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2022: Unsere 5 Ziele für die Tiere


Welche Veränderungen bringt das Jahr 2022 für landwirtschaftlich genutzte Tiere?

Im vergangenen Jahr haben wir historische Fortschritte für die Tiere gemacht, darunter die Einleitung des Verbots von Käfighaltung in der gesamten Europäischen Union und die Kriminalisierung von Missbrauch und Tierquälerei in Mexiko. Im Jahr 2021 hat sich unsere Arbeit weltweit auf die Leben von geschätzt 229 Millionen Tiere ausgewirkt. Ein enormer Erfolg, den Sie mit ermöglicht haben.

Für das Jahr 2022 haben wir uns fest vorgenommen, noch mehr für die Tiere zu tun. Wir haben uns eine ganze Reihe neuer Ziele gesetzt, mit denen wir in diesem Jahr einen Unterschied für Tiere in der Landwirtschaft machen werden. Und die beste Nachricht: Wir sind bereits auf einem guten Weg, diese Ziele mit deiner Unterstützung zu erreichen und die Lebensrealität vieler Tiere nachhaltig zu verbessern.

In den vergangenen 15 Jahren hat Animal Equality bahnbrechende Erfolge für die Tiere erzielt: Unter anderem Gesetzesreformen, die den Schutz von Tieren in der Landwirtschaft garantieren, Recherchen, die den versteckten Missbrauch an Tieren in der Agrarindustrie aufdecken, und beharrlicher Einsatz, der zu Schließungen einiger Lebendtiermärkte und Schlachthöfe geführt hat. Aber es bleibt noch viel zu tun: Wir arbeiten weiter für die Tiere, bis alle Tiere den Respekt und Schutz erfahren, den sie verdienen.

Mit unseren ehrgeizigen Zielen für dieses Jahr wollen wir noch mehr landwirtschaftlich genutzten Tieren helfen und fokussieren uns dabei zunächst darauf, einige der brutalsten Praktiken in der landwirtschaftlichen Tierhaltung schnellstmöglich abzuschaffen. Denn das ist ein erster Schritt hin zu einer Welt, in der wirklich alle Tiere respektiert und geschützt sind. Hier ein Blick auf unsere Prioritäten für 2022.

1. Ein Ende für die Käfighaltung von Schweinen

Wir setzen uns für landwirtschaftlich genutzte Schweine ein, indem wir die grausame Praxis der Kastenstandhaltung ins Visier nehmen. Dabei handelt es sich um enge Boxen aus Metallstäben, in denen Mutterschweine wochenlang in einem Bereich eingesperrt sind, der kaum größer ist als ihre Körper. Die säugenden Mütter können sich in diesen Boxen weder umdrehen noch bewegen. Wenn sie sich hinlegen, können sie ihre Beine nicht ausstrecken – und nach der Geburt werden sie jeglicher normalen Interaktion mit ihren Kindern beraubt.

Die Schweine leiden unter dieser Enge sichtbar. Viele der Tiere zeigen auffällige Verhaltensstörungen. Sie beißen zwanghaft auf die Gitterstäbe der Kästen und zeigen weitere für die intelligenten Tiere typische Verhaltensweisen, wenn sie keine Beschäftigungsmöglichkeiten haben – Leerkauen, Weben und Trauern. Trotz des aktuellen Leids der betroffenen Schweine besteht leiser Grund zur Hoffnung, denn Veränderung ist möglich: Dank der konzertierten Bemühungen von Animal Equality und anderen Organisationen sind 2019 und 2021 in zwei Bundesstaaten der USA neue Gesetze in Kraft getreten, die Mindestplatzanforderungen für Mutterschweine festlegen – diese sollen unterbinden, dass Schweine weiter in Kastenständen eingesperrt werden dürfen.

Auch in Deutschland steht ein Wandel bevor: In einer Umfrage haben über 85 % der Bevölkerung angegeben, dass sie die Kastenstandhaltung für Tierquälerei halten und sie verboten sein sollte. Dieses Verbot gibt es in Deutschland auch tatsächlich seit Januar 2021 – es wurde mit der siebten und achten Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung eingeführt. Dennoch wird die Kastenstandhaltung für Schweine nach wie vor durch Übergangsfristen geduldet. Und zwar für 8 Jahre in den Bereichen, wo die Schweine (meist künstlich) befruchtet werden und sogar für 15 Jahre in den Bereichen, wo die Ferkel geboren und gehalten werden. Diese Fristen sind viel zu lang, sie halten einen rechtswidrigen Zustand aufrecht! Deshalb ist jetzt ein kritischer Zeitpunkt, um sicherzustellen, dass die Rechtslage bezüglich der Kastenstandhaltung schnellstmöglich konsequent umgesetzt und die Kastenhaltung abgeschafft wird. Wir fordern, dass Unternehmen, die ihren Verpflichtungen bis jetzt nicht nachgekommen sind, endlich das Gesetz einhalten. Es ist höchste Zeit, die Haltung von Schweinen in Kastenständen ein für alle Mal zu beenden.

2. Umsetzung der neuen Gesetze zum Schutz von Hühnern und Schweinen

Die letzte Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung hat nicht nur neue Vorschriften für leicht verbesserte Lebensbedingungen für Schweine (siehe oben) eingeführt, sondern auch für Hühner in der Eierproduktion. Dort wurde die Vorschrift zu Mindesthöhen der Haltungsanlagen gestrichen. Diese Änderung wirkt unbefriedigend. Doch sie vereinfacht die mobile Hühnerhaltung – und bei der haben die Hühner im Vergleich zu gängigen Betrieben verbesserte Lebensbedingungen. Ein minimaler Schritt: Aber jeder Schritt, der die Lebensrealität für landwirtschaftlich genutzte Tiere verbessert, ist ein Schritt in Richtung einer Welt, in der alle Tiere respektiert und geschützt sind. Wir wollen hier die nächsten Schritte gehen und einerseits die Lebensbedingung der Hühner in der Eierproduktion weiter verbessern und andererseits dafür sorgen, dass sich die Veränderungen auch auf die Lebensbedingungen anderer Vögel in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ausweiten. Und: Auch hier muss dafür gesorgt werden, dass die erreichten Verbesserungen der Lebensbedingungen der Tiere auch wirklich umgesetzt werden! Deshalb legen wir im Jahr 2022 großen Wert darauf, dafür zu sorgen, dass die neuen Gesetze auch breite Anwendung finden! 

Gesetze sind nur so wirksam wie die Bereitschaft, sie durchzusetzen. Deshalb endet unsere Arbeit nicht mit der Verabschiedung von Gesetzen. Die Behörden müssen wissen, dass wir sie beobachten werden, um sicherzustellen, dass sie diese wichtigen Schutzmaßnahmen für Hühner und Schweine auch tatsächlich durchsetzen.

Sarah Hanneken, Anwältin und Rechtsbeistand von Animal Equality

3. Die Tötung männlicher Küken in der Eierindustrie

Männliche Küken gelten in der Eierindustrie als „Abfallprodukt“, denn sie legen keine Eier und gehören nicht zu den Zuchtlinien, die für die Fleischproduktion verwendet werden. Der Wert, der ihnen von der landwirtschaftlichen Industrie zugeschrieben wird, zeigt sich im Umgang mit ihnen: Sie werden kurz nachdem sie auf die Welt gekommen sind über Fließbänder in Säcke geleitet, wo sie sich teilweise gegenseitig erdrücken. Wenn sie da nicht schon erdrückt oder erstickt sind, werden sie entweder mit CO₂ vergast, durch Genickbrüche oder Stromschläge getötet oder in großen Schreddern zerhackt und zermahlen und zu Tierfutter oder Dünger verarbeitet.

Deutschland hat das Kükentöten zum 01.01.2022 verboten. Stattdessen soll, neben anderen Methoden, noch im Ei das Geschlecht bestimmt werden, sodass Eier mit männlichen Embryonen vor dem Schlüpfen vernichtet werden können (In-ovo-Sexing). Die Überreste werden dann zu Tierfutter verarbeitet. Es ist trotzdem noch unklar, wie dieses Verbot konkret umgesetzt wird und welche Auswirkungen es haben wird – mitunter werden in Deutschland geschlüpfte männlichen Küken nämlich jetzt einfach ins Ausland transportiert und dort getötet. Bei Transporten bis zu 24 Stunden müssen sie dabei weder Wasser noch Futter zur Verfügung gestellt bekommen. Und darüber hinaus geht das Kükentöten auch in vielen anderen Ländern auf der Welt ungebremst weiter. Weltweit werden pro Jahr bis zu 7 Milliarden Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet (The Poultry Site, 2015). 

Das wollen wir dagegen tun: In Italien setzen wir uns für die Verabschiedung eines Gesetzes ein, das auch dort die Tötung von Küken verbieten soll. In Spanien bewegen wir Unternehmen dazu, das In-ovo-Sexing voranzutreiben und so den Weg für eine breite Einführung zu ebnen. In Deutschland, wo die Kükentötung ja bereits verboten wurde, verstärken wir unsere Bemühungen, sicherzustellen, dass die In-ovo-sexing-Technologie landesweit als hauptsächliche Methode eingeführt und weiter verbessert wird – so soll die Zeitspanne bis zur Geschlechtsbestimmung weiter verkürzt werden.

4. Das Leben von Hühnern verbessern

Hühner sind die weltweit am meisten konsumierten und getöteten Tiere. Milliarden Hühner leiden unter entsetzlichen Bedingungen: Sie müssen in düsteren, fensterlosen Ställen leben. Sie sind dort gezwungen, in ihren eigenen Exkrementen zu leben, und sie sind so überzüchtet, dass sie sehr bald ihr eigenes Körpergewicht nicht tragen können, schmerzhafte Beindeformationen aufweisen und Herzanfälle erleiden. Im Jahr 2022 haben wir bereits Fortschritte bei der Verbesserung des Wohlergehens von Hühnern gemacht. Zum Beispiel hat die REWE Group angekündigt, die Hühnerhaltung innerhalb der sogenannten “Initiative Tierwohl” (ein Bündnis von Verbänden und Unternehmen aus Lebensmittelhandel und Fleischindustrie) an die strengeren Kriterien der von Animal Equality mit ins Leben gerufenen Europäischen Masthuhn-Initiative anzupassen. Diese Maßnahmen würden zu einer wenigstens leicht verbesserten Lebensrealität für Hunderten von Millionen Hühnern führen: Die Europäische Masthuhn-Initiative untersagt die Nutzung überzüchteter Linien. Außerdem verbietet sie, dass Hühner ohne Tageslicht gehalten werden und keine Beschäftigungs- und Sitzmöglichkeiten zur Verfügung haben. Zudem verringert sie die Anzahl erlaubter Hühner pro Quadratmeter. Mittlerweile haben sich diesen Kriterien der Initiative etwa 500 Unternehmen verpflichtet. Und wir setzen uns weiterhin für die Einführung neuer, weitergehender Richtlinien zum Schutz von Hühnern ein.

Allgemein drängen wir Unternehmen, sich zu mehr Tierschutz zu verpflichten. Dabei konzentriert sich die Arbeit von Animal Equality in Deutschland, Spanien und Italien in diesem Jahr besonders auf Hühner, um den Schwung der Erfolge der letzten Zeit zu nutzen und noch mehr Unternehmen dazu zu bringen, sich für einen noch besseren Schutz für Hühner einzusetzen.

5. Das Ende der Zwangsmast von Enten und Hühnern

Wir helfen Enten und Gänsen im Jahr 2022, indem wir die grausame Praxis der Zwangsfütterung ein für alle Mal beenden wollen. Die Vögel werden zwangsgefüttert, um Stopfleber, auch Foie Gras genannt, zu produzieren. Foie Gras ist ein ‘Luxuslebensmittel’, das aus krankhaft verfetteten Lebern hergestellt und dann in sogenannten gehobenen Restaurants serviert oder im Delikatessenhandel vermarktet wird.

Für die Stopfleberproduktion werden Enten und Gänsen mehrmals täglich 20-30 cm lange Metallröhren gewaltsam in den Hals eingeführt, über die pro “Fütterung” bis zu 450 g Maisbrei mit Schweineschmalz direkt in ihre Mägen gepumpt wird. Zusätzlich zu den Schmerzen bei der Zwangsfütterung führt diese Praxis zu Verletzungen und Infektionen, Verhaltensstörung und sogar gerissenen Organen. Die Sterblichkeit in der Phase der Zwangsfütterung ist bis zu 25 Mal höher als bei Tieren, die nicht zwangsgefüttert werden.

Wir verfolgen einen vielschichtigen Ansatz, um die Zwangsfütterung in Europa und den USA endgültig abzuschaffen. In 22 von 27 Ländern der EU (inklusive Deutschland) und im Vereinigten Königreich ist die Stopfleberproduktion bereits verboten, aber sie darf wegen der Gesetzgebung der EU weiterhin importiert werden. Wir wollen sicherstellen, dass es in keinem dieser Länder mehr einen Markt für zwangsgefütterte Produkte gibt. In Deutschland wollen wir die Bundesregierung dazu bringen, sich auf EU-Ebene für ein Ende der Zwangsfütterung in der Produktion von Stopfleber stark zu machen. Dafür fordern wir, dass ein Höchstgewicht für Lebern eingeführt wird, die als Stopfleber vermarktet werden. Das würde die Zwangsfütterung unwirtschaftlich machen und diese so in Europa endgültig beenden.

Was kannst du tun

Im Jahr 2022 gibt es unfassbar viel zu tun. Jeder Sieg bringt uns einer Welt näher, in der alle Tiere respektiert und geschützt sind. Aber wir können bei unseren Bemühungen nur mit Ihrer Unterstützung erfolgreich sein. Indem du spendest, unsere Petitionen unterzeichnest und weiterleitest und unsere Kampagnen bekannt machst, trägst du wesentlich dazu bei, dass wir all unsere Ziele erreichen und für die Tiere als Erfolge feiern können. Wenn du es noch nicht getan haben, melde dich bitte für unseren Newsletter an, um über alle wichtige Neuigkeiten auf dem Laufenden zu bleiben – nur so wirst du als Erstes über unsere Arbeit für die Tiere informiert!

Gemeinsam machen wir das Jahr 2022 schon jetzt zu einem der besten Jahre für Tiere überhaupt. Wir sind unendlich dankbar, dass du dabei mit uns an der Seite der Tiere stehst!

Du kannst den Tieren auch sofort und direkt helfen, indem du sie von deinem Teller verbannst und stattdessen pflanzliche Alternativen wählst. Indem du bei deinen Mahlzeiten die mitfühlende Entscheidung für eine pflanzenbasierte Ernährung triffst, beeinflusst du die Leben von etwa 48 Millionen Tieren pro Jahr, allein in Deutschland.


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