Die Folgen der COVID-19-Krise für Tiere in Massentierhaltung

Angesichts der globalen Corona-Pandemie, erleben wir die Folgen zoonotischer Krankheiten aktuell aus erster Hand. Der Handel und Konsum von Wildtieren, industrielle Landwirtschaft und die Abholzung von Regenwäldern sind nur ein paar Beispiele für Faktoren, die eine Entstehung und Verbreitung bedrohlicher Infektionskrankheiten wie COVID-19 begünstigen können. Täglich verfolgen wir die Nachrichten und setzen uns mit den drastischen Auswirkungen des Virus auf den Menschen auseinander. Doch wie wirkt sich die Pandemie auf die Tiere aus, die hinter den verschlossenen Türen der “Nutztierhaltung” leiden müssen?

TIERE LEIDEN UNTER VERNACHLÄSSIGUNG

Weil Mitarbeiter*innen weltweit an dem Virus erkranken und in vielen Ländern ein Großteil der Arbeitskräfte während der Saisonarbeit wegfallen, bleiben Tiere in den Mast- und Zuchtbetrieben häufig ohne Grundversorgung, Nahrung und Wasser und sind der Gefahr eines langsamen und schmerzhaften Todes ausgesetzt. 

TIERE WERDEN GETÖTET UND LEBENDIG BEGRABEN

Andere Tiere in den Ställen und Betrieben der Massentierhaltung treffen die verheerenden Konsequenzen der Epidemie in Form einer frühzeitigen Tötung, noch vor der eigentlichen Schlachtung:

Als in Indien Gerüchte kursierten, die einen Zusammenhang zwischen dem Ausbruch des Coronavirus und dem Verzehr von Fleisch für möglich erachteten, ergriff ein Bauer drastische Maßnahmen. Angesichts der gesunkenen Nachfrage, war die Hühnerhaltung für ihn nicht mehr profitabel: ein Huhn am Leben zu halten kostete nun mehr Geld, als das Tier auf dem Markt überhaupt wert war. Um Schulden zu vermeiden, begrub der Landwirt seine 6000 Hühner lebendig. 

In den USA kündigte das  Fleischunternehmen Allen Harim vor wenigen Tagen an, in ihren Betrieben bald mit der frühzeitigen Keulung von Hühnern zu beginnen, um so das um die Hälfte der Mitarbeiter*innen reduzierte Personal zu entlasten. 

Tiere die einen unnötigen und besonders grausamen Tod erleiden, sind beim Ausbruch bedrohlicher Pandemien leider keine Seltenheit: Beim Versuch, die Afrikanische Schweinepest und die Vogelgrippe gleichermaßen einzudämmen, wurden in den letzten Jahren unzählige Schweine und Hühner bei lebendigem Leib verbrannt

TIERE VERHUNGERN

Als viele Fabriken während des Ausbruches des Coronavirus in China die Produktion einstellten, wurden Futtermittel für Tiere in den Betrieben knapp. Durch die Einführung von Reisebeschränkungen, wurde zudem die Infrastruktur internationaler Transporte durchbrochen und bald fehlte es landwirtschaftlichen Betrieben an Nahrungsmitteln für ihre Tiere. Millionen von Hühnern in der Fleischproduktion wurden in China vorzeitig für ihr Fleisch gekeult, während andere Tiere bei reduzierten Tagesrationen Hunger leiden mussten. 

TIERE STERBEN WÄHREND DES TRANSPORTES:

Wie Animal Equality bereits zuvor berichtete, führen Unternehmen der Lebensmittelbranche, die zur systemrelevanten Infrastruktur gehören ihre Arbeit während der Pandemie fort. Darunter auch: Schlachthöfe, Mast- und Zuchtbetriebe, die weiterhin Tiere innerhalb nationaler, europäischer und außereuropäischer Grenzen zu Schlachthöfen transportieren. Weil die EU seit dem Ausbruch der Pandemie verstärkte Kontrollen einführte, kommt es seither an den Grenzübergängen zu stundenlangen Staus. Für die lebenden Tiere in den Transportfahrzeugen, werden die ohnehin schon enorm stressigen Reisen aufgrund der gestörten Abläufe zu qualvollen Höllenfahrten. Viele sterben bereits auf dem Weg zum Schlachthof.

WAS WIR UNS ERHOFFEN

Während Wissenschaftler*innen davon ausgehen, dass der Ausbruch des tödlichen Corona-Virus auf einen Lebendtiermarkt in Wuhan in China zurückzuführen ist, wird die Frage nach der Verbindung zwischen den Ursprüngen zoonotischer Krankheiten und den häufig beengten und unhygienischen Bedingungen in den Ställen der industriellen Landwirtschaft zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert. 

Zum Schutz von Millionen von Tieren und zum Schutz unser aller Gesundheit wünschen wir uns deshalb: 

  • Ein weltweites, endgültiges Verbot von Lebendtiermärkten. Bitte unterschreiben Sie hier unsere Petition und unterstützen Sie unsere Kampagne!
  • Eine steigende Anzahl an Menschen, die sich für eine pflanzliche Ernährung entscheiden, um das Risiko künftiger Pandemien zu verringern.
  • Eine zunehmende Bereitschaft landwirtschaftlicher Betriebe, zum Schutz von Menschen und Tieren auf den Anbau von Obst und Gemüse umzusteigen.
  • Mehr Platz für die Tiere, die in “Nutztierhaltung” geboren werden und dort leben müssen, um die Gefahr der Ausbreitung durch beengte Platzverhältnisse zu verringern. 
  • Ein Verlangsamung der Tötungsrate in Schlachthöfen, um eine ordentliche Inspektion und gesetzmäßige Betäubung der Tiere vor der Schlachtung zu ermöglichen und unnötiges Leid zu verhindern.
  • Ein Verbot grausamer Lebendtiertransporte, um die Ausbreitung von Krankheiten über Grenzen hinweg zu verhindern.

WAS SIE TUN KÖNNEN

Indem Sie sich für eine tierleidfreie, vegane Ernährungsweise entscheiden, können Sie Tiere vor einem grausamen Schicksal als “Nutztier” verschonen und die gesundheitlichen Gefahren, die von intensiver Tierhaltung ausgehen, verringern. Probieren Sie es heute noch aus!

JETZT PETITION GEGEN LEBENDTIERMÄRKTE UNTERZEICHNEN