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Niels Fuglsang EU Kommissar für Tierschutz

Der Weg zu einem EU-Kommissionsmitglied für Tierschutz


Unser General Manager Andre hat sich vor Kurzem im Parlament der Europäischen Union in Brüssel mit dem dänischen Abgeordneten Niels Fuglsang von der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokrat*innen im Europäischen Parlament zu einem Interview getroffen. 

Niels Fuglsang hat im EU-Parlament eine mündliche Anfrage gestellt, ob die EU-Kommission plant, der Forderung nach einem Kommissionsmitglied für Tierschutz aus der Kampagne #EuForAnimals nachzukommen. Europaweit wurde eine die Initiative begleitende Petition bereits mehr als 160.000 Mal unterschrieben.

Im Interview erklärt Niels, was die Ernennung eines solchen Kommissionsmitglieds bringen würde und wie groß die Unterstützung für die Kampagne in der Bevölkerung und im EU-Parlament ist. Außerdem erklärt er, welche Schritte als Nächstes erfolgen müssen, um das Ziel zu erreichen, dass ein Kommissionsmitglied für Tierschutz Verantwortung übernimmt.

Hier kannst du das Interview auf Deutsch übersetzt lesen

Andre: Sehr verehrte Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Freunde und Verbündete. Ich sitze hier heute im 11. Stockwerk des EU-Parlaments und begrüße euch ganz herzlich, wo ich neben Niels Fuglsang sitze, der einer der haupttreibenden Köpfe hinter der #EUForAnimals-Kampagne ist. Und wir haben heute die Möglichkeit, kurz mit ihm zu sprechen und die Kampagne genauer zu erläutern.

Zunächst einmal, Niels, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, uns für dieses Interview zu empfangen. Ich werde mit einer vielleicht wirklich eher provokanten Frage beginnen und ein bisschen den Anwalt des Teufels spielen, und fragen: Du änderst nur den Namen des Kommissionsmitglieds. Was soll das eigentlich bringen? Denn es ist nur ein Wort – das wird ja nichts ändern. Oder doch?

Niels Fuglsang: Nun, ich denke, es wird sich eine Menge ändern. Ich denke, wenn es uns gelingt, „Tierschutz“ in den Namen des Kommissars aufzunehmen, wird das bedeuten, dass jemand wirklich die Verantwortung für den Tierschutz trägt. Und wir brauchen eine Person mit einer klaren Verantwortung für den Tierschutz. Ich denke, wir sehen heute oft, dass niemand wirklich die Verantwortung für den Tierschutz übernimmt. Ich meine, es sind Kommissionsmitglieder, Politiker*innen, sie zeigen aufeinander, wenn es einen Skandal gibt. Und leider gibt es oft Skandale, wenn es um den Tierschutz geht. Wir sehen, dass Tiere misshandelt werden. Niemand übernimmt die Verantwortung. Wir bemühen uns um Maßnahmen, wir bemühen uns um eine bessere Gesetzgebung, aber wir brauchen eine feste Person, die das vorantreibt. Und deshalb denke ich, dass es nicht nur ein Signal ist. Die Einsetzung eines oder einer Tierschutzbeauftragten wird auch zu konkreten Maßnahmen für den Tierschutz führen. Ich denke also, es wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Andre: Ja, toll, danke. Apropos, du hast es tatsächlich geschafft, eine Menge Unterstützung zu sammeln und diese Kampagne hat etwas wirklich Besonderes und Einzigartiges an sich. Kannst du uns ein bisschen mehr über die Unterstützung erzählen, die du bekommen hast und was sie im Moment so besonders macht?

Niels Fuglsang: Nun, ich denke, es ist tatsächlich ziemlich einzigartig, dass wir eine so starke Unterstützung für diese Initiative haben. Mehr als einhundert Abgeordnete haben die mündliche Anfrage unterzeichnet, als wir sie im Frühjahr dieses Jahres eingebracht haben. Leider gab es einen kleinen Rückschlag, denn wie wir alle wissen, hat die Ukraine-Krise, die russische Invasion in die Ukraine, verständlicherweise die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Und deshalb versuchen wir es jetzt ein zweites Mal, wir machen einen zweiten Anlauf. Wir sammeln also wieder Unterschriften und es sieht so aus, als würden wir auch in der zweiten Runde viel Unterstützung bekommen. So viele Abgeordnete des Europäischen Parlaments unterstützen die Initiative und ich denke, es ist historisch. Und das denke nicht nur ich. Es ist historisch in dem Sinne, dass wir noch nie so viele Abgeordnete hinter einer Initiative wie dieser gesehen haben. Außerdem haben mehr als 160.000 Menschen, Bürger*innen, den Aufruf für ein Kommissionsmitglied für Tierschutz unterzeichnet. Und wir haben mehr als 40 Organisationen – Tierschutzorganisationen – die uns unterstützen, daher denke ich, dass es einzigartig ist, dass wir eine so breite Unterstützung haben. Ich denke, das zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger Maßnahmen fordern. Jetzt liegt der Ball bei den Politiker*innen hier im Europäischen Parlament: Wir müssen auf den Druck reagieren, auf die Forderung nach einem Kommissionsmitglied für Tierschutz. Das ist jetzt die Aufgabe.

Andre: Ja, danke für die Erklärung. Also, die zweite Runde der Unterschriftensammlung für den zweiten Anlauf zur mündlichen Anfrage läuft, das ist ja auch der Grund, warum ich hier bin. Was ist der nächste Schritt, wenn wir das abgeschlossen haben? Wie wird der weitere Prozess aussehen? Kannst du den Zuschauenden ein wenig erklären, wie das strukturiert ist, und was die nächsten Herausforderungen sein werden?

Niels Fuglsang: Wenn wir hier in der zweiten Runde die Unterschriften haben – und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir mit eurer Hilfe und der Hilfe anderer guter Kräfte genügend Unterschriften haben werden –, dann brauchen wir die Vorsitzenden der Fraktionen im Parlament. Also die liberale, die sozialdemokratische, die konservative, die grüne – die verschiedenen Fraktionen im Europäischen Parlament. Die Frage wird dann auf deren Tischen landen und wir brauchen ihre Zustimmung, damit wir die Debatte im Plenum des Europäischen Parlaments führen können. Wir werden also das zuständige Kommissariat einschalten und die Frage stellen, ob es notwendig ist, ein Kommissionsmitglied für Tierschutz zu haben. Und dann werden wir mit der Kommissarin debattieren, und hoffentlich werden wir, wenn wir zu diesem Punkt kommen – und daran arbeiten wir jetzt – in der Lage sein, genug Druck auf die Europäische Kommission auszuüben. Damit sie ihre Politik ändert und erkennt, dass es an der Zeit ist, dieses Kommissionsmitglied für Tierschutz zu haben. Und ich glaube, das wird passieren, ich hoffe, das wird passieren, aber ich glaube, wir haben eine echte Chance. Denn ich glaube auch, dass die Europäische Kommission erkennen kann, dass der Tierschutz für einen großen Teil der Bevölkerung immer wichtiger geworden ist. Und wenn die EU eine politische Institution sein soll, die tatsächlich auf die Forderungen ihrer Bevölkerung, auf deren Interessen eingeht und sich für ihre Bürger*innen relevant macht, dann muss sie dem Tierschutz jetzt Vorrang einräumen. Wir haben also das Momentum, wir haben eine gute Chance, erfolgreich zu sein und darauf arbeiten wir jetzt hin.

Andre: Toll. Ich danke dir, Niels. Das war’s für den Moment. Vielen Dank für deine Zeit, ich weiß das wirklich zu schätzen.

Niels Fuglsang: Ich danke euch für euren Einsatz.

Andre: Danke.


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