UN-REPORT WARNT: “NUTZTIERINDUSTRIE” ERHÖHT DAS RISIKO KÜNFTIGER PANDEMIEN

Während sich die Welt noch mitten im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie befindet, hat die UN im vergangenen Monat einen neuen Bericht veröffentlicht, der die Risiken künftiger Pandemien analysiert. Der Report zeigt unter anderem Lösungswege auf, wie die zunehmende Ausbreitung zoonotischer Krankheiten eingedämmt werden kann. Zoonosen sind Krankheitserreger, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. 

URSACHEN UND MÖGLICHE LÖSUNGEN

Die UN  identifiziert in dem aktuellen Bericht sieben Ursachen, die eine Übertragung neuer zoonotischer Krankheiten begünstigen. Darunter werden auch die wachsende Nachfrage nach tierischem Eiweiß, nicht nachhaltige Praktiken der “Nutztierindustrie”  und die globale Klimakrise genannt. 

„Die Wissenschaft ist sich darüber im Klaren, dass wir – wenn wir weiterhin Wildtiere ausbeuten und unsere Ökosysteme zerstören – in den kommenden Jahren mit einem stetigen Strom dieser Krankheiten rechnen können, die von den Tieren auf den Menschen überspringen“, sagte UNEP-Geschäftsführerin Inger Andersen. 

Im Report werden von der UN zehn praktische Maßnahmen vorgestellt, die Länder ergreifen sollten, um die Entwicklung neuer Zoonosen zu verhindern. Zu den entscheidenden Schritten zählen die Vereinten Nationen unter anderem die Ausweitung der Forschung, eine Verbesserung der Überwachung und Regulierung von Lebensmittel-Systemen und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und Tierhaltung. 

Der Bericht betont auch die Notwendigkeit, natürliche Lebensräume zu erhalten, Lebensmittelmärkte zu überwachen und zu regulieren und den illegalen Handel mit Wildtierarten einzuschränken. Insbesondere empfiehlt die UN den Regierungen, einen „One Health“-Ansatz zu verfolgen, der Fachwissen aus den Bereichen öffentliche Gesundheit, Veterinärmedizin und Umwelt zusammenführt, um Ausbrüche von Zoonosen zu verhindern und darauf zu reagieren. 

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, forderte die Länder dazu auf, einen neuen Plan zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt zu verabschieden. 

„Um künftige Epidemien zu verhindern, müssen die Länder natürliche Lebensräume erhalten, eine nachhaltige Landwirtschaft fördern, die Sicherheits-Standards für Lebensmittel stärken, die Lebensmittelmärkte überwachen und regulieren, in Technologien zur Erkennung von Risiken investieren und den illegalen Handel mit Wildtieren eindämmen.” – Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen

Zwei Millionen Menschen sterben jedes Jahr

Wie im UN-Report beschrieben, ist das Covid-19-Virus nur das jüngste in einer wachsenden Liste von Krankheiten, darunter Ebola, MERS und das West-Nil-Fieber, deren Ausbreitung vom Tier auf den Menschen durch den Druck und die Einwirkungen des Menschen auf das natürliche Gleichgewicht der Umwelt verstärkt wurde. Neben den mehr als 500.000 Menschen, die bisher durch das Coronavirus ums Leben gekommen sind, sterben jedes Jahr etwa zwei Millionen Menschen an weiteren zoonotischen Krankheiten, vor allem in ärmeren Ländern. Eine beunruhigende Zahl, die uns dazu veranlassen sollte, unsere Nutzung von Tieren und natürlichen Ressourcen grundlegend zu hinterfragen und ihrer grausamen Ausbeutung ein endgültiges Ende zu setzen. 

Unser Konsum und unsere Essgewohnheiten haben einen verheerenden Einfluss auf unseren Planeten, unsere Ökosysteme und unsere Umwelt. Zudem bringen sie großes Leid für Tiere und enorme Risiken für die öffentliche Gesundheit von uns Menschen mit sich. 
Jede*r Einzelne von uns muss seinen Teil dazu beitragen. Denn wir haben es in der Hand, Veränderungen zu bewirken und einen positiven Wandeln mitzugestalten. Ein wichtiger Schritt für eine sichere Zukunft für Tiere und Menschen, ist der Umstieg auf eine tierleidfreie und nachhaltige pflanzliche Ernährung. Probieren Sie es aus und helfen Sie, eine bessere Welt zu gestalten!