Amazonas: Verheerende Waldbrände

Der Amazonasregenwald in Brasilien brennt. Und zwar so heftig, dass in einigen Bundesstaaten Brasiliens der Notstand ausgerufen wurde. Menschen und Tiere leiden unter der extrem starken Rauchentwicklung, die sogar aus dem Weltall zu sehen ist und nun auch angrenzende Länder bedroht. Die Trockenzeit und die derzeit herrschende Dürre begünstigen die Waldbrände. Auslöser sind wohl aber vor allem illegale Abholzung und Brandrodung im Amazonasgebiet. Viehzüchter*innen sollen gezielt Feuer gelegt haben, um an Fläche für ihre Rinderzucht und den Anbau von Futtermitteln zu gelangen. Expert*innen zählen allein in diesem Jahr bereits über 72.000 Brände – ein neuer trauriger Rekord.

Der rechtspopulistische Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, steht deswegen schon länger massiv in der Kritik. Er leugnet die Klimakrise und gilt als Förderer der Agrar-Export-Industrie. Die Zerstörung des Amazonasregenwaldes hat sich seit seinem Amtsantritt stark beschleunigt. Alleine in diesem Sommer wurde fast viermal mehr Waldfläche gerodet als in den vergangenen Jahren.

Der weltweit stetig steigende Bedarf von Weideflächen für die Rinderzucht sowie von Anbauflächen für Futtermittel wie Soja und Getreide für die Massentierhaltung führt zur Rodung und dem Verlust des wertvollen Amazonasregenwalds. In den Jahren 2004 bis 2013 verschwand im Amazonasgebiet im Schnitt jede Minute eine Regenwaldfläche so groß wie etwa drei Fußballfelder. Für dieses Jahr rechnen Expert*innen mit einen Anstieg um insgesamt 45 % der illegalen Abholzung im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem der Fleischhunger der westlichen Nationen treibt diese Entwicklung voran. Die Europäische Union zählt zu den Hauptabnehmern von Futtermitteln wie Soja für die heimische Massentierhaltung, Spitzenreiter innerhalb der EU: Deutschland.

Der voranschreitende Verlust des Amazonasregenwaldes hat weitreichende Konsequenzen für uns Menschen. Das Gebiet gilt als „Grüne Lunge“ unserer Erde: es speichert Kohlenstoff und produziert rund ein Fünftel des weltweit bei der Photosynthese von Algen und Pflanzen entstehenden Sauerstoffs. Außerdem ist es die Heimat zahlreicher indigener Bevölkerungsgruppen, die dort noch auf traditionelle Art und Weise leben. Daneben beherbergt der Amazonasregenwald eine überwältigende Artenvielfalt. Studien zufolge gibt es dort mehr als 5.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten. Sie alle – Menschen, Tiere und Pflanzen – sind nun bedroht.

Quellen:
Süddeutsche Zeitung (21.08.2019). „Feuer frei„.
Spiegel Online (21.08.2019). „Brasiliens Regenwald steht in Flammen„.
OroVerde – Die Tropenwaldstiftung. „Soja und Fleischkonsum: Zusammenhänge, Hintergründe und Fakten„.