HANNES JAENICKE: EINE DOKU FÜR DEN LACHS

In seiner neuesten Doku setzt der Schauspieler und Aktivist Hannes Jaenicke sich für einen der meist gegessenen Fische ein: den Lachs. Obwohl die Dokumentation noch nicht lange online ist, hat Jaenicke nach eigenen Angaben schon die erste Morddrohung erhalten. Seiner Meinung nach ein Zeichen dafür, dass er mit seiner Doku direkt ins Schwarze getroffen hat. Denn er offenbart in seinem Film Dinge, die die Lachsindustrie lieber für sich behalten hätte. 

SCHRECKLICHER ALLTAG IN DER LACHSFABRIK

Die Doku zeigt schockierende Aufnahmen aus der Aquakultur. Bis zu 200.000 Lachse werden dort in einem Netz von 50 Metern Durchmessern gehalten. Die Netzkäfige sind komplett überfüllt. Es sind viele deformierte und verletzte Fische zu sehen – manche von ihnen mit einem S-förmigen Körper. Sie verhalten sich äußerst ungewöhnlich, zum Beispiel indem sie immer wieder aus dem Wasser schießen und hart auf der Wasseroberfläche landen. Sie tun dies aufgrund der vielen Seeläuse, die einen extremen Juckreiz verursachen. Die Läuse fressen die Lachse langsam bei lebendigem Leib auf. Das Wasser ist trüb und schmutzig, überall schwimmen Exkremente und Abfall. “Warum sind uns Fische so egal? Weil sie nicht um Hilfe rufen können?”, fragt Jaenicke in seiner Doku.

AQUAKULTUR ZERSTÖRT DIE UMWELT

Die Aquakultur hat mit den typischen Problemen der Massentierhaltung zu kämpfen: Krankheiten brechen aus, Parasiten vermehren sich schnell, Abfall und Kot verschmutzen die Umwelt. Zur Bekämpfung der Läuse werden umweltschädliche Insektizide eingesetzt. Dennoch gelangen Parasiten und Viren durch die Netze in das Meer. Bis zu 65 Millionen Viruspartikel treten pro Stunde aus. Blut aus Fischverarbeitungsbetrieben wird ungefiltert in den Ozean abgepumpt. Die Wildlachse müssen auf ihrer Wanderung an unzähligen Fischfabriken vorbeischwimmen. Dabei infizieren sie sich mit dem Virus, werden von Läusen befallen oder durch aus den Netzkäfigen geflüchtete “Zuchtlachse” verdrängt. Die Zahl der Wildlachse sinkt rasant – und mit ihnen auch die Wasserqualität. Die Abfälle der Fischfarmen landen auf dem Meeresgrund und ersticken dort lebende Organismen, was zu einem reduzierten Sauerstoffgehalt des Wassers führt. Es entstehen immer mehr solcher “Todeszonen”. Obwohl wir wissen, dass die Ozeane das Klima stabilisieren und somit im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend sein können, zerstören wir rücksichtslos das Gleichgewicht der Meere. Die Lachse werden auf den Zuchtfarmen mit günstigem Soja gefüttert, in welchem Farbstoffe wie Carotin beigemischt sind. Regenwälder werden gerodet, Verbraucher*innen von der falschen rosanen Farbe des Lachsfleisches getäuscht.  „Wieso ist uns bei Fischen egal, was an Land undenkbar wäre?”, fragt Jaenicke. “Wir entnehmen dem Meer alles und geben lediglich unseren Dreck zurück.” 

WIR HABEN ES IN DER HAND

Doch die Doku macht auch Hoffnung. “Wir haben es in der Hand, was auf unserem Teller landet”, sagt Jaenicke und nimmt sich statt Fisch eine vegane Alternative von dem Sushi-Laufband. Und es stimmt: Wir können entscheiden, wie die Zukunft aussehen wird. Wenn der Wildlachs verschwindet, werden weitere Tiere davon betroffen sein. Wichtige Nährstoffe werden nicht mehr durch die Fische transportiert werden und am Ende leidet die ganze Welt unter dem Verlust. Sie können jetzt handeln, indem Sie sich für eine pflanzliche Ernährung entscheiden. Nicht nur für Ihre Gesundheit und die Gesundheit unseres Planeten – auch für die Lachse ist das die beste Entscheidung. Wie alle Tiere verdienen sie ein gutes Leben, sicher vor der Gier des Menschen.


Pflanzliche Alternativen zu Fisch und leckere Rezepte finden Sie hier.

Quellen:
Deutschlandfunk (16.06.2020): “Warum Zuchtlachs gefährlich für die Umwelt ist”
ZDF (16.06.2020): “Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs”