Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
Neuigkeiten

Stopfleber – Ein Albtraum für Enten und Gänse

Januar 8, 2020 Aktualisiert: 8. Januar 2020
Gänse für Stopfleber

Jedes Jahr werden alleine in Spanien mehr als eine Million Enten und Gänse zwangsgefüttert, sodass ihre Leber bis auf das Zehnfache ihrer normalen Größe anwächst und als „Delikatesse“ verkauft werden kann. Aktuelle Aufnahmen aus Spanien, veröffentlicht von Animal Equality, zeigen unter anderem den dramatischen Unterschied zwischen einer gesunden und einer „gemästeten“ Leber. Der Vergleich zeigt: Die Leber der zwangsernährten Ente leidet an Steatose, eine Krankheit, bei der das Organ nahezu vollständig von dem Fett verschlungen wird. In diesem Fall wiegt die kranke Leber, die ihre natürliche Farbe verloren hat, neunmal mehr als die gesunde.

Stopfleber zu essen, bedeutet, eine kranke Leber zu essen

Die Enten sind erst vier Monate alt, wenn sie in den engen Einzel- oder Gruppenkäfigen eingesperrt werden und der Horror der Zwangsernährung beginnt. Dabei wird den Tieren zwei Wochen lang, zwei- bis dreimal täglich, mit einem ca. 30 cm langen Metallrohr bis zu einem Kilogramm Futter in den Magen gepumpt. Im Vergleich würde das etwa einem Menschen entsprechen, der 15 Tage lang bei jeder Mahlzeit 12 kg Nahrung zu sich nimmt.

Für die kranke Leber der gemästeten Tiere ist es kaum möglich, eine solche Menge an Fett zu verarbeiten. Unter der unnatürlich großen Fettleber leiden zudem auch Herz und Lunge der Vögel. Hinzu kommen die unermesslichen Qualen, die sie während der brutalen Fütterung erleiden müssen. Viele Tiere sterben bereits vor ihrer Schlachtung an Organversagen oder erliegen ihren inneren Verletzungen. 


Ziel: Verbot der Stopfleber-Produktion

Während die Produktion von Stopfleber in vielen europäischen Ländern bereits verboten ist, ist die Herstellung in Spanien und Frankreich weiterhin erlaubt. Von dort aus wird Stopfleber in andere europäische Länder exportiert. Auch in Deutschland wird das krankhaft verfettete Organ von Enten oder Gänsen heute noch immer als kulinarische Spezialität angeboten. Dabei handelt es sich bei der vermeintlichen Delikatesse um ein grausames Tierqualprodukt. Als positives Beispiel ging im Oktober 2019 der Stadtrat von New York City voran, als sich seine Mitglieder mit einer absoluten Mehrheit für ein endgültiges Verbot des Verkaufs von Stopfleber entschieden.

Unsere Kolleg*innen von Animal Equality in Spanien haben eine Kampagne gestartet, um das Leid der Tiere in der spanischen Stopfleber-Produktion zu beenden und die Produktion auch dort endlich zu verbieten. Silvia Barquero, geschäftsführende Leitung von Animal Equality in Spanien, erklärt: „Wir glauben, dass die Verbraucher*innen das Recht haben, zu erfahren, wie dieses Produkt gewonnen wird und welch’ schreckliches Leid jährlich mehr als einer Million Enten und Gänse zugefügt wird.


Aktuellste Neuigkeiten
14. April 2026

Wir haben unsere Forderungen für eine Tierschutzreform mit verbindlichen Maßnahmen, ein Verbot der Käfighaltung sowie ein Ende des Kükentötens beim „Call for Evidence“ der Europäischen Kommission eingereicht. Ohne konkrete gesetzliche Verordnungen und mit dem starken Einfluss durch die Agrarindustrie bleiben Millionen Tiere in der EU weiterhin ohne wirksamen Schutz – das muss sich ändern.
9. April 2026

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) plant die verpflichtende Videoüberwachung in deutschen Schlachthöfen. Ein wichtiger Schritt – doch der Gesetzentwurf geht nicht weit genug: Millionen Tiere würden jährlich weiterhin ohne verpflichtende Aufzeichnungen in kleineren Schlachthöfen getötet. In unserer beim BMLEH eingereichten Stellungnahme fordern wir umfassende Nachbesserungen des Gesetzesentwurfs.
1. April 2026

Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, und Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, haben über 15 Monate hinweg immer wieder Vertreter*innen der Fleisch‑, Geflügel‑ und Milchindustrie getroffen – und Organisationen, die sich für Tiere einsetzen, fast vollständig ignoriert. Das ist keine Behauptung, sondern dokumentierte Realität. Die Frage ist: Wer bestimmt tatsächlich den Tierschutz in Europa – die gewählten Vertreter*innen oder die Tierhaltungsindustrie?