HÜHNERSCHLACHTUNG: KOPFÜBER IN DEN TOD

Hühner, Puten, Gänse und Enten in der Nutztierindustrie werden in Deutschland vor der eigentlichen Schlachtung oft immer noch elektrisch in einem Wasserbad betäubt. Diese Methode ist höchst bedenklich, was den Tierschutz angeht. Schon 2012 forderte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) deshalb ein Ende ihrer Verwendung.

KOPFÜBERHÄNGEN: STRESS UND SCHMERZEN

In Käfigen übereinander gestapelt erreichen die Hühner erschöpft den Schlachthof. Dort werden sie aus den Käfigen gezogen und kopfüber mit den Beinen an Metallbügeln aufgehängt. Das Kopfüberhängen und der häufig gewaltvolle Umgang sind für die Vögel mit viel Stress verbunden. Da sich kein Zwerchfell zwischen Bauch und Brust der Hühner befindet, drücken die Organe beim Kopfüberhängen auf die Lunge und beeinträchtigen das Atmen. Die gestressten Tiere reagieren mit panischen Abwehrbewegungen und können dabei Verrenkungen und Knochenbrüche erleiden. Auch Hühner mit breiteren Beinen werden in zu enge Metallbügel gequetscht und haben – nicht zuletzt auch wegen ihres hohen Eigengewichts – starke Schmerzen. Auch anderen Vögeln ergeht es nicht besser: Puten zum Beispiel dürfen bis zu zwei Minuten kopfüber eingehängt bleiben, trotz Stress und Schmerzen.

SCHMERZHAFTE ELEKTROSCHOCKS

Das Förderband bewegt die gefiederten Tiere automatisch zum elektrischen Wasserbad. Da sie panisch versuchen, ihrem Schicksal zu entkommen, gelangen bei vielen Vögeln die Flügelspitzen zuerst in das Bad. Es kommt zu schmerzhaften Elektroschocks, die Muskelkrämpfe auslösen können. Reflexartig heben viele Tiere ihren Kopf vom Wasser weg und werden nicht richtig betäubt. Auch kleinere Tiere werden bei der gängigen Betäubung im Elektrowasserbad oft nicht erfasst. Tiere, die nicht richtig betäubt werden, erleben das Zerschneiden ihrer Halsschlagader bei vollem Bewusstsein. Die Europäische Kommission stellte beim Verfahren mit dem Elektrowasserbad eine Fehlbetäubungsrate von 4 % fest. In Deutschland werden jährlich ca. 9,6 Millionen Hühner nicht richtig betäubt und müssen ihre Schlachtung bei vollem Bewusstsein erleben.

LEBENDIG INS BRÜHBAD

Einige Hühner leben vermutlich sogar dann noch, wenn sie das Brühbad erreichen. Das Brühbad dient dazu, das darauffolgende Federrupfen zu vereinfachen.  Sogar Tiere, die bei der Betäubung ihr Bewusstsein verloren haben, könnten dieses nach dem Halsschnitt wiedererlangen, wenn dieser nicht korrekt durchgeführt wurde. Auch diejenigen, die aufgrund einer Fehlbetäubung den Halsschnitt bewusst mitbekommen haben und nicht vollständig ausbluten, könnten noch bei Bewusstsein sein. Diese Tiere werden lebendig in das Brühbad getaucht und ertrinken im heißen Wasser. 

ETHISCH NICHT VERTRETBAR

Obwohl ein Ende der grausamen Wasserbadbetäubung längst gefordert wurde, wird sie weiterhin angewendet, da sie kostengünstiger und platzsparender ist, als andere Betäubungsmethoden. Wie in der Nutztierindustrie üblich, wird Profit ganz klar über das Wohl der Tiere gesetzt. Es liegt bei uns Konsumierenden, diese tierquälerische Industrie nicht länger mit unserem Geld zu unterstützen.

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Quellen:
Albert Schweitzer Stiftung: “Puten”
Deutscher Bundestag (15.06.2012): “Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren”
Shields / Raj (23.09.2010): “A Critical Review of Electrical Water-Bath Stun Systems for Poultry Slaughter and Recent Developments in Alternative Technologies”