Versteckte Tierqual: Käfigeier in verarbeiteten Produkten

Meinungsumfragen zeigen: Rund 90 % der Befragten lehnen die Käfighaltung von Hennen in der Eierindustrie grundsätzlich ab. Käfige sind keine angemessenen Lebensräume für Tiere, darüber sind sich die meisten Menschen einig. Konventionelle Legebatterien sind in Deutschland seit einiger Zeit verboten und dennoch werden auch hierzulande jede Menge der aus klassischer Käfighaltung stammenden Eier konsumiert. Denn sie befinden sich, unauffällig verpackt, in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln.

Käfigeier für Weiterverarbeitung importiert

Nur etwa die Hälfte aller in Deutschland verbrauchten Eier werden frisch aus der Schale gegessen. Der Rest wird über verarbeitete Lebensmittel verzehrt: Mayonnaise, Kuchen, Kekse, Nudeln, Backmischungen, Suppen oder Süßwaren – Eier sind in der Zutatenliste verschiedenster Fertigprodukte enthalten. Die enorme Nachfrage nach Eiern für die Weiterverarbeitung könnte von den heimischen Produzenten gar nicht gedeckt werden. Deshalb importieren viele Unternehmen ihre Eier aus Osteuropa oder Nicht-EU-Ländern und greifen dabei gerne auf die billigeren Käfigeier zurück. In verarbeiteten Lebensmitteln ist der Gebrauch von Käfigeiern erlaubt, die Kennzeichnung von Herkunft und Haltungsform ist bei ihnen nicht verpflichtend. Für Konsument*innen ist es deshalb kaum möglich nachzuvollziehen, woher die Eier in den jeweiligen Produkten stammen und unter welchen Bedingungen die Hennen für deren Produktion ausgebeutet wurden. In einem Brief an EU-Lebensmittelkommissar Vytenis Andriukaitis forderte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner  kürzlich eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für eihaltige Produkte.

Das Ende der Käfighaltung

Seit dem 01. Januar 2010 ist es in Deutschland verboten, Hennen in konventionellen Käfigen zu halten. Auch wenn sie immer weniger werden, bleiben sogenannte Kleingruppenkäfige bis 2025 weiterhin erlaubt. Dort haben die Hühner nur geringfügig mehr Platz zur Verfügung, als in den klassischen Legebatterien, das bedeutet pro Tier meist nicht mehr als ungefähr eineinhalb Din A4-Blätter. Auch unter diesen Umständen leben die Hennen auf Gitterböden und haben keinen Platz zum Scharren, Flattern oder Laufen. Die Zustände begünstigen das Risiko für Krankheiten und Verletzungen und die Tiere werden in ihren natürlichen Verhaltensweisen massiv eingeschränkt. Die Bezeichnung “Kleingruppenhaltung” ist zudem irreführend. Viele Verbraucher*innen stellen sich etwas anderes darunter vor und sind entsetzt, wenn sie erfahren, dass auch Tiere in dieser Haltungsform ein Dasein hinter Gittern fristen müssen. Nach Beschluss des Bundesrats im November 2015, soll in Deutschland ab 2025 endlich auch für Kleingruppenkäfige ein vollständiges Verbot greifen. 

Obwohl herkömmlichen Käfighaltung seit 01. Januar 2012 auch EU-weit verboten ist, wird mehr als die Hälfte der in der Europäischen Union lebenden Hennen in der Eierproduktion in Kleingruppenkäfigen gehalten – jedes zweite Huhn in der europäischen Massentierhaltung leidet aktuell also unter diesen unfassbar qualvollen Bedingungen. Schätzungen zufolge, sind zudem auch heute immer noch mehrere Millionen Tiere in der EU illegal in den alten, eigentlich verbotenen Käfigen eingesperrt.

Mit der europäischen Bürgerinitiative End the Cage Age fordert ein Netzwerk von 140 europäischen Tier- und Umweltschutzorganisationen deshalb das endgültige Ende der Käfighaltung in Europa – für Hennen in der Eierindustrie und für alle anderen Tiere in “Nutztierhaltung”, die diesen Albtraum erleben müssen. Geben auch Sie den Tieren Ihre Stimme und unterschreiben Sie die Petition jetzt: https://animal-equality-germany.endthecageage.eu/

Käfighaltung ist barbarisch und die meisten Menschen lehnen solche Grausamkeit ab. Doch auch in anderen Haltungsformen werden die Tiere für den menschlichen Konsum ausgenutzt und leiden unter den entfremdeten und unnatürlichen Bedingungen. Der effektivste Weg, ihnen zu helfen und sie zu schützen, ist auf pflanzliche Alternativen umzusteigen. Probieren Sie für die Tiere eine rein pflanzenbasierte Ernährung aus und lassen Sie sich dabei von unserem kostenlosen Ernährungsprogramm Love Veg begleiten!

Quellen:
Greenpeace Österreich (März 2018): “Versteckte Käfigeier in verarbeiteten Produkten”.
Verbraucherzentrale Bremen (09.2017): “Wieviel Käfigeier essen wir?”.
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Stand 2015): “Mehr Tierschutz in der Legehennenhaltung”.
Pressemitteilung Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (23.05.19): “Klöckner: Auch bei verarbeitetem Ei Informationen zur Haltung geben”.
Foodwatch: “Warum kaufen Sie eigentlich so viele Käfigeier?”.