TIERTRANSPORTE: SCHOCKIERENDE AUFNAHMEN

Mehr als 60.000 Rinder werden jedes Jahr in Länder außerhalb der EU gebracht. Zu Zuchtzwecken, heißt es. Der Filmemacher Edgar Verheyen ist den Transportern zusammen mit Tierschützenden hinterhergefahren. Sein Kamerateam filmte so schreckliche Szenen, dass die Bilder in der Doku nur zum Teil gezeigt werden können. 

UNGLAUBLICHE ZUSTÄNDE

Die Reise beginnt auf einem kleinen Milchbetrieb in Deutschland. Kälber werden ihren Müttern entrissen und in den Transporter gepfercht. Die Tierkinder brüllen nach ihren Müttern, saugen aneinander und leiden nach mehreren Stunden unter extremem Hunger. Nach 20 Stunden erreichen sie endlich Spanien. Einige von ihnen sind tot, die anderen völlig erschöpft. Tausende Rinder werden jährlich auf diesem Weg aus Deutschland in den Süden Europas gefahren. 

Doch dort ist die Reise noch lange nicht zuende. Eine ehemalige Autofähre bringt die Tiere mehrere Tage lang über das Mittelmeer. Arbeitskräfte zwingen die Rinder mit Elektrotreibern auf das Schiff, das für einen Tiertransport höchst ungeeignet ist. Es gibt zu wenig Trinkmöglichkeiten, an die viele Tiere gar nicht herankommen. Das Belüftungssystem ist oft defekt, scharfe Kanten und steile Rampen bilden ein hohes Verletzungsrisiko. Nach drei Tagen auf See sterben die ersten Rinder. Man wirft ihre Körper einfach ins Meer, wo das Wasser sie an den nächsten Strand spült. Die noch lebenden Tiere liegen in ihren eigenen Exkrementen, sie sind schwach und untergewichtig.

HOCHSCHWANGER BIS NACH ZENTRALASIEN

Andere Rinder werden über Polen und Russland bis nach Zentralasien transportiert. Im Laderaum befinden sich hochschwangere Kühe aus Brandenburg. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt machen den Mutterkühen sehr zu schaffen. Das Trinkwasser gefriert, das Fell der Tiere ist schneebedeckt und sie liegen in ihrem eigenen Kot. Auf der tagelangen Fahrt von mehr als 6000 Kilometern dürfen sie den Transporter kein einziges Mal verlassen. Versorgungsstationen werden nicht angefahren, während der 15-stündigen Pausen der Fahrer*innen bekommen die Kühe lediglich Essen und Trinken in den Transporter gebracht. Beim Fahren stoßen sie sich immer wieder an den Wänden und der Decke. Am Ende kommen sie zerschunden und kraftlos am Zielort an.

ENDHALTESTELLE SCHLACHTHOF

Obwohl die Kühe offiziell zur Zucht in andere Länder gebracht werden, wartet am Ende ein grausamer Tod auf sie. Nachdem sie tagelang im Transporter eingesperrt waren, landen sie an den Zielorten in oft unhygienischen Schlachthöfen. Die Tiere werden getreten und geschlagen und müssen die entstellten Körper ihrer Leidensgenossen sehen, bevor sie selbst an der Reihe sind. Bei vollem Bewusstsein wird ihnen der Kopf nach hinten gezogen und die Halsschlagader durchgeschnitten, teilweise mit unscharfen Messern.

WAS WIR TUN KÖNNEN

Nach EU-Recht darf es solche Tiertransporte eigentlich gar nicht geben. Doch auch in  Deutschland geht es den Tieren während des Transportes schlecht. Die größte Chance, gerettet zu werden, haben die Tiere in uns. Wir können uns jeden Tag für oder gegen Tierleid entscheiden. Mit jeder Mahlzeit können wir den Tieren helfen, indem wir sie nicht mehr essen. Eine pflanzenbasierte Ernährung kann unglaublich vielfältig und lecker sein, wie Sie auf LoveVeg sehen. Probieren Sie es doch einfach mal aus! 

Quelle: Das Erste (20.07.2020): “Tiertransporte gnadenlos – Viehhandel ohne Grenzen”