Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
Neuigkeiten

RECHERCHE: Grausamkeiten und illegale Handlungen in einem Schweineschlachthof

Wir haben schwerwiegende Verstöße gegen die offiziellen mexikanischen Normen und grausame Handlungen dokumentiert, die kein Einzelfall sind, sondern in der mexikanischen Fleischindustrie die Regel darstellen, und wir haben dies bei den Behörden angezeigt.
Oktober 22, 2021 Aktualisiert: 22. Oktober 2021

In den letzten fünf Jahren hat Animal Equality in Mexiko 22 Schlachthöfe untersucht. Jedes Mal wurden Grausamkeiten und illegale Handlungen aufgedeckt, diesmal an Schweinen im städtischen Schlachthof von Tizayuca, Hidalgo.

Die von den Ermittler*innen aufgenommenen Bilder zeigen, dass die Mindestnormen für den Tierschutz in keiner Weise eingehalten werden: 

  • Die Betreiber*innen gehen brutal und gewalttätig mit den Schweinen um, schlagen sie mit Stöcken und treten sie, was den Tieren extreme Angst, Stress und Schmerzen bereitet;
  • Schweine, die mehr als 100 Kilogramm wiegen, werden bei Bewusstsein an einer ihrer Gliedmaßen hochgezogen, was zu Bänderquetschungen und -rissen führen kann;
  • die Tiere werden nicht betäubt, bevor sie hochgezogen und getötet werden, und wenn sie in seltenen Fällen betäubt werden, werden ihre Köpfe dabei verbrannt;
  • die hygienischen Bedingungen sind erschreckend: Die Schweine befinden sich inmitten von Blut, Fäkalien und Organen;
  • Schweinen wird die Kehle aufgeschlitzt und sie verbluten bei vollem Bewusstsein, was zu extremer Panik und Leid führt;
  • Schweine befinden sich noch bei Bewusstsein, bevor sie in den Tank mit kochendem Wasser geworfen werden.

Die in diesem Schlachthof beobachtete Handhabung vor und während der Schlachtung missachtet das Wohlergehen der Tiere vollständig und verstößt gegen die Empfehlungen der Weltorganisation für Tiergesundheit, da sie Tierleid verursacht (OIE, 2021). 

“Das beobachtete schlechte Management ist vor allem auf die schlechte Konzeption des Schlachthofs, fehlende Ausrüstung und mangelnde Ausbildung des Personals zurückzuführen. All diese Faktoren gefährden das Wohlergehen der Tiere und des Personals, was sich möglicherweise negativ auf die öffentliche Gesundheit auswirkt.” – Dr. Giuliana Miguel-Pacheco, Tierschutzexpertin.

Nach einem Leben voller Entbehrungen und Misshandlungen in den landwirtschaftlichen Betrieben, in denen sie aufgezogen werden, kommen die Tiere verängstigt in den Schlachthöfen an, und ihr Tod ist nicht ohne Leiden. Wenn die Betreiber*innen sich nicht an die geltenden Vorschriften halten, ist es für sie unmöglich, die Mindeststandards für das Wohlergehen der Tiere zu gewährleisten, die dazu beitragen können, deren Leiden zu verringern. 

Diese grausamen und illegalen Bedingungen sind keine Ausnahme, sondern die Regel in der Branche, wie diese und andere unserer Recherchen zeigen.

“Es handelt sich nicht nur um einen Schlachthof mit schlechten Praktiken, sondern um eine durch und durch verdorbene Branche. Die wachsende Zahl von Beweisen, die wir bei Animal Equality im Laufe der Jahre aufgedeckt haben, ist eine vernichtende Anklage gegen diese grausame Branche.”

Dulce Ramirez, Vizepräsidentin Lateinamerika. 

Mit den Erkenntnissen aus dem von den Ermittler*innen zusammengetragenen Material reichten wir drei Beschwerden bei den zuständigen Behörden in Mexiko ein: beim Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der mexikanischen Regierung, bei der Staatsanwaltschaft für Umweltschutz der Regierung von Hidalgo und beim Gesundheitsministerium der Regierung von Hidalgo, und forderten, dass diese Grausamkeiten geahndet und beendet werden.

Bitte unterstützen Sie unsere wichtige Arbeit für die Tiere und helfen Sie uns, fortwährend Licht in das Dunkel dieser grausamen Industrie zu bringen. Spenden Sie noch heute oder werden Sie ein Fördermitglied.


Aktuellste Neuigkeiten
25. März 2026

Zwei Tage intensive Proteste in Brüssel, eine alarmierende Datenanalyse und ein klares Ergebnis: Die Agrarindustrie hat zehnmal mehr Zugang zu dem EU-Tierschutzkommissar als Tierschutzorganisationen. Wer entscheidet in Wahrheit über den Tierschutz in der EU? Die Bürger*innen oder die Industrie, die von der Ausbeutung von Tieren profitiert? Diese entscheidende Frage haben wir mit mehr als hundert Aktivist*innen aus ganz Europa bei unseren Protesten am 23. und 24. März 2026 vor den Türen der EU-Kommission in Brüssel gestellt.
19. März 2026

Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, und Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, haben über 15 Monate hinweg immer wieder Vertreter*innen der Fleisch‑, Geflügel‑ und Milchindustrie getroffen – und Organisationen, die sich für Tiere einsetzen, fast vollständig ignoriert. Das ist keine Behauptung, sondern dokumentierte Realität. Die Frage ist: Wer bestimmt tatsächlich den Tierschutz in Europa – die gewählten Vertreter*innen oder die Tierhaltungsindustrie?
17. März 2026

Ferkel schreien vor Schmerzen, weil sie ohne Betäubung verstümmelt werden. Mutterschweine sind in enge Käfige eingesperrt, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Diese leidvollen Zustände haben Ermittler*innen von Animal Equality in Argentinien dokumentiert – grausame Bilder, die so ähnlich auch aus einem deutschen Zuchtbetrieb stammen könnten.