Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
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Unser Beitrag zur EU-Nutztierstrategie für eine echte Reform der Tierschutzgesetze

Wir haben unsere Forderungen für eine Tierschutzreform mit verbindlichen Maßnahmen, ein Verbot der Käfighaltung sowie ein Ende des Kükentötens beim „Call for Evidence“ der Europäischen Kommission eingereicht. Ohne konkrete gesetzliche Verordnungen und mit dem starken Einfluss durch die Agrarindustrie bleiben Millionen Tiere in der EU weiterhin ohne wirksamen Schutz – das muss sich ändern.
April 14, 2026
Huhn im Käfig
Foto: Andrew Skowron
Huhn im Käfig
Foto: Andrew Skowron

In unserem Beitrag zum „Call for Evidence“ der Europäischen Kommission zur EU-Nutztierstrategie fordern wir, dass der Schutz von Tieren ein zentrales, verbindliches Ziel wird. Dieser politische Prozess darf nicht von demselben Ungleichgewicht beim Zugang zu Entscheidungsträger*innen geprägt werden, das die letzten 15 Monate der Tierschutzpolitik bestimmt hat.

Worum geht es bei diesem Prozess genau?

Dieser „Call for Evidence“ ist ein formelles Instrument, mit dem die Europäische Kommission über das Portal „Have Your Say“ (Ihre Meinung zählt) um Stellungnahmen bittet. Damit können insbesondere Fachleute und Organisationen wie Animal Equality, aber auch Einzelpersonen, Unternehmen, Industrie und Wissenschaft Beiträge einreichen, um künftige politische Maßnahmen mitzugestalten.

Das Arbeitsprogramm 2026 der Kommission enthält nicht die versprochenen Gesetzesänderungen wie ein Verbot von Käfigen, und die Kommission konzentriert sich lediglich auf einen Leitfaden statt auf ein verbindliches Gesetz.

Mit unserer Beteiligung am „Call for Evidence“ setzen wir uns dafür ein, dass der Schutz von Tieren vollständig in die EU-Politik für Tiere in der Agrarindustrie integriert werden sollte – nicht nur auf dem Papier, sondern durch verbindliche Gesetze. So wird sichergestellt, dass politische Zusagen in messbare, durchsetzbare und konsequente Maßnahmen übersetzt werden. Die Gewinne der Industrie dürfen nicht im Mittelpunkt stehen.

Einfluss der Industrie auf die Politik

Dieser Beitrag erscheint nur wenige Wochen, nachdem wir eine Analyse von 708 öffentlichen Treffen der beiden für den Tierschutz zuständigen EU-Kommissare – Olivér Várhelyi und Christophe Hansen – sowie ihrer Kabinette zwischen Dezember 2024 und März 2026 veröffentlicht haben.

Die Daten zeigen eine alarmierende Realität: Laut den Transparenzregistern haben Vertreter*innen der Fleisch-, Geflügel- und Milchindustrie in diesem Zeitraum mehr als 46 Mal mit den Kommissaren über den Schutz von Tieren gesprochen. Mit Tierschutzorganisationen haben sich die Kommissare hingegen nur siebenmal getroffen.

„Dieses Ungleichgewicht beim Zugang ist nicht nur ein Transparenzproblem; es ist ein politisches Problem. Die Nutztierstrategie wird in einem Umfeld entworfen, in dem die Industrie fast siebenmal mehr Zugang zu Entscheidungsträger*innen hatte als jene, die Tiere verteidigen. Dieser Beitrag ist unsere formelle Intervention in diesem Prozess.“
Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland.

Transparenz und Rechenschaftspflicht

Animal Equality hat am 11. März 2026 Anträge auf Dokumentenzugang bei den Kabinetten von Hansen und Várhelyi gestellt. Die Kommission hat die Frist bis Ende April verlängert und die Notwendigkeit betont, „Dritte zu konsultieren“ – was bedeutet, dass mehrere Dienststellen einbezogen werden müssen – und damit zugleich bestätigt, dass relevante Dokumente existieren.

Entscheidend ist, dass diese neue Frist mit der Plenardebatte des Europäischen Parlaments (27.–30. April) zusammenfällt. In dieser Debatte geht es darum, ob die Kommission ihr Versprechen endlich erfüllt, die Rechtsvorschriften zum Schutz von Tieren zu überarbeiten und Käfige zu verbieten.

Der Wandel hat längst begonnen

Die Kommission ist bereits durch die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“, die Farm-to-Fork-Strategie und die „Vision for Agriculture and Food“ klare Verpflichtungen eingegangen. Alle diese Prozesse enthalten explizite Zusagen, die Rechtsvorschriften zum Schutz von Tieren zu überprüfen. Doch die Kommission debattiert weiterhin über „Kosten und Machbarkeit“.

„Nicht-legislative Strategien garantieren keine Ergebnisse. Die Kommission hatte bis Ende 2023 konkrete Gesetzesvorschläge versprochen. Sie kamen nie. Das Arbeitsprogramm 2026 enthält kein Käfigverbot. Ohne verbindliche gesetzliche Folgemaßnahmen droht diese Strategie zu einem weiteren gebrochenen Versprechen zu werden – dem fünften in fünf Jahren.“
Matteo Cupi, Vizepräsident von Animal Equality in Europa

Auch die Öffentlichkeit macht immer wieder deutlich, dass sie mehr Tierschutz fordert. So haben beispielsweise mehr als 1,4 Millionen Bürger*innen mit „End the Cage Age“ ein Käfigverbot gefordert. Ebenso zeigen Maßnahmen, dass ein Wandel machbar ist. Unter anderem werden in Deutschland weitestgehend keine Hühner in der Eierproduktion mehr in Käfigen gehalten.

Die EU und ihre Gesetzgebung hinken jedoch immer noch hinterher. Die Kommission muss endlich ihre Versprechen halten und klare Gesetze zum Tierschutz durchsetzen.

Setz dich für die Tiere ein!

Unterzeichne unseren Offenen Brief an die EU-Kommission:

Unser Beitrag auf Have Your Say

Wir fordern in unserem Beitrag, dass drei konkrete Maßnahmen in die gesetzliche Überprüfung 2026 aufgenommen werden:

  • Ein Ausstieg aus der Käfighaltung.
  • Ein Verbot des Tötens männlicher Küken.
  • Die Abschaffung der Zwangsmast in der Foie-gras-Produktion

LEBE DEIN MITGEFÜHL

Einer der effektivsten Wege, um das Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere nachhaltig zu verbessern, ist der Umstieg auf pflanzliche Alternativen. Besuche Love Veg und starte noch heute mit einer pflanzlichen Ernährungsweise.


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Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) plant die verpflichtende Videoüberwachung in deutschen Schlachthöfen. Ein wichtiger Schritt – doch der Gesetzentwurf geht nicht weit genug: Millionen Tiere würden jährlich weiterhin ohne verpflichtende Aufzeichnungen in kleineren Schlachthöfen getötet. In unserer beim BMLEH eingereichten Stellungnahme fordern wir umfassende Nachbesserungen des Gesetzesentwurfs.
1. April 2026

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Zwei Tage intensive Proteste in Brüssel, eine alarmierende Datenanalyse und ein klares Ergebnis: Die Agrarindustrie hat zehnmal mehr Zugang zu dem EU-Tierschutzkommissar als Tierschutzorganisationen. Wer entscheidet in Wahrheit über den Tierschutz in der EU? Die Bürger*innen oder die Industrie, die von der Ausbeutung von Tieren profitiert? Diese entscheidende Frage haben wir mit mehr als hundert Aktivist*innen aus ganz Europa bei unseren Protesten am 23. und 24. März 2026 vor den Türen der EU-Kommission in Brüssel gestellt.