Weltressourcen-Report: Weniger Fleisch für nachhaltige Ernährung der Zukunft

Im Jahr 2050 könnten bis zu 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie alle zu versorgen, wird Mitte des Jahrhunderts zu eine großer Herausforderung werden. Ein aktueller 500 Seiten langer Bericht des World Resources Institute in Washington beschäftigt sich mit möglichen Strategien, die Welternährung in naher Zukunft sicher zu stellen. Was klar ist: wir müssen Ressourcen nachhaltiger nutzen, gerechter verteilen und weniger Fleisch konsumieren.

Denn um die vielen Menschen nach heutigen Standards zu ernähren, müsste die Nahrungsmittelproduktion im Vergleich zu 2010 um 56 % ansteigen. Gleichzeitig werden natürliche Ressourcen heute schon knapp, weil wir landwirtschaftliche Flächen nicht effektiv nutzen und die Nahrungsmittelproduktion durch den Ausstoß unverhältnismäßig großer Mengen an Treibhausgasen signifikant zum Klimawandel beiträgt. Dem Bericht zufolge, müssten zwei Drittel der landwirtschaftlichen Emissionen verringert und mindestens 585 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche wieder aufgeforstet werden, um unter einem Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius zu bleiben. 

Ernährungswende für das Klima und eine gesunde Gesellschaft

Die Herstellung von tierischen Produkten ist für die Umwelt besonders belastend. Das mit Abstand ressourcenintensivste Lebensmittel ist Rindfleisch, bei dessen Produktion über 20 mal mehr Land benötigt und über 20 mal mehr Treibhausgasemissionen erzeugt werden, als bei Hülsenfrüchten pro Gramm Protein. Im Vergleich können pflanzliche Lebensmittel bei geringerer Umweltverschmutzung viel kostengünstiger, wasser- und platzsparender produziert werden. Im Kampf gegen die Klimakrise wird es für einen Großteil der Menschen deshalb unverzichtbar sein, ihre Essgewohnheiten zu ändern und sich einer pflanzenbasierten Ernährungsweise anzunähern. Doch während beispielsweise in Deutschland der Fleischkonsum bereits sinkt, wird der weltweite Konsum von tierischen Nahrungsmitteln den Prognosen zufolge weiter ansteigen. Mehrere Millionen Menschen könnten bis 2050 demnach sogar mehr Fleisch, Fisch, Milch und Eier konsumieren. Ein Trend, der sowohl für die Tiere, den Planeten und auch die öffentliche Gesundheit negative Konsequenzen hat. Denn zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass mit dem Konsum tierischer Lebensmittel ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Schlaganfall,  Herz-Kreislauferkrankungen und sogar bestimmte Krebsformen einhergeht.

Ende eines Mythos: Menschen brauchen kein tierisches Protein

Sollte sich an den aktuellen Entwicklungen nichts ändern, wird der Konsum tierischer Proteine in den nächsten Jahrzehnten also weiter ansteigen. Und das, obwohl der menschliche Körper, entgegen einer weit verbreiteten Wahrnehmung, überhaupt nicht auf sie angewiesen ist. Die Annahme, ohne tierische Eiweißquellen sei es schwierig, genügend Proteine aufzunehmen, entlarven die Expert*innen im Ernährungsbericht eindeutig als Mythos. Mit einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung kann die notwendige Proteinmenge ohne Probleme erreicht werden. Die allgemeine Furcht vor Proteinmangel sei überhaupt absolut unbegründet: Schon heute nehmen viele Menschen in verschiedenen Teilen der Welt tatsächlich sogar zu viel Protein zu sich. Doch mehr bedeutet in diesem Fall nicht unbedingt besser: nur bis zu 15 % des täglichen Kalorienbedarfs sollten aus Proteinen stammen. Zuviel kann sogar gesundheitsschädlich sein und beispielsweise zu Nierenerkrankungen führen.

Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen belegen: wir müssen dringend etwas ändern und unsere Ernährung hinterfragen – für die Tiere, unseren Planeten, unsere Gesundheit und nachfolgende Generationen! Seien Sie Teil des Wandels und probieren Sie eine vegane Lebensweise aus. Unser kostenloses Ernährungsprogramm Love Veg begleitet Sie mit hilfreichen Tipps und leckeren, tierleidfreien Rezepten. 

*Die Studie ist das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit zwischen dem World Resources Institute, der World Bank Group, dem Umwelt-Programm der Vereinten Nationen, dem Centre de coopération internationale en recherche agronomique pour le développement und dem Institut national de la recherche agronomique in Paris.

Quellen: 
World Resources Report (Juli 2019): “Creating a sustainable food future”.