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RECHERCHE: Trächtige Kühe in brasilianischen Schlachthöfen getötet

Juni 3, 2021 Aktualisiert: 3. Juni 2021

Animal Equality hat eine schockierende Recherche über die brasilianische Fleischindustrie und ihre Praxis, trächtige Kühe zu schlachten, veröffentlicht. Da diese Praxis als Tierquälerei gilt und von Experten verurteilt wird, fordern wir das brasilianische Landwirtschaftsministerium auf, die Tötung dieser besonders schutzbedürftigen Tiere zu verbieten. 

DIE DETAILS:

Etwa die Hälfte der Rinder, die in Brasilien geschlachtet werden, sind weiblich, und wenn sie trächtig sind, stellt dies ein Problem für den Tierschutz dar, sowohl für die Kühe als auch für ihre Kälber.

Die Aufnahmen zeigen:

  • eine trächtige Kuh, nachdem sie mit dem Bolzenschussgerät betäubt, danach aufgehängt und ausgeblutet wurde, während ihr lebendes Kalb in ihr kämpfte
  • lebende Kälber, die aus den Bäuchen ihrer Mütter geschnitten wurden und auf den Boden des Verarbeitungsraums fallen

DER HORROR DER LEBENDTIERTRANSPORTE:

Der Transport lebender Tiere gilt als eine große Herausforderung für den Tierschutz, da er für die Tiere grundsätzlich extrem stressig ist und für trächtige Tiere noch einmal eine besondere Belastung darstellt. Bei trächtigen Kühen kann das Gewicht von Gebärmutter und Fötus bis zu 75 kg erreichen. Kühe im letzten Drittel der Trächtigkeit haben ein höheres Risiko für Gesundheits- sowie Tierschutzprobleme während und nach dem Transport, da sie anfälliger für Spontanaborte oder Frühgeburten sind und besonders stark unter Hitzestress, Dehydrierung, Verletzungen und Stoffwechselkrankheiten leiden können. Aufgrund dieser Anfälligkeit hält die Weltorganisation für Tiergesundheit und die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen Tiere in der späten Trächtigkeit für nicht reisefähig, da sie während der Reise besonders stark leiden und nicht angemessen versorgt werden können.

HINTERGRUND:

Im Jahr 2017 genehmigte das brasilianische Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung (MAPA) eine Verordnung zur industriellen und sanitären Inspektion tierischer Herkunft (RIISPOA), die die Verwendung von Fleisch trächtiger Kühe für den Verzehr erlaubt, und seitdem ist die Zahl der geschlachteten trächtigen Kühe gestiegen. Diese Verordnung wurde sowohl von Inspektoren als auch Tierschutzexperten als Tiermisshandlung angeprangert.

“Dies ist nur eine der missbräuchlichen Praktiken, die in der Rindfleisch- und Milchindustrie vorkommen, und von denen die Kund*innen nicht wissen. Wir wollen sicherstellen, dass die Menschen die Wahrheit kennen und sich uns anschließen, um die brasilianische Regierung aufzufordern, diese Praxis zu beenden, die so viel Leid für trächtige Kühe und ihre Kälber verursacht.”

– Carla Lettieri, Geschäftsführerin von Animal Equality Brazil

WAS KOMMT ALS NÄCHSTES?

Animal Equality fordert das brasilianische Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung auf, das Schlachten von trächtigen Kühen wie folgt zu verbieten:

  • Verabschiedung einer neuen Verordnung, die Trächtigkeitstests für den Transport von lebenden Tieren gemäß dem von der Weltorganisation für Tiergesundheit (WAHIS) geforderten Mindeststandard (NI 46/2018) vorschreibt, um das Leiden trächtiger Tiere zu verhindern
  • verstärkte Tierschutzinspektionen in Brasiliens Schlachthöfen
  • Sanktionierung von Schlachthöfen, die die brasilianischen Tierschutzbestimmungen nicht einhalten

WAS SIE TUN KÖNNEN:

Unabhängig davon, wo und wie sie geschlachtet werden, werden die Tiere in der Lebensmittelindustrie vom Tag ihrer Geburt bis zu dem Moment, in dem sie getötet werden, missbraucht und misshandelt. Wie diese Recherche gezeigt hat, wird der Tierschutz von profitgierigen Unternehmen nicht berücksichtigt. Doch Sie können einen Unterschied für die Tiere machen, indem Sie ihre Geschichten und unsere Recherchen weiträumig teilen, damit mehr Menschen die Wahrheit über die Nutztierindustrie erfahren. 

Und Sie können uns mit einer Spende unterstützen, um sicherzustellen, dass wir auch weiterhin die Wahrheit hinter den verschlossenen Türen der ‘Nutztierindustrie’ aufdecken können.


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