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RECHERCHE: Animal Equality deckt das Leiden von Tieren in mehr als 30 Schlachthöfen in Mexiko auf

Seit 2016 deckt Animal Equality auf, was in den Schlachthöfen Mexikos geschieht. Jetzt präsentiert Animal Equality erneut Beweise für Tierquälerei und Missbrauch in mehr als 30 Schlachthöfen in verschiedenen Bundesstaaten des Landes.
Juli 12, 2022
Schwein im Schlachthaus Schwein im Schlachthaus

Animal Equality präsentiert umfangreiches Beweismaterial aus Schlachthöfen in Mexiko. Diese Veröffentlichung fasst Bilder aus insgesamt 34 Schlachthöfen in den mexikanischen Bundesstaaten Jalisco, Mexiko, Oaxaca, Chiapas und Tabasco zusammen. Die große Anzahl besuchter Schlachthöfe und der Umfang des Materials deuten – leider – stark darauf hin, dass es sich hier erneut um systematische Verstöße gegen das Tierwohl handelt. Die Aufnahmen könnten also im schlimmsten Fall repräsentativ für die Realität in jedem der fast tausend Schlachthöfe des Landes sein.

Auf den Aufnahmen von Animal Equality sind schwerwiegende Verstöße gegen die Offiziellen Mexikanischen Standards (NOM) zu sehen. Die NOMs sind eine Sammlung von Vorschriften und Normen, in der auch erlaubte Methoden zur Tötung von Tieren festgelegt sind, um unnötiges Leiden zu vermeiden. Die dokumentierten Tritte und Schläge von Arbeiter*innen gegen Tiere sowie das Töten von Tieren, die noch bei Bewusstsein sind, stellen deutliche Verstöße gegen die NOMs dar.

Das ist umso gravierender, da das neu veröffentlichte Beweismaterial – wie auch andere Recherchen von Animal Equality in Mexiko und anderen Ländern – immer wieder aufs Neue zeigen, dass solche Zustände keine Ausnahme, sondern eher die Regel sind.

Das Leiden von Millionen von Tieren in den Schlachthöfen Mexikos

Auf den Bildern sind unter anderem zu sehen:

  • Misshandlungen: Die Tiere werden mit elektrischen Geräten getrieben. Sie werden geschlagen, getreten und angeschrien.
  • Die Tiere zeigen Fluchtverhalten und Lautäußerungen, die auf Angst und Verzweiflung hinweisen.
  • Rinder werden nicht nach den in den NOMs festgelegten Methoden betäubt, die wenigstens unnötiges Leid vermeiden sollen. Die Aufnahmen zeigen jedoch Tiere, die während der Tötung und teilweise sogar während sie ausbluten, noch bei Bewusstsein sind.
  • Auch Schweine werden nicht nach den in den NOMs festgelegten Methoden betäubt. Zudem erhalten sie zur Betäubung willkürlich Stromstöße, sodass sie teilweise das Bewusstsein wiedererlangen, bevor sie geschlachtet werden. Einige Schweine erhalten den Stromschlag mehr als einmal. Aufgrund der Unwirksamkeit der Methode sind einige von ihnen noch bei Bewusstsein, wenn sie auf Schienen aufgerichtet werden und ausbluten.
  • Die Tiere befinden sich in unsicheren und unhygienischen Räumen: Es gibt scharfe Gegenstände, hohe Feuchtigkeit, Ratten, Kakerlaken und andere Tiere.

Wie schon nach früheren Undercover-Recherchen hat Animal Equality auch auf Grund des jetzt veröffentlichten Beweismaterials Anzeige erstattet. Insbesondere in den mexikanischen Bundesstaaten, in denen es bereits die Möglichkeit gibt, Brutalität in Schlachthöfen strafrechtlich zu belangen, z. B. in Jalisco und Puebla.

Tiere fühlen und das Gesetz muss dies anerkennen

Über die schockierenden Verstöße, untermauern die veröffentlichten Bilder etwas, das in der Wissenschaft schon seit Jahren Konsens ist: Rinder und Schweine sowie viele andere Tierarten können Leid und extreme Schmerzzustände empfinden, sie können Panik und Stress erleben – vor und vor allem während der Schlachtung.

Außerdem haben diese Tiere ein Interesse daran, ihre Leben zu leben und für sich selbst zu sorgen, weshalb es unsere Pflicht ist, sie zu respektieren und per Gesetz zu schützen: Sie empfinden Freude daran, ihre Kinder aufzuziehen, sie empfinden Zufriedenheit, wenn sie eigenständig auf Nahrungssuche sind, sie können sich entscheiden, was sie jetzt lieber tun würden: etwa in der Sonne zu liegen oder spielen.

Aus genau diesen Gründen gibt es derzeit in der mexikanischen Abgeordnetenkammer eine von Animal Equality unterstützte Gesetzesinitiative, die darauf abzielt, in der politischen Verfassung der Vereinigten Mexikanischen Staaten alle Tiere, die über ein komplexes Nervensystem verfügen, als empfindungsfähige und fühlende Wesen anzuerkennen, deren Wohlergehen geschützt, respektiert, gefördert und garantiert werden muss.

Es ist zu hoffen, dass unser über Jahre gesammeltes Beweismaterial den Ausschuss für Verfassungsfragen der Abgeordnetenkammer dazu bewegen wird, diese Gesetzesinitiative zu befürworten. Dann kann nämlich später im Plenum darüber abgestimmt werden.

Dieses neue Gesetz wird zweifellos das Leben der Tiere verändern und Mexiko an die Spitze des Tierschutzes bringen.

Dies ist zweifellos eine der umfangreichsten Recherchen, die wir in den Schlachthöfen Mexikos durchgeführt haben, und was wir dort weiterhin sehen, ist inakzeptabel. Die Gesellschaft hat ein Recht darauf zu erfahren, wie die Tiere in unserem Land behandelt werden und welche schwerwiegenden Versäumnisse die Behörden begehen. Wir zeigen einmal mehr, dass Tiere fühlen, dass sie leiden und dass wir die Verantwortung haben, sie zu schützen und diesem Leiden ein Ende zu setzen. 

Dulce Ramírez, Vizepräsidentin für Lateinamerika bei Animal Equality und Direktorin in Mexiko

Auch bei Recherchen in Deutschland haben wir in der Vergangenheit immer wieder schwerwiegende Verstöße – bei einer zudem unzureichenden Tierschutz-Gesetzgebung – festgestellt, die zeigen, dass Missbrauch und Ausbeutung in der landwirtschaftlichen Tierhaltung System haben. Der einzige Weg, diesem Missbrauch und dieser Ausbeutung ein Ende zu setzen ist, die industrielle Landwirtschaft zu beenden.

Unterschreibe für ein Ende der industriellen Tierhaltung

Jede Unterschrift wird dazu beitragen, das Leben der Tiere zu verändern! Wenn du es nicht bereits getan hast: Bitte unterstütze die Veränderung, für die sich Animal Equality einsetzt und werde Teil der Gemeinschaft, die nicht mehr bereit ist, die Ausbeutung von Tieren weiter hinzunehmen. Teile die Petition auch gerne in deinem Familien- und Bekanntenkreis:

Wie du noch helfen kannst

Unsere Undercover-Recherchen sind sehr aufwendig und umfangreich – nur so können wir zeigen, wie systematisch die Verstöße in der landwirtschaftlichen Tierhaltungsindustrie sind. Außerdem benötigen wir umfangreiches Bild- und Videomaterial, um die tatsächlichen Lebensrealitäten der Tiere in der Landwirtschaft darzustellen. Diese wichtige Arbeit hängt von den Spenden unserer Unterstützer*innen ab. Sie ermöglichen uns den Einsatz für die Tiere, Tag für Tag.


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