SCHLACHTHOF-SCHLIESSUNGEN: ÜBERFÜLLTE STÄLLE GEFÄHRDEN TIERWOHL

Deutschlandweit fallen Schlachthöfe seit Beginn der Corona-Pandemie durch hohe Ansteckungsraten auf. Immer wieder wurde die Arbeit in größeren und kleineren Schlachthäusern in den vergangenen Wochen und Monaten stillgelegt. Tausende Arbeiter*innen und ihre Angehörigen wurden in Quarantäne geschickt, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Durch angepasste Sicherheits-Auflagen ist die Arbeit in vielen Großschlachtereien nun stark eingeschränkt. In einigen Betrieben wird deshalb nur etwa die Hälfte der regulären Schlachtkapazität erreicht.  

WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE TIERE?

Wird den Tieren durch die eingeschränkten Schlachtung Leid erspart? Leider nein. Während Mastbetriebe vergeblich versuchen, ihre Tiere an die Schlachthöfe zu verkaufen, wird es für die Tiere extrem eng in den Ställen. Alleine in Schleswig Holstein bleiben aktuell etwa 30.000 “schlachtreife” Schweine in den Ställen stecken. Für das Wohl der Tiere werden die überfüllten Betriebe zunehmend kritisch, denn durch die Überbevölkerung gerät die Versorgung lebensnotwendiger Bedürfnisse in Gefahr. Je mehr Tiere, desto schwieriger wird es für Landwirt*innen für ein ausreichende Belüftung, Temperaturregelung, Wasser- und Nahrungsangebot zu sorgen. Ohnehin unzureichende Tierschutznormen können dann kaum mehr eingehalten werden. Weil ein Schweinebauer aus Niedersachsen durch die Situation verursachte tierschutzrechtliche Verstöße in seinem Betrieb nicht dulden wollte, zeigte er sich selber an. Da die Anzeige von seinem Landkreis nicht anerkannt wurde, versuchte er die Tiere vorübergehend in provisorischen Unterkünfte einzuquartieren. Matthias Quaing, Marktreferent der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland, zufolge, sei der Stau in den Ställen jedoch gemäß Tierschutzgesetz kein “vernünftiger Grund”, die Schweine vorzeitig zu töten, ohne ihr Fleisch zu verarbeiten. Doch die Tiere wachsen immer weiter und wenn die nächsten Generationen von Ferkeln und anderen Tieren nachkommen, werden einige Betriebe die Notschlachtungen vielleicht  bald nicht mehr umgehen können. In den USA wurden durch die Folgen der Pandemie bereits hunderttausende Tiere getötet und weggeschmissen, da Schlachthöfe aufgrund der hohen Anzahl von Corona-Infizierungen schließen mussten. 

STRUKTURELLES PROBLEM

In Massentierhaltung ist jede Minute in dem Leben der Tiere, von der Geburt an bis zu ihrem Tod im Schlachthaus, einer möglichst reibungslosen und effizienten Produktion angepasst. Gestörte Abläufe und unterbrochene Produktionsketten werden meist auf dem Rücken der Tiere ausgetragen, die in der Industrie ohnehin ein kurzes und qualvolles Schicksal erwartet. 

Die Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Fleisch und anderen tierischen Produkten wurde zu Beginn der Pandemie als systemrelevant eingestuft. Dabei sind wir Menschen nicht auf tierische Lebensmittel angewiesen. Mit einer ausgewogenen Ernährung können wir nicht nur Tiere und unsere Umwelt schützen, sondern auch ein gesundes Leben führen und unsere Gesundheit verbessern. Probieren Sie es aus! Unsere kostenloses Ernährungsprogramm LoveVeg begleitet sie dabei.