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Kein Tier wird zurückgelassen – 2023 ist eine historische Chance für die Tiere in Europa

September 5, 2023 Aktualisiert: 9. März 2026
ferkel in einem mastbetrieb
ferkel in einer box

Kennst du schon unsere Kampagne „No Animal Left Behind“? Innerhalb der Eurogroup for Animals, welche 70 Tierschutzorganisationen in 27 EU-Mitgliedsstaaten vertritt, setzen wir uns in dieser Kampagne für das Wohlergehen aller Tiere in Europa ein.

Gerade ist eine besonders kritische Zeit für die Tiere in Europa, denn im Oktober wird die Europäische Kommission ihren Entwurf für eine überarbeitete Tierschutzgesetzgebung vorlegen, die Millionen von Tiere in der gesamten EU betrifft. Derzeit geht die Gesetzgebung nicht weit genug, um ihr Wohlergehen zu gewährleisten. Wie unzählige Enthüllungen und verdeckte Ermittlungen gezeigt haben, leiden die Tiere in Europas industriellen Landwirtschaftssystemen weiterhin aufgrund von Lücken und Versäumnissen in den Gesetzen, die zu ihrem Schutz erlassen wurden.

Es ist sehr lange her, dass die Tierschutzgesetzgebung behandelt wurde – jetzt haben wir eine echte Chance, das Schicksal dieser Lebewesen zu einem Besseren zu verändern. Aus diesem Grund haben wir die Kampagne „No Animal Left Behind“ neu gestartet, um ein Licht auf die Tierarten zu werfen, die am dringendsten die Unterstützung der EU benötigen, und um sicherzustellen, dass sie in der bevorstehenden Überarbeitung besser geschützt werden.

Eine derartige Überarbeitung ist eine seltene Chance, und wir brauchen sie dringend. Wir haben es dabei mit starken und mächtigen Akteuren der Industrie zu tun, die kein Interesse daran haben, die Tierschutzgesetze zu verschärfen und konsequenter durchzusetzen. Wir können sie nicht gewinnen lassen – und die Zeit läuft uns davon. Deshalb senden wir innerhalb der Eurogroup for Animals viele Briefe an politische Entscheidungsträger*innen und versuchen, so viel Einfluss wie möglich zu nehmen. 

Die Kampagne kennzeichnet sich durch sieben Grundthemen, auf welchen alle Forderungen basieren. Diese Grundsatzforderungen sind:

  • Gesundheit,
  • ein glückliches Leben,
  • kein Transport von lebenden Tieren,
  • die Möglichkeit, das natürliche Verhalten auszuleben,
  • das Recht auf Nahrung,
  • das Recht auf psychische Gesundheit und 
  • dass keine Tierart ausgeschlossen wird – wir lassen kein Tier zurück.

Die Tierrechtsbewegung konnte in den vergangenen 40 Jahren wichtige Gesetze für das Wohlergehen und den Schutz der Tiere verabschieden. Schritt für Schritt, Fortschritt für Fortschritt haben diese Gesetze an der Zahl zugenommen und sind immer strenger geworden, aber sie werden selten korrekt durchgesetzt. Dadurch entstehen gravierende Schlupflöcher, die Millionen – im Falle von Fischen sogar Milliarden – von Tieren ungeschützt lassen.

Unser Einsatz für ein Ende der Tiertransporte

Tiertransporte sind für jedes einzelne Tier eine quälende Erfahrung. Dieser Zustand wird noch verschlimmert, wenn man die Fahrt eingepfercht in Transportern erlebt, die für die Anzahl der geladenen Tiere zu klein sind. Diese Reisen dauern Stunden, Tage, ja sogar Wochen – das ist jenseits dessen, was ein Lebewesen ertragen kann.

Es ist unsere Pflicht, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um das Leiden auf diesen todbringenden Reisen so weit wie möglich zu begrenzen. Bis der letzte Lebendtiertransport für immer gestoppt ist.

Aktuell setzen wir uns zweimal im Monat für ein Ende der Tiertransporte in Hochrisikostaaten ein. Das tun wir gemeinsam mit dem Netzwerk „Kräfte bündeln“. Laut Statistischem Bundesamt wurden im vergangenen Jahr allein aus Deutschland 2.942 Rinder nach Marokko und 4.816 Rinder nach Ägypten transportiert; Drittländer, in denen die betäubungslose Schlachtung praktiziert wird, die einen bis zu 30-minütigen Todeskampf bedeutet und meist von ungeschulten Personen ohne jede Tierschutz-Vorgabe durchgeführt wird. Auch die gängige Praxis, den Tieren die Augen auszustechen oder die Beinsehnen zu durchtrennen, ist in diesen Ländern legal und dient dazu, die Tiere wehrlos zu machen.

Das Fortsetzen von Tiertransporten in Drittländer ist ein fortwährendes Ignorieren des Urteils des Europäischen Gerichtshofes von 2015, das festgestellt hat, dass der Tierschutz auf Tiertransporten bis zum Bestimmungsort gewährleistet sein muss, auch wenn dieser in einem Drittland liegt.

Um auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen, stehen wir jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat vor dem BMEL in Berlin, bis uns zugesichert wird, dass diese besonders grausamen Tiertransporte beendet werden. Falls du uns dabei unterstützen möchtest, melde dich in unserem Animal Defender Netzwerk an und erhalte regelmäßig Updates zur Mahnwache und weiteren Aktionen.

Europawahlen – Eine weitere Chance für Veränderung

Nächstes Jahr stehen die Europawahlen an und wir werden in dem Zusammenschluss der Eurogroup for Animals alles daran setzen, dass die Tierschutzthemen bei diesen Wahlen nicht zu kurz kommen. Schon jetzt versuchen wir auf Parteien Einfluss zu nehmen und Tierschutzproblematiken in die Wahlprogramme zu bringen.

Allen fühlenden Lebewesen müssen grundlegende Rechte zugestanden werden. Wir alle wollen unsere arteigenen Verhaltensweisen ausleben können, wir möchten uns an der frischen Luft bewegen, einen gesunden Körper haben und Zugang zu ausgewogener Ernährung. Wir möchten in Gesellschaft sein, aber auch die Möglichkeit haben, für uns zu sein, wenn wir Ruhe benötigen und wir müssen ausreichend schlafen können. Dies sind grundlegende Bedürfnisse, die alle fühlenden Lebewesen haben, um gesund und glücklich leben zu können. Doch Millionen von landwirtschaftlich genutzten Tieren in der EU – und weltweit – werden diese Rechte verwehrt. Wir werden alles daran setzen, das zu ändern!

Was du noch tun kannst

Wir werden die Tiere nicht zurücklassen. Und du kannst ihnen auch jetzt sofort helfen!

Stelle dich selbst jeden Tag wieder auf die Seite aller Tiere in der Landwirtschaft, indem du dich Tag für Tag für eine pflanzliche Ernährung entscheidest.

LEBE DEIN MITGEFÜHL

Einer der effektivsten Wege, um das Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere nachhaltig zu verbessern, ist der Umstieg auf pflanzliche Alternativen. Besuche Love Veg und starte noch heute mit einer pflanzlichen Ernährungsweise.


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