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Verstümmelt und eingesperrt: Recherche in der argentinischen Schweine-Fleischindustrie

Ferkel schreien vor Schmerzen, weil sie ohne Betäubung verstümmelt werden. Mutterschweine sind in enge Käfige eingesperrt, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Diese leidvollen Zustände haben Ermittler*innen von Animal Equality in Argentinien dokumentiert – grausame Bilder, die so ähnlich auch aus einem deutschen Zuchtbetrieb stammen könnten.
17. März 2026 Aktualisiert: 17. März 2026
Schwein in der Schweine-Fleischindustrie
Foto: Animal Equality / Aitor Garmendia
Schwein in der Schweine-Fleischindustrie
Foto: Animal Equality / Aitor Garmendia

Die Ermittler*innen von Animal Equality haben in zwei Schweine-Zuchtbetrieben in Buenos Aires, Argentinien, recherchiert. Die Aufnahmen zeigen Verstümmelungen, Käfige und Vernachlässigung. Zustände, die die Lebensrealität für die meisten Mutterschweine und Ferkel bedeuten. Praktiken, die oftmals zur Routine und zum Alltag in der Fleischindustrie zählen – nicht nur in Argentinien, auch in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt.

Verstümmelungen ohne Betäubung

Die Ferkel werden in ihren ersten Lebenstagen ohne Betäubung verstümmelt, was sehr schmerzhaft ist: Ihre Schwänze werden amputiert, ihre Zähne gekürzt, und sie werden kastriert. Die Recherche legt den Verdacht nahe, dass die Eingriffe in den beiden Betrieben gegen Tierschutzverordnungen verstoßen. Denn auch in Argentinien ist es verboten, diese Verstümmelungen routinemäßig, nach einem bestimmten Alter und ohne tierärztliche Aufsicht, durchzuführen.

Eingesperrt in Käfige

Die Mutterschweine verbringen die Trächtigkeit und Säugezeit, also den größten Teil ihres Lebens, eingesperrt in Käfigen. Diese sind so eng, dass die Metallstangen ständig an ihren Körpern drücken und reiben und damit teils schwere Verletzungen verursachen. Doch die Kastenstände führen nicht nur zu körperlichen Wunden, viele Tiere zeigen starke Verhaltensstörungen. Vor Stress und Frustration kauen die Schweine Luft und beißen in die Gitterstäbe.

Verletzte Tiere vernachlässigt

Die Ermittler*innen fanden bei der Recherche verletzte Schweine mit offenen, von Fliegen bedeckten Wunden. Sie wurden nicht tierärztlich versorgt. Zudem lagen an verschiedenen Stellen im Betrieb die Körper toter Tiere.

Animal Equality hat eine Anzeige bei der zuständigen Behörde „Senasa“ eingereicht.

Totes Ferkel in der Schweine-Fleischindustrie
Foto: Animal Equality / Aitor Garmendia

„In einem Land, in dem die Haltung von Schweinen intensiviert wird, sind Recherchen wie unsere notwendig und dringend. Die Fleischindustrie wächst und das Leiden der Tiere auch.“
Dulce Ramírez, Vizepräsidentin von Animal Equality Lateinamerika

Argentiniens Fleischindustrie wächst – Exporte steigen

Argentinien produziert immer mehr Fleisch – nicht nur für den Eigenbedarf, sondern für den Weltmarkt. Expert*innen warnen: Das geplante EU-Mercosur-Abkommen wird die Situation verschärfen. Zölle sinken, Hürden fallen, und bald könnte tierquälerisches Billigfleisch aus Argentinien auch in deutschen Supermärkten und Restaurants landen. Hier erfährst du mehr darüber.

„Das Problem der Tierquälerei und Ausbeutung betrifft nicht nur ein Land, sondern ein ganzes System, das Tiere als Ressourcen für seinen wirtschaftlichen Nutzen betrachtet. Angesichts der Expansion der Haltung von Schweinen muss Argentinien auf die Erfahrungen anderer Länder zurückgreifen und die industrielle Tierhaltung so schnell wie möglich stoppen.“
Dulce Ramírez, Vizepräsidentin von Animal Equality Lateinamerika

Schweine in der Schweine-Fleischindustrie
Foto: Animal Equality / Aitor Garmendia

Parallelen zu Deutschland

Auch in Deutschland werden Ferkel schmerzhaft verstümmelt und viele Mutterschweine müssen mehrere Monate im Jahr in Käfigen leiden. Das zeigen auch die Aufnahmen aus unserer Undercover-Recherche bei einem der größten Schweine-Zuchtbetriebe Deutschlands. Hier waren die Schweine nicht nur den gängigen, aber extrem grausamen Praktiken der Fleischindustrie ausgesetzt, sondern wurden zudem auch noch illegal getötet und misshandelt.

Unsere Recherchen auf der ganzen Welt zeigen die routinemäßigen Grausamkeiten, die den für den menschlichen Konsum ausgebeuteten Tieren vom ersten Tag ihrer Geburt an angetan werden.

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