SCHWEINEMASTBETRIEBE IN DER SCHWEIZ: SCHOCKIERENDE MISSSTÄNDE

In der Schweiz leben 1,4 Millionen Schweine. Die wenigsten von ihnen sind auf den grünen Wiesen einer Alpenlandschaft anzutreffen, so wie es die Bilder der Werbung vermitteln. Auch kleinere Schweizer Betriebe sind heute Teil einer Massenproduktion und die Probleme, die unter dem wirtschaftlichen Druck einer auf Produktivität ausgelegten Fleischherstellung entstehen, werden, wie so oft, auf dem Rücken der Tiere ausgetragen. 

Von Tierschutz-Aktivist*innen gefilmte  Aufnahmen aus 13 konventionellen Betrieben in sieben Kantonen zeigen die schockierenden Zustände in Schweizer Schweinemastbetrieben: Schweine müssen auf kahlen, dreckigen Betonböden leben, mit häufig weniger als einem qm Platz pro Tier. Vielen von ihnen leiden unter Verletzungen und Krankheiten wie beispielsweise Keuchhusten. Verhaltensstörungen, wie Schwanzbeißen und Stangenkauen sind die Folgen von  Stress und mangelnder Beschäftigung der intelligenten und neugierigen Tiere. Unter den Lebensbedingungen der Massentierhaltung wird den Schweinen das Ausleben natürlicher Verhaltensweisen verwehrt. Sie haben keinen Auslauf, keine Möglichkeiten ihre Umgebung zu erkunden, Futter zu suchen oder einem sozialen Leben mit ihren Artgenossen nachzugehen. Auch in der Schweiz sind enge Kastenstände zugelassen. Weibliche Schweine werden vor und während der künstlichen Befruchtung und später zum sogenannten “abferkeln”, der Geburt ihrer Ferkel, in engen Metallgittern eingesperrt, in denen sie sich häufig nicht einmal bewegen können. Viele von ihnen müssen so ihr halbes Leben verbringen und leiden sehr – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Die kleinen Ferkel, die ihre ersten Lebenstage nicht überleben, landen wie Abfall im Müll. In sogenannter “Nutztierhaltung” gelten sie als Ware, nicht als Lebewesen. 

Gegen neun der 13 Betriebe wurde Anzeige erstattet. Vorgeworfen werden den zuständigen Landwirt*innen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und mehrfache Tierquälerei. Während kranke und verletzte Tiere zum Beispiel den Vorschriften zufolge isoliert und medizinisch behandelt werden müssten, werden sie in vielen Betrieben einfach ihrem Schicksal und einem qualvollen Tod überlassen. 

KEINE IDYLLE: SYSTEMATISCHE TIERSCHUTZVERSTÖßE TROTZ ANGEKÜNDIGTER KONTROLLEN

Cesare Sciarra von der Tierschutzorganisation SchweizerTierschutz (STS) bemängelt einen Mangel an unangemeldeten Kontrollen in konventionellen Betrieben, die in der Regel nur alle vier Jahre überprüft werden. Nur etwa jede zehnte Kontrolle findet dabei unangemeldet statt, was zur Folge hat, dass konsequente Verstöße zwischen Ankündigung und Kontrolle temporär und oberflächlich behoben werden.

Die Aufnahmen, die nun flächendeckende Missstände in Schweizer Schweinezuchtbetrieben dokumentieren, waren dabei zwischen April und Dezember 2019 entstanden,  einer Zeit, zu der vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen offenbar sogar Tierschutzkontrollen für die Schweinehaltung angekündigt gewesen waren. Demnach konnte auch die Ankündigung der bevorstehenden Kontrollen die Vernachlässigung der Tiere in so vielen Fällen offenbar nicht verhindern. 

Auch in deutschen Ställen sind sowohl angemeldete, als auch unangekündigte Kontrollen zur Gewährung des Tierwohls viel zu selten. Zucht- und Mastbetriebe werden in Deutschland im Durchschnitt nur alle 17 Jahre kontrolliert. Das ging im Sommer 2018 aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP an die Bundesregierung hervor. Dabei sind die Kontrollen in den Bundesländern, die verhältnismäßig viele Mast- und Zuchtbetriebe haben, am seltensten.

WAS SIE TUN KÖNNEN:

Viele Menschen entscheiden sich dafür, Tierleid nicht länger finanziell zu unterstützen, wenn sie Bilder oder Videos aus der Massentierhaltung gesehen haben. Deswegen ist es wichtig, aktuelles Bild- und Videomaterial zu veröffentlichen und die Wahrheit über die Missstände in der Tierindustrie zu verbreiten, um das Leid der Tiere zu verringern. Informieren Sie sich über die Folgen der industriellen Tierhaltung und teilen Sie ihr Wissen mit Freund*innen, Familie und Bekannten. 


Der effektivste Weg Tieren zu helfen ist übrigens, tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen. Entdecken Sie mit unserem kostenlosen Ernährungsguide LoveVeg die vielen Vorteile einer tierleidfreien Ernährung und retten Sie leben!