„MEIN EINSATZ FÜR TIERE“: EURE GESCHICHTEN – TEIL1

Wir haben die Unterstützer*innen unseres Animal Defender Netzwerks gefragt: Wann habt ihr angefangen, euch über den Schutz und die Rechte von sogenannten “Nutztieren” Gedanken zu machen? Wer oder was hat euch dazu inspiriert? Ernährt ihr euch vegan? Wie war der Umstieg für euch und was motiviert euch heute? 

Danke an alle, die uns ihre persönlichen Geschichten zugesendet haben. Wir haben eine kleine Auswahl für euch zusammengestellt und hoffen, dass sie euch genauso berühren und inspirieren wie uns. Danke für alles, was ihr für Tiere tut!

Victoria Mol, 30 Jahre. 

“Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.”

Das ist das Motto, was voll und ganz auf meine jetzige Lebensweise und Lebensart zutrifft. Viele sagen ja: „Wieso soll ausgerechnet ICH mich umstellen oder was verändern, wenn alle anderen das auch tun?“ Aber genau diese Denkweise hat uns dazu geführt, dass diese Welt, die Erde, auf der wir leben, an dem Punkt angelangt ist, an dem es quasi nicht mehr weitergeht und das Limit erreicht ist. Und dennoch gibt es Menschen, die genau nach dem Motto Mahatma Gandhis, von dem das Zitat meines Einführungssatzes stammt, angefangen haben zu leben. Auch ich persönlich hab es mir zu Herzen genommen, und wie man sieht, kommt eine Bewegung ins Rollen: Es gibt immer mehr vegane Lebensmittel zu kaufen, mittlerweile auch in fast allen Discountern, wenn nicht sogar in allen. Der Trend zur veganen Ernährung steigt immer weiter an und die Aufklärung über das Tierleid und der Wille gegen Tierleid und Tierversuche wird immer stärker. Und dies genau aus dem Grund, weil viele Menschen sich denken: “ Doch, genau ich werde die Veränderung in der Welt sein, die ich mir selber wünsche!“

Auch ich war keine geborene Veganerin, auch ich habe Fleisch gegessen und habe jahrelang die Augen einfach davor verschlossen, wie es fast alle Menschen tun. Ich wusste, dass das Tierleid existiert, aber man will es einfach nicht wahrhaben – man verschließt die Augen davor und möchte davon nichts wissen – hat ja auch mit einem Tier nicht viel gemeinsam, wenn es schon schön abgepackt als Wurst im Regal liegt und man es sich schön aufs Brot legen kann. Ich wusste aber, dass es falsch ist und mit zunehmendem Alter hat es sich immer falscher angefühlt, obwohl ich bereits in ganz jungen Jahren schon in der fünften und sechsten Klasse mal von mir aus vegetarisch gelebt habe, es allerdings nicht wirklich produktiv umsetzen konnte, weil meine Eltern mich auch darin nicht unterstützen, (wir sind nämlich polnischer Abstammung und da wird Fleisch in sehr großen Mengen gegessen) und ich auch keine finanziellen Möglichkeiten in dem Alter hatte, um mich selbst richtig und gezielt zu ernähren und mir schlichtweg einfach auch die Informationen für eine richtige Ernährung fehlten und ich zu wenig aufgeklärt war. Dann geriet es alles in Vergessenheit bis vor ein paar Jahren … Ich habe Bauernhöfe besucht und war so entsetzt, wie die Schweine und andere Tiere dort leben mussten … außerdem habe ich Kühe zum Beispiel total gerne, habe sie gestreichelt und in dem Moment fand ich es so makaber, dass ich dieses Tier streichle und nachher dieses Tier auf dem Teller haben soll?! Ab dem Zeitpunkt habe ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigt, habe mir Reportagen angeguckt, die mich zu Tränen rührten. Mutterkühe und ihre gerade neugeborenen Kälbchen werden direkt nach der Geburt voneinander getrennt, nur damit die Mama weiter Milch geben kann. Kind und Mama weinen und schreien dann noch tagelang nacheinander. Als ich diese Bilder gesehen habe, kam ich mir so so schlecht vor, das sind Bilder, die ich niemals in meinem Leben vergessen werde und eigentlich sollte sich diese Bilder jeder anschauen und danach überlegen, ob er weiter diese Ernährung präferieren möchte. 

Nicht nur diese Szenen, sondern auch viele andere aus gewissen Reportagen haben mir einfach nur eine Gänsehaut verpasst und mich unendlich schockiert. Dort war ein Punkt erreicht, an dem ich gesagt habe: „Das kann und darf auf keinen Fall so weitergehen!“

Ich habe mich sowas von geschämt und kam mir richtig schlecht vor, all die Jahre die Tiere gegessen zu haben, die ich doch eigentlich so liebe, die ich als meine Freunde sehe, mittlerweile sogar als ein Teil meiner Familie. Auch wenn es sich für Außenstehende komisch anhören mag, aber so und genauso ist es. Denn sie sind genauso Lebewesen wie du und ich, sie fühlen, sie leiden, sie empfinden Schmerz, Freude und Trauer, viele von ihnen können sogar richtig weinen, und schließen soziale Kontakte. Über viele Dinge wurde ich erstmal über die sozialen Medien aufgeklärt. Seit ich bei Instagram bin, habe ich mich intensiv mit dem Bereich Tierschutz auseinandergesetzt und habe dort so viele Sachen erfahren, die mich so dermaßen schockierten. Dinge, die ich niemals gedacht hätte, zum Beispiel war ich echt geschockt, dass in einigen Sorten von Käse, zum Beispiel Parmesan oder ältere Sorten von Käse, tierisches Lab enthalten ist, was aus den Mägen von Kälbern gewonnen wird. 

Ich denke, viele sind an dem Punkt genauso schockiert wie ich gewesen, denn eigentlich denkt man doch „Käse =  automatisch vegetarisch, oder nicht!?!“

Außerdem habe ich viele andere Sachen gelernt, die mir gar nicht bewusst waren, viele Sachen aus der Kosmetik, zum Beispiel, dass künstliche Wimpern aus Nerzen hergestellt werden. Über viele Markenhersteller, die Pelz immer noch verwenden, Tierversuche machen, was mich regelrecht schockierte und ich mir dachte: „Die Menschen müssen aufgeklärt werden!“

Es herrscht so viel Tierleid, über das nicht richtig informiert wird und ich denke, viele Menschen würden an ihrer Einstellung auch etwas ändern, wenn sie wüssten, dass es auch anders geht – mit ganz simplen Dingen, zum Beispiel allein in der Kosmetik gibt es viele Firmen, die explizit auf Tierversuche verzichten und die auch überhaupt nicht teuer sind.

Ich habe es mir zu meiner Lebensaufgabe gemacht, andere Menschen zwecks Beendigung des Tierleids aufzuklären und zu informieren, damit wenigstens ein paar umdenken. 2019 wurde ich zur Miss Recklinghausen und Vize Miss NRW gewählt und bin immer noch amtierende Miss. Ich habe mir direkt gedacht, dass ich diesen Titel sinnvoll nutzen möchte, um durch die Öffentlichkeit so viele Menschen erreichen zu können, wie es nur geht und viele Menschen zum Umdenken bewegen zu können. Durch meinen Grad an Berühmtheit habe ich es sogar mit dem Titel über den Tierschutz auf die Titelseite einer Zeitung geschafft, was für mich von sehr großer Bedeutung war, um möglichst viele Menschen zu informieren und zu erreichen – für mich persönlich ein sehr großer Erfolg, denn Schönheit hat meiner Meinung nach nicht nur was mit dem Aussehen zu tun, sondern auch mit den inneren Werten. Ich wurde außerdem vor ein paar Jahren auch Tierschutzaktivistin u.a. bei Animal Equality, engagiere mich in Tierheimen und helfe bei Kampagnen für den deutschen Tierschutzbund mit. Ich habe meine Ernährung umgestellt und lebe seitdem auch viel fitter und gesünder. Es war natürlich nicht einfach, gerade am Anfang. Jedoch halte ich mir immer die Bilder vor Augen, die ich in Reportagen oder live gesehen habe und weiß sofort, dass es die richtige Entscheidung war, mich vegan zu ernähren. Mittlerweile könnte ich es mir auch absolut gar nicht mehr vorstellen, jemals wieder ein Tier zu essen, der Gedanke daran ist für mich total makaber, denn schließlich stelle ich Tiere auf die gleiche Ebene wie uns Menschen, sie gehören zu meinen Freunden und man sollte andere Lebewesen auch nicht essen, es gibt schließlich zu unserer heutigen Zeit so viele Alternativen, was die Ernährung angeht. Es tut mir mittlerweile so weh, wenn ich sehe, was eigentlich hinter der ganzen Produktion steckt und ich könnte mich  dafür ohrfeigen, dass ich so viele Jahre lang Fleisch gegessen und all dieses grausame Tierleid unterstützt habe.

Das Thema mit den Tieren ist bei mir ein sehr sensibler Punkt. Ich wünschte, ich hätte so viel früher angefangen, mich damit auseinanderzusetzen. Viele fragen mich: „Warum, keine vegetarischen Ersatzprodukte oder vegetarisch allgemein?“ -Nun ja, vegetarische Ersatzprodukte basieren meistens auf Ei und das ist auch ein Punkt, den ich extrem schlimm finde, nämlich das Kükenschreddern der männlichen Küken; die kleinen Küken bekommen alles bei vollem Bewusstsein mit. Aber alleine auch aus ethischen Gründen, finde ich, ist es unverantwortlich und kann es auch mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Genau aus diesem Grund verzichte ich auf Eier und gerade deswegen sollte man erst recht nicht zu vegetarischen Ersatzprodukten greifen, wenn man doch eigentlich etwas für das Tierwohl tun möchte, weil genau an dem Punkt tut man ja eigentlich etwas gegen das Tierwohl. Es gibt mittlerweile viele super Produkte, die exakt genauso schmecken wie Fleisch und das ganz ohne Tierleid. Außerdem ist eine vegetarische Ernährungsweise nicht wirklich Ziel zur vollständigen Beendigung des Tierleids, denn Milchprodukte werden durch die grausame Gewinnung von Milch hergestellt, die eigentlich für die Kälber bestimmt ist und es ist eigentlich ziemlich einfach, gerade beim Konsum von Milch auf Alternativen zuzugreifen, wie zum Beispiel Soja oder andere vegane Alternativen. Natürlich will ich an dem Punkt sagen, dass ich jetzt auf keinen Fall schlecht finde, wenn Leute sich vegetarisch ernähren, das ist natürlich schon ein riesiger Schritt und ich weiß selbst, wie schwer es ist, sich gerade am Anfang vegan zu ernähren und deswegen haben alle  Leute, die sich vegetarisch ernähren, meine größte Unterstützung, denn es ist immer noch besser, als das Tierleid zu unterstützen, die Augen zu verschließen und weiter Fleisch zu konsumieren. Dennoch sollte man auf eine vegane Ernährung umsteigen, um den Tieren nicht zu schaden.

Für Leute die gerade den Einstieg planen, würde ich empfehlen, nicht direkt vegan zu werden, denn meistens geht das schief, lieber Schritt für Schritt,  vielleicht dann doch erst mal vegetarisch und sich peu à peu in die vegane Ernährung reintasten, denn es ist schließlich noch kein Veganer vom Himmel gefallen. Aber man muss ja nicht nur ausschließlich durch vegane Ernährung etwas fürs Tierwohl tun, man kann auch durch Verbreitung wichtiger Informationen helfen; so wie zum Beispiel ehrenamtliches Engagement im Tierheim, Futter und Sachspenden (wer nicht Geld spenden möchte) oder Patenschaften für Tiere übernehmen.

Für mich ist es zur Lebensaufgabe geworden, Tieren zu helfen und für ihre Rechte zu kämpfen, denn Tiere können sich nicht selber helfen.“

Danke Victoria für deinen Einsatz für Tiere!

Werden auch Sie Animal Defender und verändern Sie mit uns die Welt für Tiere