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Petition überreicht: Mehr als 66.000 Menschen fordern Ende der Tierqual in Hähnchenmast

Mehr als 66.000 Unterschriften gegen die systematische Tierqual in der Hähnchenmast hat Animal Equality am 26. Juni an das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen übergeben. Ein stiller Protest und ein großes Presse-Aufgebot begleiteten die Aktion.
Juni 28, 2017 Aktualisiert: 28. Juni 2017
Petitionsübergabe
Protest gegen Hähnchenmast

Ein großer Stapel Kisten erwartete am Montag, den 26. Juni, die Mitarbeiter*innen des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Kisten beinhalteten 66.724 Unterschriften, die Animal Equality seit Anfang Mai 2017 gesammelt hatte: Unterschriften, die ein Ende tierquälerischer Praktiken in der Hähnchenmast fordern. Undercover-Recherchen von Animal Equality hatten aufgedeckt, wie Küken in niedersächsischen Hähnchenmastbetrieben regelmäßig lebendig entsorgt und brutal behandelt werden. Die Petition appelliert an den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer, die Verantwortlichen für diese Tierqual zur Rechenschaft zu ziehen und das dokumentierte Leid der Masthühner auf die politische Agenda zu setzen.

Unterstützer und Presse beim Protest

Als Ria Rehberg, Co-Vorsitzende von Animal Equality Germany, die Unterschriften an das niedersächsische Landwirtschaftsministerium überreichte, waren auch beinahe 40 Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition dabei. Sie begleiteten die Übergabe mit einem stillen Protest und verliehen so ihrer Forderung persönlich Nachdruck.

Auch ein großes Aufgebot überregionaler sowie regionaler Presse war zur Protestaktion erschienen: Reporter von ZDF, NDR und diversen Zeitungen, Agenturen und Magazinen berichteten über die Petition und ihre Forderungen. Niedersachsens Tierschutzbeauftragte Michaela Dämmrich nahm die Unterschriften entgegen. Im Interview mit dem NDR teilte sie mit, dass nun in Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern herausgearbeitet werden müsse, wie die Kontrollen in den Betrieben verbessert werden können. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass jeder einzelne sich für Tiere einsetzen könne, indem man weniger oder gar kein Fleisch mehr esse.

Staatsanwaltschaft hatte Verfahren eingestellt

Die Aufnahmen von einem Hühnermastbetrieb, die Anfang Mai von sternTV ausgestrahlt wurden und die Petition anstießen, schockierten. Sie zeigen, wie eine Person mit der Kante einer Schaufel auf ein Küken einschlägt und anschließend lebendig in eine Kadaver-Tonne wirft. Die Ermittler von Animal Equality fanden das Küken dort schwer verletzt Stunden später. Doch trotz der Drastik dieser Szenen hatte die zuständige Staatsanwaltschaft das Verfahren dahingehend eingestellt, dass die Aufnahmen mutmaßliche Straftaten belegen.

Viele Unterzeichner*innen der Petition waren anschließend zur Übergabe erschienen, um ihre Empörung über diese Verfahrenseinstellung deutlich zu machen.

Systematische Tierqual bei Wiesenhof und Rothkötter

Dass in Hühnermastbetrieben Tiere regelmäßig lebendig entsorgt und systematisch brutal behandelt werden, hatten weitere Video-Aufnahmen aus anderen niedersächsischen Betrieben verdeutlicht. Die ARD Tagesthemen sowie ZDF WISO berichteten über die Zustände in diesen Betrieben, die an die Unternehmen Wiesenhof und Rothkötter liefern.

„Dieser brutale Umgang mit den Tieren ist sicherlich kein Einzelfall. Unsere Ermittlerteams haben in drei von drei zufällig ausgewählten Betrieben genau das gleiche tierquälerische Verhalten dokumentiert. Wer sichergehen möchte, durch sein Konsumverhalten solch drastische Szenen von Tierleid in der Masthuhnindustrie nicht zu unterstützen, kann dies nur, indem er komplett auf Hühnerfleisch verzichtet“, so Ria Rehberg.

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Hannover > Niedersachsen

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