FISCHEREI: 3 SCHOCKIERENDE FAKTEN

Jedes Jahr werden Billionen von Fischen für den menschlichen Konsum getötet. Dabei wird weder Rücksicht auf das Schmerzempfinden der Tiere noch auf den Schutz der Meere genommen. Da die Fischerei vor allem auf dem Wasser agiert, fällt es umso leichter, sich von der Problematik zu distanzieren – obwohl sie am Ende auch uns betrifft, wie die drei folgenden Punkte zeigen:

  1. JEDER FÜNFTE FISCH STAMMT AUS ILLEGALER FISCHEREI

Bis zu 20 % der international gehandelten Fische stammen aus illegaler Fischerei. Dort werden auch geschützte Arten massenhaft gefischt und landen am Ende auch auf unseren Tellern. Zu dem Tierleid kommt die Ausbeutung von Menschen hinzu: In Armut lebende Menschen werden mit falschen Versprechungen in die illegale Fischerei gelockt. Sind sie erst einmal an Bord, gibt es kein Zurück mehr. Frühere Arbeiter*innen berichten, wie ganze Mannschaften versklavt und ohne Lohn zur Arbeit gezwungen wurden. Beschimpfungen, Schläge und Arbeit bis zur völligen Erschöpfung sind Alltag auf solchen Schiffen. Die Menschen bekommen sehr wenig Schlaf, einige von ihnen sind noch Kinder. Zudem fügt die illegale Fischerei dem Ozean noch mehr Schaden zu, als er ohnehin schon durch menschlichen Einfluss ertragen muss.

  1. DIE FISCHINDUSTRIE LÄSST GEISTERNETZE IN DEN MEEREN

10 % des weltweiten Plastikmülls in den Meeren stammt von sogenannten Geisternetzen. Diese verloren gegangenen Fischerei-Fanggeräte zersetzen sich nur äußerst langsam und können mehrere Jahrhunderte in den Meeren bleiben. Unzählige Meerestiere verfangen sich in den Netzen und sterben qualvoll. Sobald sich die Fanggeräte verkleinert haben, werden kleine Stücke davon von Fischen, Meeressäugetieren und Vögeln aufgenommen, wodurch viele der Tiere krank werden und sterben. Das Plastik in den Fischen gelangt schließlich auch in den menschlichen Magen, wenn wir Fische essen. Die Meeresökosysteme werden durch den Müll der Fischerei extrem geschädigt, was wiederum große Auswirkungen auf unsere Umwelt und das Klima hat.

  1. DIE MEERE SIND ÜBERFISCHT

Bei der kommerziellen Fischerei ziehen die  riesigen Netze jeden mit, der nicht rechtzeitig flüchten kann. Dadurch entstehen unglaubliche Mengen an sogenanntem “Beifang”: Meeresbewohner, die nicht das eigentliche “Fangziel” waren und daher tot oder verletzt wieder über Bord geworfen werden. Aquakulturen tragen ebenfalls zur Überfischung der Meere bei: Hier werden zehntausende Fische in überfüllten Tanks zusammengehalten. Für jedes Kilogramm dieser Fische werden bis zu fünf Kilogramm Meerestiere gefangen, mit denen Fische in Aquakultur größtenteils gefüttert werden. Wenn wir so weitermachen wie bisher, sind die Meere vielleicht bald leergefischt. Schon jetzt sind unzählige Arten vom Aussterben bedroht, wie zum Beispiel der Ostsee-Schweinswal, der einzige heimische Wal Deutschlands. Aktuell gibt es nur noch wenige Hundert Individuen dieser Art. Die Wale verfangen sich in Fischernetzen, leiden unter dem Lärm des Schiffsverkehrs und findet aufgrund der Überfischung immer weniger Nahrung. Durch unseren übermäßigen Fischkonsum werden Nahrungsnetze zerstört und bestehende Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht. 

ES LIEGT IN DER HAND VON UNS KONSUMENT*INNEN

Die Fischerei basiert auf dem Ausbeuten der Unterwasserwelten. Eine Branche, die auf dem grausamen Massentöten unschuldiger Lebewesen beruht, ist auch anfälliger, die menschlichen Arbeiter*innen auszubeuten. Zusätzlich trägt die Fischerei in großen Maßen dazu bei, unsere einzige Heimat zu zerstören. Wir können lange warten, bis sich die Zustände innerhalb der Branche verbessern. Oder wir entscheiden uns, sie nicht länger mit unserem Geld zu unterstützen. Wie Sie sich am fischfreundlichsten ernähren, erfahren Sie hier. Leckere pflanzliche Alternativen zu Fisch finden Sie hier.


Fische sind empfindungsfähige und intelligente Lebewesen, die Schutz und Achtung verdienen. Erfahren Sie hier mehr zu dem Leid der Fische.

Quellen:
Deutscher Bundestag (10.03.2020): “Umweltauswirkungen von Geisternetzen”
FAO: “GLOBEFISH – Information and Analysis on World Fish Trade”
Presseportal (14.05.2020): “Tod im Fischernetz: Wie ein streng geschützter Wal zum Aussterben gebracht wird”
Spiegel (28.02.2020): “Datenanalyse zeigt umstrittene Umlademanöver auf hoher See”
Süddeutsche Zeitung (13.05.2016): “Sklaven an Bord”ZDF (18.05.2018): “Mafia auf dem Meer”