SCHMERZHAFTE EUTER: KÜHE IN DER MILCHINDUSTRIE

Kühe werden gerne mit einem großen Euter assoziiert. Tatsächlich sind normale Euter allerdings viel kleiner. In der Milchindustrie werden Kühe gezielt auf eine hohe Milchproduktion gezüchtet. Dies ist für die Kühe mit starken Schmerzen verbunden.

Mastitis: Entzündung am Euter

Mastitis ist eine schmerzhafte Erkrankung an den Milchdrüsen, die durch Stress, mangelnde Stallhygiene, fehlerhafte oder verschmutzte Melktechnik sowie durch Bakterien auf Händen des Melkpersonals verursacht wird. Eigentlich besitzen Kühe eine gute körpereigene Abwehr und eine intakte Blut-Euter-Schranke, die ein Eindringen von Erregern nahezu unmöglich machen. Jedoch sind die Bedingungen in der Milchindustrie oft so schlecht, dass die Immunabwehr der Kühe geschwächt ist und Euterentzündungen leicht entstehen und sich schnell ausbreiten können. 

Risiko Melken

Jahrelange Milchproduktion und ständiges Melken ist für die Kühe körperlich extrem belastend. Vor allem das Melken und die Zeit danach sind äußerst riskant, was Euterentzündungen angeht: Beim Melken trägt der Mensch die Erreger von einer Kuh zur nächsten; nach dem Melken sind die Zitzen der Tiere noch für etwa 30 Minuten geöffnet, sodass Krankheitserreger ein leichtes Spiel haben. Da Mastitis zunächst oft auch ohne Symptome auftritt, breiten sich die Erreger meist ungehindert auf andere Kühe aus, ehe sie bemerkt werden. Wenn sich die Entzündung verschlimmert, flockt die Milch und vermischt sich mit Eiter, sodass den Tieren, deren Behandlung sich wirtschaftlich nicht lohnt, die Schlachtung unmittelbar bevorsteht.  

Nicht nur der Euter schmerzt

Auch sonst geht es den Kühen in der Milchindustrie sehr schlecht: Oft sind sie äußerst dürr mit deutlich hervortretenden Knochen, nur der Euter ist riesig. Durch dieses Ungleichgewicht werden auch andere Körperbereiche in Mitleidenschaft gezogen, so ist ein gekrümmter Rücken und ein schwerfälliger Gang bei “Milchkühen” keine Seltenheit. Die Kühe produzieren Milch, weil sie durch künstliche Befruchtung einmal im Jahr ein Kalb gebären. Die normalerweise sehr innige Beziehung zwischen Mutter und Kind wird durch eine Trennung direkt nach der Geburt unterbunden, was mit einem enormen Trennungsschmerz verbunden ist. Die Mutterkühe werden nach vier bis fünf Jahren aus wirtschaftlichen Gründen getötet, obwohl sie unter natürlichen Bedingungen 20 Jahre alt werden können. 

Wie wir den Kühen helfen können


All das ist unnötiges Leid: Wir Menschen benötigen die Muttermilch der Kühe nicht. Statt den Tieren ihre Kinder, ihre Milch und ihr Leben zu nehmen, können wir ganz einfach pflanzliche Milch verwenden. Ob Hafer, Soja, Mandel oder eine andere der zahlreichen Milchalternativen: Es ist für jeden etwas dabei! Auch Joghurt, Käse und Co. gibt es mittlerweile als pflanzliche Produkte zu kaufen. Probieren Sie sich doch einfach mal durch und finden Sie Ihre Favoriten! Erfahren Sie hier mehr zum Thema Milch. Hier haben wir tolle Milchalternativen und ihre passendsten Verwendungszwecke für Sie zusammengestellt.

Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: “Eutererkrankungen bei Milchkühen vermeiden”
Top Agrar (03.03.2020) “Streptococcus uberis ist Mastitiserreger Nummer eins”
Verband Deutscher Tierheilpraktiker: “Mastitis bei Milchkühen: Wirtschaftssektor”
Vetmedica: “Mastitis”Zeit Online (19.09.2018): “Jung, männlich, überflüssig”