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So grausam sind Kastenstände: Neue Undercover-Recherche in US-Schweine-Zuchtbetrieb

Mutterschweine mit Wunden durch die engen Käfige, Tiere, die gestresst und verängstigt in Gitterstäbe beißen oder panisch versuchen, aus ihren Gefängnissen zu entfliehen: Das sind die Folgen von Kastenstandhaltung. Ein*e Ermittler*in von Animal Equality hat in einem amerikanischen Schweine-Zuchtbetrieb recherchiert.
April 9, 2025 Aktualisiert: 9. April 2025
Mutterschwein im Kastenstand
Mutterschwein im Kastenstand

Die Aufnahmen zeigen tote Ferkel auf verdreckten Böden, eingesperrte Mutterschweine und Tiere, die starke Verhaltensstörungen zeigen. In den Jahren 2024 und 2025 hat unser*e Ermittler*in undercover in einem Schweine-Zuchtbetrieb im US-Bundesstaat Kansas recherchiert. Kastenstände gehören zu den leidvollsten Haltungsbedingungen. Trotzdem müssen Mutterschweine in vielen Teilen der Welt einen großen Teil ihres Lebens in diesen engen Käfigen fristen – in den USA und auch in Deutschland.

Wie grausam die Käfighaltung von Schweinen in den USA ist, zeigen die Aufdeckungen aus unserer Undercover-Recherche. Schweine werden dort für ihre gesamte Trächtigkeit eingesperrt. In der Regel müssen sie zweimal im Jahr Kinder gebären und fristen damit also insgesamt rund acht Monate im Jahr in engen Käfigen:

  • Die Mutterschweine können sich kaum bewegen und nicht einmal umdrehen.
  • Sie haben Wunden durch die Gitterstäbe der engen Käfige.
  • Das Filmmaterial zeigt tote Ferkel.
  • Ein Tier wird vor den Augen der anderen mit einem Bolzenschussgerät erschossen.
  • Die Schweine zeigen starkes Stressverhalten und versuchen, ihren Käfigen zu entfliehen. Andere liegen vollkommen regungslos da.

Grausame Folgen der Kastenstandhaltung

Viele Schweine haben blutige Wunden. Überall da, wo sich die Metallstangen der engen Käfige in ihre Haut eingedrückt haben. Durch den von Kot und Urin bedeckten Boden sind die Verletzungen besonders anfällig für Infektionen. Durch die vielen Geburten treten bei einigen Mutterschweinen Organe und Gewebe aus ihren Geschlechtsteilen hervor.

Abszess bei einem Mutterschwein

Viele Schweine können sich in den engen Kastenständen kaum hinlegen. Um sich zumindest etwas ausstrecken zu können, schieben einige ihren Kopf unter die Käfigtür. Ein Schwein bleibt dabei mit seinem Gesicht stecken und schreit, bis ein Mitarbeiter kommt und dem Tier hilft.

Schwein mit im Kastenstand eingeklemmtem Kopf

Unser*e Ermittler*in beobachtete Verhaltensstörungen bei den Tieren, die vor allem durch den starken Stress entstehen. Einige Schweine beißen in die Gitterstäbe oder kauen die Luft. Andere drücken sich immer wieder gegen die Rückwand des Kastenstandes.

Manche Schweine schreien. Andere liegen einfach still da, an das Metall gepresst – bewegungslos und nicht ansprechbar. Einige versuchen vergebens, aus ihren Käfigen herauszuklettern.

Ferkel und Mütter sterben im Zuchtbetrieb

Zur Geburt wird das Mutterschwein in den sogenannten Abferkelbereich gebracht. Doch unser*e Ermittler*in hat dokumentiert, wie einige Ferkel zu früh geboren werden, wenn die Mutter noch im Kastenstand ist. Diese sterben auf dem kalten Betonboden. Die Mütter können ihren Kindern nicht helfen. Fixiert in ihrem Käfig können sie weder die Ferkel erreichen noch sehen.

Ferkel, die noch im Zuchtbetrieb sterben, werden von Mitarbeitenden nach draußen gebracht. Die Videoaufnahmen zeigen verwesende Körper auf dem Boden und in Schubkarren außerhalb der Anlage.

Tote Ferkel

Auch erwachsene Schweine sterben vorzeitig. In einer Szene stupst eine Schweinemutter den Körper ihrer toten Artgenossin an, als ob sie auf eine Reaktion wartet.

Schweinemutter stupst den Körper ihrer toten Artgenossin an

In einer anderen Aufnahme wird ein verwundetes Schwein mit einem Bolzenschussgerät erschossen und zum Sterben zurückgelassen. Andere Schweine können sich aufgrund der engen Käfige nicht abwenden und müssen dabei zusehen.

Verblutendes Schwein

Kastenstände sind weltweit umstritten

In den USA sind schätzungsweise 3,5 Millionen Mutterschweine in Kastenständen eingesperrt.

Expert*innen prangern diese Käfige als „eine der grausamsten Formen der Gefangenschaft, die sich die Menschheit ausgedacht hat“, an. Einige von ihnen haben diese extreme Enge mit dem monatelangen Sitzen in einem Flugzeugsitz verglichen.

Zur Geburt werden die Schweine von den Kastenständen in sogenannte Abferkelboxen gebracht. Auch da sind die Muttertiere durch enge Gitterstäbe fixiert. Nach wenigen Wochen, in denen sie ihre Ferkel gesäugt haben, werden die weiblichen Schweine wieder zwangsbefruchtet und der grausame Kreislauf beginnt von vorn.

Abferkelboxen

Die einzige Zeit, in der diese Tiere laufen, ist zwischen den Käfigen – und letztlich auf dem Weg zum Schlachtbetrieb.

Die weiblichen Schweine werden so lange für die „Ferkelproduktion“ genutzt, bis ihre Körper nicht mehr die „Leistung“ bringen, die die Tierindustrie erwartet. Dann werden sie getötet und durch jüngere Tiere ersetzt.

Trotz wachsender öffentlicher Kritik und Verboten in einigen US-Bundesstaaten sind Kastenstände größtenteils in der Schweinehaltung weiterhin üblich. In manchen Betrieben sind mehr als tausend Schweine in Käfigen aneinandergereiht, die nur wenig breiter sind als ihr Körper.

Kastenstände stehen beispielhaft für die grausamen Praktiken in der Tierindustrie. Das System ist auf Ausbeutung und Profit ausgelegt, auf Kosten der Tiere. Unterstütze dieses Leid nicht!

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