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Neuigkeiten

End The Cage Age – herausragende Unterstützung vom EU-Parlament

April 15, 2021 Aktualisiert: 15. April 2021

Am heutigen Vormittag fand die öffentliche Anhörung der Europäischen Bürger*inneninitiative „End the Cage Age“ im Europäischen Parlament statt. In der dreistündigen Sitzung begrüßten die drei anwesenden EU-Kommissar*innen die Initiative und zahlreiche Mitglieder des Europäischen Parlaments äußerten sich zu dem Thema. 

„Die Initiative kämpft für ein Anliegen, das in der aktuellen öffentlichen Debatte einen hohen Stellenwert einnimmt: Den Tierschutz für Nutztiere zu verbessern und in eine nachhaltige Landwirtschaft zu investieren. Das sind berechtigte Ziele, die die Kommission in ihren politischen Ambitionen zur Gestaltung fairer, gesunder und umweltfreundlicher Lebensmittelsysteme aufgegriffen hat und die ihren Weg in die im Mai letzten Jahres verabschiedete ‚Farm to Fork‘-Strategie gefunden haben.“

Věra Jourovà, Vizepräsidentin der EU-Kommission, verantwortlich für Werte und Transparenz

Die Bürger*innen-Initiative fordert die Abschaffung der Käfighaltung von Tieren in der EU-Landwirtschaft. Mit der heutigen Anhörung setzte die Initiative einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer offiziellen Antwort der Europäischen Kommission, die in den nächsten Monaten erwartet wird.

„Die EU-Gesetzgebung für landwirtschaftlich genutzte Tiere ist unglaublich überholt. Seit 1998, dem Jahr, in dem die EU ihre Richtlinie über den Schutz der landwirtschaftlichen Nutztiere verabschiedete, haben wir eine Vielzahl neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse gewonnen, weshalb wir heute viel besser verstehen, wie physische, physiologische und psychologische Faktoren das Wohlergehen der Tiere beeinflussen. Einer großen Bandbreite von spezies-spezifischen ethologischen Bedürfnissen kann in Käfigen keine Rechnung getragen werden, egal ob diese Käfige ausgestaltet sind oder nicht. Es ist mittlerweile absolut klar, dass es Tieren in Käfigen nicht gut gehen kann, da diese sie physisch und im Verhalten unweigerlich einschränken. Unabhängig davon, wie gut das Management ist.“

Bo Algers, Veterinär und Professor Emeritus der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften

Obwohl die EU immer wieder behauptet, eine Führungsrolle im Tierschutz einzunehmen, verdammt sie jedes Jahr mehr als 300 Millionen sogenannter “Nutztiere” zu elenden Leben in engen Käfigen. Käfigfreie Systeme sind in manchen Teilen der EU bereits in Gebrauch. Jetzt ist es an der Zeit, dass der Rest der EU nachzieht.

EU-Agrarsubventionen und Konjunkturmittel können „teilweise auch für den Ausstieg aus der Käfighaltung und die Einführung alternativer Methoden verwendet werden. Sie haben die volle Unterstützung der Europäischen Kommission bei der Umsetzung dieser Transformation.“

JanuszWojciechowski, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Norbert Lins, der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (Europäische Volkspartei EVP, Deutschland), stellte am Ende der Anhörung fest, dass die meisten Sprecher die Initiative begrüßen und dass nun die Kommission am Zug sei.

Zwei Tage vor der Anhörung, am 13. April, hatten sich EU-Bürger*innen und NGOs auf Twitter nochmals mit vereinten Kräften hinter „End the Cage Age“ gestellt und die EU-Abgeordneten aufgefordert, die Europäische Bürger*inneninitiative in der Anhörung zu unterstützen. Insgesamt wurden 35.000 Tweets gesendet, was einer potenziellen Reichweite von über 3,7 Millionen Ansichten entspricht und ein weiterer Beleg für die breite Unterstützung seitens der Bevölkerung ist.

Die Petition „End the Cage Age” wurde am 11. September 2018 geöffnet und genau ein Jahr später geschlossen. Mit über 1,4 Millionen verifizierten Unterstützungsbekundungen aus der gesamten EU ist sie die erste erfolgreiche Europäische Bürger*inneninitiative für den Tierschutz in der Landwirtschaft.

Insgesamt erhielt die Initiative überwältigenden Zuspruch, auch seitens der eher konservativen Vertreter*innen des Agrarausschusses. Kritische Stimmen waren nur vereinzelt zu vernehmen.

Jetzt heißt es, den Zuspruch konkret werden und Taten folgen zu lassen. Die Kommission ist jetzt gefragt.

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