MEXIKO: ANIMAL EQUALITYS INITIATIVE GEGEN LEBENDTIERMÄRKTE

Um die unmittelbare Bedrohung der öffentlichen Gesundheit in Mexiko aus der Welt zu schaffen, hat Animal Equality in einer Zusammenarbeit mit der mexikanischen Senatorin Jesusa Rodriguez eine gesetzliche Initiative eingereicht, welche illegale Schlachthäuser und Lebendtiermärkte sowie den Verkauf von lebenden Tieren an diesen Orten verbieten soll.

DIE DETAILS

Die Initiative, die vor kurzem dem mexikanischen Senat vorgestellt wurde, zielt darauf ab, Betreiber*innen von illegalen Schlachthäusern und Lebendtiermärkten zur Rechenschaft zu ziehen. In diesen Einrichtungen werden Tiere brutal getötet und offizielle Gesetze des Landes verletzt. Sie sind für die Missachtung von für die Lebensmittelsicherheit wichtigen hygienischen Maßnahmen berüchtigt und stellen ein Risiko für die Ausbreitung von Krankheitserregern dar, zusätzlich zu der extremen Misshandlung von Tieren. Die Initiative fordert zudem Folgendes:

  • Das Allgemeine Gesundheitsgesetz soll erneuert und das Töten von Tieren auf öffentlichen Plätzen als Straftat betrachtet werden. 
  • Das Bundesstrafgesetzbuch soll ebenfalls erneuert werden, sodass jede*r bestraft wird, der*die mit tierischen Produkten handelt, welche weder die Reduzierung des Tierleids noch angemessene Hygienestandards garantieren und damit ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen.
  • Betreiber*innen eines illegalen Schlachthauses sollen angezeigt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden können.

GEFAHR FÜR DIE GLOBALE GESUNDHEIT

Lebendtiermärkte wie der in Wuhan, China, wo Wissenschaftler*innen den Ursprung von COVID-19 vermuten, stehen aufgrund der Gefahr für die globale Gesundheit unter Druck zu schließen. Lebendtiermärkte in Mexiko und anderswo sollten weltweit alarmieren. Diese Orte haben sich als ideale Brutstätten für Ausbrüche von zoonotischen Krankheiten bewiesen, wie zum Beispiel auch von der, welche momentan die ganze Welt plagt.

75 PROZENT DER NEUEN KRANKHEITEN KOMMT VON TIEREN 

Die Coronavirus-Pandemie hat den Handel und Konsum von Tieren ins Rampenlicht gerückt, insbesondere die Tierhaltungspraktiken, welche für den Ausbruch von Krankheiten wie SARS und MERS verantwortlich sind. Laut Schätzungen der Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention kommen drei von vier neuen Infektionskrankheiten bei Menschen ursprünglich von Tieren. Das Gesundheitsrisiko tierischer Produkte findet sich nicht nur im Konsum exotischer Tiere in fernen Ländern wieder; aufgrund der schlechten Haltungsformen kann es überall zu Ausbrüchen kommen. Beispiele sind hier die Schweinegrippe-Pandemie, welche 2009 in Mexiko begann, oder die kürzlich aufgetretene hoch krankheitserregende Vogelgrippe in South Carolina in den USA.

ENTHÜLLTE GRAUSAMKEIT

Vor kurzem hat das Team  von Animal Equality in Mexiko bisher unveröffentlichte Bilder von Undercover-Recherchen in Schlachthäusern und Lebendtiermärkten veröffentlicht. Diese Recherchen haben die mangelhaften Sicherheits- und Hygienemaßnahmen dieser Einrichtungen sichtbar gemacht. Das Bildmaterial zeigt auch, dass die Tiere ohne Kontrollen in Privathäusern, Hinterhöfen und Lagerhäusern brutal getötet werden.

DAS SAGT ANIMAL EQUALITY DAZU

“Angesichts der aktuellen globalen Gesundheitskrise können wir dem, was sie vermutlich verursacht hat, nicht gleichgültig gegenüberstehen. Lebendtiermärkte und illegale Schlachthäuser sind die Orte, an denen die schlimmsten Gewalttätigkeiten gegen Tiere begangen werden. Mit ihrer Rolle in der Verbreitung von Tierkrankheiten stellen diese Einrichtungen eine klare gegenwärtige Gefahr für die Gesundheit aller Menschen dar.”

Dulce Ramírez, Geschäftsführende Leitung von Animal Equality in Mexiko

WIE ES WEITERGEHT 

Bald wird der mexikanische Senat über den Gesetzesvorschlag abstimmen. Bis das passiert, werden wir weiterhin die lokalen Entscheidungsträger*innen dazu auffordern, diese historische Initiative zu unterstützen. Neben dieser Initiative setzt Animal Equality sich aktuell auch mit einer globalen Kampagne für die Schließung der Lebendtiermärkte weltweit ein. Im April gestartet, hat die Kampagne nun schon über 450.000 Unterschriften erreicht. 

ERFAHREN SIE HIER MEHR ZU UNSERER KAMPAGNE FÜR EIN VERBOT VON LEBENDTIERMÄRKTEN.

Quellen:
Centers for disease control and prevention: “Frequently Asked Questions and Answers”“Zoonotic diseases” , “Origin of 2009 H1N1 Flu (Swine Flu): Questions and Answers”
Poultry World (15.04.2020): “US battles high pathogenic bird flu in South Carolina turkey farm”
Vox (06.03.2020): “Why new diseases keep appearing in China”WHO: “SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)”