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Expert*innen warnen vor leidvollen Praktiken bei der Schlachtung von Pferden

In einer wissenschaftlichen Analyse zeigt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zahlreiche tierschutzwidrige Praktiken bei der Schlachtung von Pferden auf. Trotz rechtlicher Verbote wurden diese Fälle in Europa dokumentiert oder sie sind als besonderes Risiko für das Wohlergehen der Tiere einzustufen. Animal Equality fordert die deutsche Bundesregierung und die Europäische Kommission auf, diese Stellungnahmen der Expert*innen ernst zu nehmen und der Schlachtung von Pferden ein Ende zu setzen.
April 3, 2025
Pferd im Schlachthaus
Foto: Animal Equality | Aitor Garmendia
Pferdeschlachtung in Spanien
Foto: Animal Equality | Aitor Garmendia

Mit einer wissenschaftlichen Stellungnahme zeigt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) das Leid von Pferden bei der Schlachtung auf. Die Expert*innen haben unter anderem dokumentierte Fälle, Berichte von Behörden und Studien analysiert. Auf dieser Grundlage hat die EFSA bereits mehrere Stellungnahmen veröffentlicht. Die Behörde beschreibt darin inakzeptable und oftmals verbotene Praktiken bei der Schlachtung von Pferden in Schlachthöfen und landwirtschaftlichen Betrieben, um sich dafür einzusetzen, dass der Tierschutz in der EU verbessert wird.

Unterschreibe jetzt unsere Petition und fordere das Ende von Exporten und Schlachtungen von Pferden in der EU!

Die EFSA benennt eine Reihe grausamer Methoden, die Pferden bei der Schlachtung starke Schmerzen und zusätzliches Leid zufügen – und die nach geltendem EU- und deutschem Tierschutzrecht ausnahmslos verboten sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Der Einsatz von Elektroschockern oder Stöcken, um die Pferde zum Bewegen zu zwingen.
  • Tieren wird bei Bewusstsein in die Kehle gestochen und sie bluten aus.
  • Durchtrennen des Rückenmarks mit einer Ahle oder einem Dolch.
  • Pferde, die Probleme beim Bewegen haben oder stark erschöpft sind, werden trotzdem zum Gehen gezwungen.
  • Tiere werden bei Bewusstsein aufgehängt und angehoben.
  • Die Tiere werden festgehalten oder ihre Beine zusammengebunden.
  • Pferde werden mit Stromschlägen ruhig gestellt, betäubt werden sie dadurch nicht.

Trotz klarer Verbote sind diese Zustände keine Einzelfälle, sondern Teil des Systems.

Außerdem warnt die EFSA ebenfalls vor leidvollen Tötungen in landwirtschaftlichen Betrieben, bei denen die Tiere nicht zum menschlichen Verzehr vorgesehen sind. Also beispielsweise, wenn die Pferde von den Besitzer*innen nicht mehr als „nützlich“ angesehen werden, krank sind oder bei sogenannter Bestandsreduzierung zur Seuchenbekämpfung. „Hofschlachtungen“ sind in den europäischen Ländern – auch in Deutschland – unter speziellen Auflagen und mit Ausnahmegenehmigung erlaubt. Die Wissenschaftler*innen unterstreichen, dass folgende Vorgehensweisen aus Tierschutzgründen auch bei solchen „Hofschlachtungen“ nicht toleriert werden dürfen. Sie sind illegal, wurden aber dennoch dokumentiert:

  • Das Bewegen schwer verletzter Pferde.
  • Der Einsatz von Elektroschockgeräten oder Stangen, um Tiere zum Bewegen zu zwingen.
  • Das in die Kehle stechen und ausbluten bei Pferden, die bei Bewusstsein sind.
  • Tieren bei Bewusstsein in die Brust stechen, um sie zu töten oder der Versuch, durch einen Stromschlag an der Brust einen Herzstillstand herbeizuführen.
  • Und des Weiteren: lebendig Begraben, Ertränken, Ersticken, Hinzugabe von Pestiziden oder anderen giftigen Substanzen zu Futter oder Wasser, Injektion von Luft oder chemischen Wirkstoffen, die nicht speziell für die Schlachtung von Pferden bestimmt sind.

Die Europäische Kommission muss diese Stellungnahmen berücksichtigen und die wissenschaftlichen Empfehlungen in die künftige Gesetzgebung aufnehmen sowie das geltende Recht durchsetzen. Es ist eindeutig: sowohl die europäische als auch die deutsche Gesetzgebung verlangt, dass die Tiere nach dem Betäuben schmerzfrei getötet werden, ohne dass ihnen weiteres Leid zugefügt wird.

Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland

Animal Equality fordert die Regierung auf, die Schlachtung von Pferden zu beenden, und bittet die Europäische Kommission, die Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu berücksichtigen. Auch Undercover-Recherchen decken immer wieder schlimmste Zustände bei der Schlachtung von Pferden auf, darunter zahlreiche verbotene Praktiken, die den Tieren starke Schmerzen zufügen. Unter anderem hat unser Team in Spanien in Zusammenarbeit mit dem Fotojournalisten Aitor Garmendia zwischen November 2023 und Mai 2024 Misshandlungen und die grausamen Zustände der Pferdefleischindustrie aufgedeckt. Hier erfährst du mehr.

Animal Equality führt seit Jahren Undercover-Recherchen in der Pferdefleischindustrie durch und macht die offensichtlichen Missstände öffentlich. Die Verbraucher*innen müssen die Wahrheit hinter Pferdefleisch erfahren.

Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland

Über 123.000 Pferde werden jedes Jahr in der Europäischen Union für den menschlichen Verzehr getötet. Viele von ihnen werden dafür in LKWs gesperrt und über lange Strecken zum Beispiel nach Italien, in die Schweiz, die Niederlande, Belgien oder Frankreich transportiert. Aus Deutschland werden jährlich mehr als 4.000 Pferde exportiert, einige von ihnen landen ebenfalls im Schlachthof. Und auch in Deutschland selbst werden Pferde getötet: Im Jahr 2023 waren es 3.374 Tiere. Es ist dringend überfällig, das zu beenden! Unterschreibe jetzt unsere Petition für ein Ende von Pferdeschlachtungen.

Nicht nur Pferde leiden in Schlachthöfen, auch Schweine, Rinder und Hühner erwartet dort ein grausames Schicksal. Stelle dich gegen die Ausbeutung von Tieren und ernähre dich pflanzlich! Auf Love Veg findest du zahlreiche Tipps und Rezepte.

VERTEIDIGE ALLE TIERE

Pferde werden von vielen als Gefährten betrachtet und sind empfindsame Tiere, die Schutz verdienen. Trage zum Schutz dieser und anderer Tiere bei, indem du pflanzliche Lebensmittel wählst.


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