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Irland: 400 Kälber tot aufgefunden

Der tragische Tod von Hunderten von Kälbern, die vor einigen Wochen auf einem Haltungsbetrieb in Limerick (Irland) gefunden wurden, zeigt erneut das Elend der Tiere in der Milchindustrie.
September 21, 2022
totes kalb Totes Kalb

Wie die irische Zeitung „Irish Times“ berichtet1, hat das irische Landwirtschaftsministerium eine Untersuchung auf einem Tierhaltungsbetrieb in Limerick im westlichen Teil Irlands eingeleitet, nachdem dort fast 400 Kälber tot aufgefunden wurden. Die Leichen wurden entdeckt, nachdem in der Nähe ein starker Verwesungsgeruch wahrgenommen wurde, der von dem Betrieb ausging. Die Kälber starben Berichten zufolge aus vielen verschiedenen Gründen, unter anderem an Krankheiten und Unterernährung.

Wie Animal Equality in mehreren Recherchen dokumentiert hat, ist die Vernachlässigung von Kälbern eine gängige Praxis in der Milchindustrie. Diese Tiere sind für die Industrie nicht profitabel, da sie zu Rassen gehören, die auf hohe Milchleistung gezüchtet wurden. Die männlichen Kälber können keine Milch geben, setzen aber auch weniger Muskeln an und wachsen langsamer als die Rassen, die für die Fleischproduktion gehalten werden. Eine ähnliche Situation wie für die männlichen Küken in der Eierindustrie.

Und das Problem ist gravierend: Laut dem Artikel der „Irish Times“ werden in Europa jedes Jahr etwa 200.000 Kälber aus Irland importiert1. Die, die in Irland bleiben, werden zu niedrigsten Preisen verkauft – teilweise für nicht mehr als 5 Euro pro Tier.

Das gilt auch für Deutschland und die EU: Obwohl die Preise für Kälber gerade relativ hoch sind, gehen langfristige Prognosen eher in Richtung sinkender Preise – weil die Milchproduktion ungebrochen steigt2.

Undercover-Recherche auf der Madox Farm, Carmarthenshire, Südwales

Der Fall in Limerick ist keineswegs ein Einzelfall: Der Artikel verweist auch auf einen ähnlichen Fall aus Galway (Irland). Dort wurden im vergangenen Jahr auf einem Haltungsbetrieb 270 Kälber tot vorgefunden; ebenfalls gestorben an Krankheiten und Unterernährung. 

In einer kürzlich durchgeführten Undercover-Recherche von Animal Equality im Vereinigten Königreich wurden außerdem vorsätzliche Misshandlung und Vernachlässigung von über 650 Rindern und Kälbern aufgedeckt, die auf dem Betrieb Madox Farm gehalten wurden. Dieser Betrieb hat „Freshways“ beliefert, einen der größten dortigen Händler von Milchprodukten. 

Doch die Milchindustrie ist nicht nur rücksichtslos gegenüber Kälbern, sondern auch gegenüber ihren Müttern. Die Bilder unserer Recherche auf der Madox Farm dokumentieren, wie das Personal Rinder mit Tritten und Schlägen ins Gesicht und in den Magen traktiert und wie auf die Tiere mit scharfen Metallschaufeln einschlagen wird. Die Bilder haben Millionen von Zuschauer*innen gesehen – sie wurden im britischen Fernsehen auf BBC One gezeigt.

Sieh dir hier das Video unserer Recherche über die Rinder- und Kälberhaltung in Großbritannien an:

Seit 2017 hat Animal Equality in mehr als 140 Milchproduktionsbetrieben auf der ganzen Welt ermittelt. Dabei haben wir die Gewalt dokumentiert, die systematisch an Rindern ausgeübt wird. Etwa die ständigen Zwangsschwangerschaften, die schmerzhaften Trennungen von Müttern und ihren Kälbern und die unnatürlich hohe Milchproduktion, durch die die Tiere krank werden.

©Andrew Skowron

Auf unserem Blog haben wir außerdem darüber berichtet, warum die Tiere auch in der Milchindustrie getötet werden. Weil sie nach wenigen Jahren weniger Milch produzieren und für die Betriebe zu teuer werden – dann werden sie als Jugendliche getötet und zu billigem Hackfleisch verarbeitet. Weil sie an Krankheiten sterben – 6 % der Tiere überleben die Bedingungen in den Milchbetrieben nicht, obwohl sie noch jung sind. Und auch, weil die männlichen Kälber keine Milch produzieren und deshalb schnell getötet und als billiges Kalbfleisch verkauft werden.

Animal Equality wird auch weiterhin Recherchen durchführen und diese Branche anprangern, die oft als idyllisch oder tierfreundlich dargestellt wird. Die sich aber jedes Mal als gewalttätig gegenüber den Tieren erweist, wenn wir in ihr ermitteln.

Angesichts dieser grausamen Praktiken kann jede*r von uns seinen Teil dazu beitragen, den Rindern und Kälbern zu helfen, die tagtäglich misshandelt und ausgebeutet werden, indem wir uns für eine pflanzenbasierte Ernährung entscheiden.

Unterschreibe auch unsere Petition für ein Ende der industriellen Tierhaltung, wenn du es noch nicht getan hast und teile sie mit deinen Freund*innen und deinen Bekannten.


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