Ist die Welt bereit für Clean Meat?

Tofuwürsten, Lupinenschnitzel, Seitangulasch: pflanzenbasierte Fleischprodukte sind heute in vielen Ländern bereits weit verbreitet und in vielzähligen Supermärkten zu finden. Bald könnte auch die Produktion von Clean Meat dazu beitragen, viele der ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Probleme zu lösen, die mit der konventionellen Fleischproduktion einhergehen. Bei der Produktion könnten mit diesem Herstellungsverfahren vor allem im Bezug auf Landflächen, Wasserverbrauch und Treibhausgasemissionen Ressourcen gespart und Umweltbelastungen verringert werden.

Unternehmen weltweit, vor allem in Israel und den USA, forschen und arbeiten momentan an der Weiterentwicklung des kultivierten Fleisches, das aus Zellen von Rindern, Hühnern oder Schweinen entsteht. Weil dieses Fleisch außerhalb des tierischen Körpers herangezogen werden kann, müssen die Tiere für dessen Herstellung nicht leiden. Ihnen werden schmerzfrei einige Stammzellen entnommen, die sich nach der Zugabe von Nährstoffen selbstständig vermehren und neues Muskelgewebe bilden. So entsteht innerhalb weniger Wochen ein echtes Stück Fleisch.* Geschmack und Inhaltsstoffe sind dabei identisch mit dem Produkt, das von getöteten Tieren stammt. Clean Meat könnte so vor allem für jene Menschen eine neue Möglichkeit bieten, die den Geschmack von Fleisch gerne mögen, jedoch aus ethischen und umweltbezogenen Gründen die konventionelle Fleischindustrie nicht unterstützen möchten.

Bisher gibt es Clean Meat nocht nicht zu kaufen, da sich die Produktion noch zu aufwendig und kostenintensiv gestaltet, um auf dem Markt als Alternative zu anderen Lebensmitteln mithalten zu können. Doch als tier- und umweltfreundliche Lösung, birgt Clean Meat großes Potenzial für die Zukunft der Welternährung und könnte bald zu einem wichtigen Bestandteil unserer Nahrung werden. Gerade in den Entwicklungsländern wird der Fleischkonsum, aktuellen Prognosen zufolge, weiterhin ansteigen. Immer mehr Unternehmen investieren deshalb in diese neue Industrie, der es gelingen soll, tierische Produkte ohne Massentierhaltung herzustellen.

Weitverbreitete Akzeptanz in den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde

Die vom wissenschaftlichen Magazin frontiers in Sustainable Food Systems initiierte Untersuchung, ist die erste ihrer Art, die sich in diesem Bereich so ausführlich mit den Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten auseinandersetzt. Um im Rahmen der Studie festzustellen, wie offen die Befragten den neuen Fleischalternativen gegenüberstehen, wurde zunächst deren grundlegendes Verhältnis zu konventionellem Fleisch ermittelt, also die Frage danach gestellt, ob, wie häufig und welche Fleischprodukte sie generell konsumieren. Anschließend sollten die Teilnehmer Fragen zu ihrem Wissen über verschiedene Fleischsorten, ihren Konsum und ihrer allgemeinen Bereitschaft dazu, neue Nahrungsmittel auszuprobieren, beantworten.

Wenn es um die Akzeptanz bestimmter Lebensmittel geht, spielen kulturelle und demographische Faktoren in der Regel eine bedeutende Rolle und können zu erheblichen Differenzen führen. Dennoch weisen die Ergebnisse der Erhebungen darauf hin, dass in allen drei Ländern eine hohe Bereitschaft vorhanden ist, Alternativen zu konventionellem Fleisch auszuprobieren. In den USA gaben 76 % der Befragten an, grundsätzlich nicht davon abgeneigt zu sein, Clean Meat und pflanzliche Fleischsorten zu kaufen, in Indien sogar 86 % und in China ganze 93 %.

Wie die Studie verdeutlicht, zeigt die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher in den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt also eine grundsätzliche Offenheit gegenüber tierleidfreien Fleischalternativen – eine Tendenz, die für die Zukunft unserer Ernährung entscheidend sein und die globale Fleischindustrie revolutionieren könnte.

Bis Clean Meat seinen Weg in die Regale finden und zu einem erschwinglichen Preis erhältlich sein wird, können noch einige Jahre vergehen. Doch wir können als Verbraucherinnen und Verbraucher schon heute jeden Tag tierleidfreie und umweltschonende Entscheidungen treffen. Probieren Sie mit unserem Ernährungsprogramm LoveVeg eine pflanzliche Ernährung aus und erfahren Sie, wie vielfältig und wohltuend die vegane Küche sein kann! Wenn Sie sich für unseren Newsletter anmelden, erhalten Sie das LoveVeg-Kochbuch kostenlos dazu.

*Bald soll sogar die bisher notwendige Verwendung von Kälberserum als Nährflüssigkeit überflüssig werden. Einige Firmen bestätigen, auch in diesem Bereich bereits Alternativen ohne tierische Nebenprodukte gefunden zu haben.

Quellen:

frontiers in Sustainable Food Systems (27.02.2019): „A Survey of Consumer Perceptions of Plant-Based and Clean Meat in the USA, India, and China“.

The Guardian (03.03.2019): „Is the world ready for lab-grown meat?„.