Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
Neuigkeiten

Aus Platzmangel sollen eine Million gesunde Putenküken getötet werden

Seitdem Anfang November der erste Fall des Vogelgrippevirus H5N8 in Deutschland gemeldet wurde, sind hunderttausende gesunde Hühner, Gänse und Puten vorsorglich getötet geworden. Nun sollen aus Platzmangel rund eine Million gesunde Putenküken getötet werden.
Januar 17, 2017

Der niedersächsische Landkreis Cloppenburg gilt als deutsche Putenzucht-Hochburg. Mehrere Millionen Küken schlüpfen dort jedes Jahr, von denen ein Teil an Mastbetriebe im Ausland verkauft wird. Doch nach dem Ausbruch der Vogelgrippe wurde die Hochburg zur Sperrzone und der Export der Küken musste aus seuchenrechtlichen Gründen eingestellt werden.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium teilte auf Anfrage der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) mit, dass gemeinsam mit Landkreisen und Unternehmen nach Wegen gesucht wurde, das Töten der Küken zu umgehen. So wurde zunächst versucht, die Tiere in deutschen Betrieben mästen und anschließend in deutschen Schlachthöfen töten zu lassen, um sie dann als Lebensmittel verkaufen zu können. Jedoch waren die Kapazitäten der Betriebe bald erschöpft.

„Es gibt schlicht keine Möglichkeit, die Tiere so kurzfristig in derart hoher Zahl in anderen Ställen in Deutschland aufzuziehen, sagte die Sprecherin zweier Unternehmen gegenüber der NOZ.

Als die Geflügelgrippe im Landkreis Cloppenburg ausbrach, gaben die dortigen Brütereien keine weiteren Eier in den Brutprozess. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt bereits hunderttausende Eier angebrütet worden. Da es aufgrund des Exportstopps keinen Abnehmer für die Küken gibt, ist geplant, die Küken nach dem Schlüpfen zu töten.

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 37.700.000 Puten geschlachtet. Circa 88 % von diesen leben zusammen mit mehr als 10.000 Artgenossen auf engem Raum. Puten würden in natürlicher Umgebung bis zu 15 Jahre alt werden, in der Nutztierindustrie werden die Hennen jedoch nach 15 bis 17 Wochen in Schlachthäusern getötet, die männlichen Tiere nach maximal 22 Wochen.

Puten, die in der Nutztierindustrie geboren werden, leiden vom ersten Tag ihres Lebens bis zum grausamen Tod im Schlachthaus. Der Umgang mit den Puten in dieser Situation zeigt einmal mehr deutlich, welchen Wert Tiere für die Lebensmittelindustrie haben: Dort sind Tiere bloße Produktionseinheiten. Solange Tiere als Waren angesehen werden, wird es solche Nachrichten und solch unvorstellbares Tierleid geben.

Helfen Sie das Leid dieser empfindsamen Tiere zu beenden, und streichen Sie Puten von Ihrer Speisekarte. Viele Tipps und leckere, tierleidfreie Rezepte erhalten Sie vier Wochen lang auf Love Veg – kostenlos und unverbindlich.

Quellen:

[1] Neue Osnabrücker Zeitung: Exportbeschränkungen sorgen für Platzmangel

[2] BUND | Heinrich Böll Stiftung: Fleischatlas 2014

[3] Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt: Puten

[4] Vegetarierbund Deutschland: “Nutztiere” und die Reduktion der natürlichen Lebenserwartung

Bildquelle:

Edgar’s Mission


Niedersachsen

Aktuellste Neuigkeiten
7. Mai 2026

Mit zahlreichen Protestaktionen machen wir auf das Leid der Tiere aufmerksam und fordern die EU-Kommission zum Handeln auf. Mit echten Kastenständen, großen Bannern, Geräuschen aus der Tierindustrie und hunderten Aktivist*innen ist unsere Botschaft unmissverständlich: EU: Ihr zögert, sie leiden! Die EU-Kommission muss endlich ihr Versprechen einlösen und 2026 eine verbindliche Reform des Tierschutzgesetzes vorlegen – inklusive eines Verbots der Käfighaltung sowie des Kükentötens.
5. Mai 2026

Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, und Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, haben über 15 Monate hinweg immer wieder Vertreter*innen der Fleisch‑, Geflügel‑ und Milchindustrie getroffen – und Organisationen, die sich für Tiere einsetzen, fast vollständig ignoriert. Das ist keine Behauptung, sondern dokumentierte Realität. Die Frage ist: Wer bestimmt tatsächlich den Tierschutz in Europa – die gewählten Vertreter*innen oder die Tierhaltungsindustrie?
30. April 2026

Seit Jahren kämpft unser brasilianisches Team für ein Verbot der tierquälerischen Zwangsmast von Enten und Gänsen in der Stopfleberproduktion – und jetzt steht ein Gesetz kurz bevor. Es fehlt nur noch die Unterschrift des Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva unter dem Verbotsentwurf. Das ist ein historischer Moment: Damit wird Brasilien das erste Land Lateinamerikas sowie nach Indien das zweite weltweit sein, das per Bundesgesetz ein umfassendes Verbot sowohl der Herstellung als auch des Verkaufs von Foie gras festlegt.