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Neue Recherche enthüllt: Massives Tierleid in Indiens Milchindustrie – Deutschland verdient mit

Die Recherche zeigt massive Verstöße gegen Tierschutzgesetze und schockierende hygienische Bedingungen. Ermittler*innen von Animal Equality haben 2025 in 27 Milchbetrieben und drei Tiermärkten in Uttar Pradesh, Haryana und Maharashtra recherchiert. Die Mutterrinder und ihre Kälber leiden massiv in diesem ausbeuterischen System – an dem Deutschland aktiv beteiligt ist.
Juni 9, 2026
Kälbchen in der indischen Milchindustrie
Screenshot
Kälbchen in der indischen Milchindustrie
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Die Aufnahmen zeigen kranke und verletzte Tiere, die keine tierärztliche Versorgung erhalten. Den sogenannten Milchkühen werden Hormone verabreicht, damit sie nach der Trennung von ihren Kälbern weiterhin Milch produzieren. Die hygienischen Zustände sind kritisch. Das ist die Realität der indischen Milchindustrie. Die Recherche zeigt Verstöße gegen Tierschutz- und Lebensmittelsicherheitsgesetze. Und Deutschland verdient an diesem grausamen System durch Maschinenexporte mit.

Kälber werden nach der Geburt von ihren Müttern getrennt

In jedem untersuchten Betrieb wurden die Kälber direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt – so wie es auch in Deutschland üblich ist. Die Ermittler*innen hörten ihre verzweifelten Rufe. Die Muttertiere zerrten an ihren Fesseln und suchten nach ihren Kindern.

Und wir haben erneut eine ganz besonders grausame Praxis dokumentiert: Arbeiter*innen stopften die Körper toter Kälber mit Heu aus und stellten sie zu den Müttern. Damit versuchten sie, die Tiere zu täuschen, um die Milchproduktion der weiblichen Rinder weiter anzuregen.

Vernachlässigung, Misshandlung und Hormoneinsatz

Die Ermittler*innen dokumentierten, wie Arbeiter*innen die Tiere schlugen und sie brutal zwangen, auf Transporter zu gehen – ohne jede Rücksicht auf ihre Schmerzen und ihre Angst.

Viele Tiere waren krank oder verletzt – erhielten aber keine tierärztliche Versorgung. Immer wieder werden die „Milchkühe“ gewaltvoll befruchtet, damit sie Kinder gebären und Milch produzieren – bis ihre Körper nicht mehr können.

Die Betriebsinhaber*innen injizierten den Tieren routinemäßig Medikamente – nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern damit ihre Körper noch mehr Milch produzieren.

Wenn ein Kalb von seiner Mutter getrennt wird, kann der Stress die natürliche Milchejektion stören. Arbeiter*innen injizieren den Tieren dann häufig Oxytocin, um die Milchfreisetzung zu erzwingen“, erklärt Amruta Ubale, Direktorin von Animal Equality Indien.

Oxytocin löst Kontraktionen im Eutergewebe aus, damit Milch abgegeben wird – aber auch an der Gebärmutter. Für die betroffenen Tiere kann das mit starken Schmerzen und gesundheitlichen Risiken verbunden sein – besonders, wenn das Hormon wiederholt und ohne tierärztliche Kontrolle eingesetzt wird.

Kälber in der indischen Milchindustrie

Unhygienische Zustände

Keiner der dokumentierten Betriebe verfügte über angemessene Reinigungs- oder Hygieneverfahren. Rinder standen knöcheltief in Ausscheidungen. Eimer mit Milch standen unbedeckt in denselben Bereichen, die von Fliegen befallen waren. Diese Milch wird dann für Paneer, Tee, Käse und Süßigkeiten in ganz Indien verwendet.

Forderungen an die indische Regierung

Animal Equality recherchiert seit 2014 in indischen Milchbetrieben. Jedes Mal fanden wir dasselbe: vernachlässigte Tiere, weitverbreitete Verstöße gegen Tierschutzgesetze und ernsthafte Bedrohungen der Lebensmittelsicherheit.

„Deshalb fordern wir die indische Regierung zum Handeln auf: Es müssen Regeln eingeführt werden, die das Leid von Millionen Tieren in Milchbetrieben verringern. Die Behörden müssen Schulungen und Kontrollen zu Tierschutz und Lebensmittelsicherheit gewährleisten. Wir fordern, Ausschüsse auf Landes- und Bezirksebene einzurichten, um diese Maßnahmen durchzusetzen“, sagt Ubale.

Rinder in der indischen Milchindustrie

Deutschland beteiligt: Maschinen für ein grausames System

Indien ist der weltweit größte Milchproduzent: Fast 250 Millionen Tonnen Milch wurden 2024/25 produziert – das sind 25 Prozent der globalen Milchproduktion. Deutschland ist daran aktiv beteiligt: 2024 exportierte Deutschland Milchwirtschaftsmaschinen im Wert von 6,66 Millionen US-Dollar nach Indien. Damit war Indien der viertgrößte Absatzmarkt für deutsche Milchtechnik.

Deutschland und Indien sind beide Giganten in einem globalen System der Ausbeutung von Rindern. Deutschland unterstützt mit seinen Maschinenexporten aktiv die Ausbeutung in Indien – und verdient daran mit.

Auch in Deutschland selbst ist das System ähnlich: 2024 wurden 32,2 Millionen Tonnen „Kuhmilch“ an Molkereien geliefert – Deutschland ist damit der größte Erzeuger der EU. Und auch hier basiert die Milchindustrie auf denselben Grundmechanismen: Tiere werden auf hohe Milchleistung gezüchtet, die sogenannten Milchkühe werden immer wieder zwangsbefruchtet, Kälber werden früh von ihren Müttern getrennt.

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Hinter jedem Glas Milch, jedem Stück Käse und jedem Becher Joghurt steht ein Leben in Gefangenschaft, Trennung und Leid. Die Milchproduktion in Indien, Deutschland und der ganzen Welt basiert auf der Ausbeutung von Müttern und ihren Kindern. Indem wir uns für pflanzliche Alternativen entscheiden, setzen wir uns gegen dieses grausame System ein.
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