selten eingehalten werden, möchte das Europaparlament nun einen Untersuchungsausschuss einsetzen, der sich mit den Verstößen befasst. Forderungen nach kürzeren Transportzeiten, strengeren Kontrollen und härteren Strafen werden immer lauter. Auch die qualvollen illegalen Transporte in Drittstaaten stehen stark in Kritik.


Warten Sie nicht, bis sich die Transportbedingungen gebessert haben. Sie können jetzt und heute ein Zeichen für die Tiere setzen, indem Sie tierische Produkte aus Ihrer Ernährung streichen. Auf LoveVeg finden Sie eine Vielzahl an leckeren Rezepten!

Quellen:
Agrar heute (24.06.2020): “Tiertransporte: Europaparlament beschließt Untersuchungsausschuss”
Buten un binnen (12.06.2020): “Lkw-Unfall auf der A1: Putentransporter rast in Baustelle”
Süddeutsche Zeitung (20.02.2020): “Zum Schlachten von Miesbach nach Tripolis”
Utopia (14.03.2020): “Tiertransporte: Probleme, Ursachen und was du dagegen tun kannst”