CHINA: YULIN HUNDEFLEISCH-FESTIVAL FINDET WIEDER STATT

Den politischen Entwicklungen und der internationaler Ablehnung zum Trotz, findet auch in diesem Jahr erneut das Yulin Hundefleisch-Festival statt. Bei dem 10-tägigen Event, das am vergangenen Wochenende startete, werden jährlich über 10.000 Hunde gegessen. Bilder – und Videoaufnahmen zeigen an Marktständen aufgebahrte tote Hunde und lebende Welpen, die auf einem Markt außerhalb von Yulin verkauft werden. Neben Hunden wird auf dem Festival auch Katzenfleisch und Lebensmittel wie Früchte und Alkohol angeboten.

Erst vor wenigen Wochen hatte Chinas Regierung Hunde offiziell aus der Liste der Tiere gestrichen, die kommerziell gezüchtet und verkauft werden dürfen. Obwohl der Erlass des chinesischen Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten kein vollständiges Verbot des Verzehrs von Hundefleisch bedeutet, verbietet die Unterscheidung den Verkauf von lebenden Hunden und Hundefleisch als Nahrungsmittel und macht es darüber hinaus illegal, Hundefleisch in Restaurants, auf Märkten und in Schlachthäusern zu verkaufen. Die Städte Shenzhen und Zhuhai hatten bereits zuvor den Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch ausdrücklich verboten.

Die Bemühungen der chinesischen Regierung scheinen sich, zumindest in diesem Jahr, noch wenig auf die Veranstaltung und die tierquälerischen Praktiken auszuwirken. Aktivist*innen berichten davon, wie Hunde öffentlich, ohne Betäubung und ohne Einhaltung jeglicher Hygienevorschriften auf grausame Weise getötet werden. Ein Großteil der Tiere wird illegal auf Straßen gefangen oder von ihren Halter*innen  gestohlen und anschließend nach Yulin transportiert. Sie müssen Tausende von Kilometern zusammengepfercht in engen Käfigen, ohne Wasser und Nahrung zurücklegen. Viele von ihnen verletzen sich, werden krank oder überleben die beschwerliche Reise nicht. 

Das Festival in Yulin zieht jedes Jahr weltweite Aufmerksamkeit auf sich und wird in diesem Jahr noch genauer verfolgt. Schließlich findet es mitten in der globalen Corona-Pandemie statt und unterscheidet sich nur unmerklich von anderen Lebendtiermärkten, die, als besondere Schnittstelle zwischen Menschen und verschiedenen Tierarten, eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen. Wissenschaftler*innen vermuten, dass auch der Ausbruch des gefährlichen Covid-19 Virus auf einen solchen Lebendtiermarkt in Wuhan in China zurückzuführen ist. Die WHO warnte zudem davor, dass der Handel von Hundefleisch erheblich zu den Risiken einer Verbreitung von Cholera, Tollwut und anderer tödlicher Krankheiten beiträgt. In den vergangenen Jahren reisten zehntausende Besucher*innen zur Teilnahme am Hundefleisch-Festival in die südchinesische Stadt Yulin. In diesem Jahr wird die Besucherzahl angesichts der Pandemie vermutlich deutlich geringer sein. Große Menschenmengen würden das Infektionsrisiko auf den Märkten noch erhöhen.

Obwohl die Veranstaltung in diesem Jahr wie gewohnt stattfindet, wurden Fleischverkäufer*innen vor Ort von der Regierung offenbar bereits über das künftig greifende Verbot des Hundefleischkonsum und -handels aufgeklärt. Nach Gesprächen mit den Handeltreibenden vor Ort, zeigen sich chinesische Tierschutzaktivist*innen zuversichtlich, dass das diesjährige Hundefleisch-Festival das Letzte in Yulin sein könnte. 

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