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Rückenwind für unsere Kampagne: Foie Gras-Produktion sinkt erneut

April 14, 2022

Einer neuen Prognose nach wird die Produktion von Foie Gras in Frankreich nun das dritte Jahr in Folge zurückgehen. Stopfleber gilt als “Delikatesse” und wird aus einer verfetteten und bis zu 10 Mal vergrößerten Enten- oder Gänseleber hergestellt. Die Herstellung mittels Zwangsfütterung fügt den Vögeln so viel Leid zu, dass die Praktik vor langer Zeit in mehreren Ländern verboten wurde. Frankreich umgeht das Verbot, indem es Stopfleber zum “nationalen und gastronomischen Kulturerbe” erklärt hat. Wir von Animal Equality fordern in unserer aktuellen Kampagne, dass Cem Özdemir und die Bundesregierung sich auf europäischer Ebene für ein Ende der Zwangsfütterung in der Europäischen Union einsetzen.

Etwa 90 % der global vermarkteten Stopfleber wird in der EU produziert, 75 % allein in Frankreich. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die Produktion in Frankreich schon im letzten Jahr um etwa 20 % zurückgegangen war und damit insgesamt um ca. 30 % seit 2019 – dieser erneute Rückgang hat also große Auswirkung auf den weltweiten Stopflebermarkt.

DER RÜCKGANG HAT NICHTS MIT MANGELNDER NACHFRAGE ZU TUN

Obwohl der Rückhalt für tierquälerische Praktiken in der Landwirtschaft immer geringer wird, hat der aktuelle Rückgang nichts mit Kaufentscheidungen der Konsument*innen zu tun. Das liegt wohl auch daran, dass Foie Gras für die wenigsten Menschen erschwinglich ist: Der Kilopreis liegt bei etwa 100 Euro. Vielmehr liegt der Rückgang an H5N1, dem hochansteckenden Virus, das die Vogelgrippe verursacht. Wir haben schon zu Beginn unserer Kampagne darauf hingewiesen, dass gerade die Stopfleberproduktion deshalb ein großes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt:

“Durch die Misshandlung und Vernachlässigung der Vögel wird ihr Immunsystem geschwächt, wodurch sie anfälliger für Krankheiten wie die Vogelgrippe werden. Dies ist bedenklich, da die Vogelgrippe auch für Menschen ansteckend ist.”

Erneute Ausbrüche in 2021 haben dazu geführt, dass Millionen von Enten und Gänsen ‘notgeschlachtet’ werden mussten – eine der sinnlosesten und dadurch grausamsten Form der Tötung in der landwirtschaftlichen Tierhaltungsindustrie. Weitere Ausbrüche im Frühjahr dieses Jahres haben nun die Kükenbrütereien erreicht, sodass ein Neustart der Produktion behindert wird. Das einzig gute an dieser Entwicklung ist, dass die Branche dadurch einen schweren Dämpfer erleidet, weil viele Stopfleberbetriebe zur Seucheneindämmung zeitweise geschlossen werden mussten: Wenn die Produktion stillsteht, leiden akut weniger Tiere unter der brutalen Zwangsfütterung.

DIE ZWANGSMAST MUSS BEENDET WERDEN

Da die Stopfleberindustrie offensichtlich ein Sammelbecken für hochansteckende und gefährliche Krankheiten wie die Vogelgrippe darstellt, muss ihr noch entschiedener entgegengetreten werden. Die Coronavirus-Pandemie zeigt, was passieren kann, wenn Krankheitserreger von Tieren auf den Menschen überspringen – was bei der Vogelgrippe vereinzelt tatsächlich auch passieren kann. Die Übertragung von Mensch zu Mensch bleibt glücklicherweise noch aus, doch etwa die Hälfte der rund 850 bisher gesichert mit H5N1 infizierten Menschen weltweit sind an der Krankheit gestorben. Eine Ausweitung der Infektionen könnte also katastrophale Folgen haben.

WAS DU TUN KANNST

Unterstütze unsere Kampagne für ein Ende der Zwangsmast. Unterschreibe unsere Petition, falls du es noch nicht getan hast. Erzähle deinen Bekannten von unserer Kampagne und hilf so den Millionen von Enten und Gänsen, die unter der Zwangsfütterung leiden.

Wir sind dir dankbar, dass du an unserer Seite für die Enten und Gänse kämpfst! Und vergiss bitte nicht: Ganz unmittelbar und sofort kannst du landwirtschaftlich genutzten Tieren helfen, wenn du komplett auf tierische Produkte verzichtest.


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