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RECHERCHE: Extremes Leid in US-Welsschlachthof

August 26, 2021

Anfang letzter Woche veröffentlichte Animal Equality in den Vereinigten Staaten verstörende Szenen von Tierleid, die in einem Schlachthof von ‘Simmons Farm Raised Catfish’ in Yazoo City, Mississippi, gefilmt wurden. Simmons, wo täglich 21.000 Welse getötet werden (Tiere, die in den Intensivteichen des Unternehmens aufgezogen werden), ist einer der größten vom Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (USDA) inspizierten Welsschlachthöfe in den USA. Die von dem Unternehmen geschlachteten Fische gehen an die nationalen Restaurantketten ‘Cracker Barrel’ und ‘Captain D’s’ sowie an die Lebensmittelgeschäfte ‘Kroger’, ‘Save A Lot’ und ‘Piggly Wiggly’.

LANGWIERIGES LEIDEN:

Die Recherche dokumentierte, dass die Fische über einen längeren Zeitraum – bis zu einer Stunde – außerhalb des Wassers gehalten und anschließend geköpft wurden. Obwohl die Fische während der Verarbeitung ein elektrisches Betäubungsgerät durchlaufen, werden viele von ihnen wieder mobil und beginnen zu keuchen und ihre Flossen zu bewegen, lange bevor sie schließlich geköpft werden. Ausgemusterte Welse, Schlammpeitzger und Schildkröten wurden aus den Produktionslinien entfernt und in Eimer ohne Wasser gelegt. Später wurden sie auf ein Förderband gelegt und zu einem Zerkleinerer transportiert, wo sie bei lebendigem Leib zermahlen wurden.

MISSHANDLUNGEN VON TIEREN:

Der Ermittler filmte verstörende Szenen, darunter auch schwere Rechtsverstöße. Aufnahmen mit versteckter Kamera und Aussagen von Augenzeugen enthüllen:

  • Hunderte von Welsen, die außerhalb des Wassers langsam erstickten, während die Arbeiter*innen Pausen machten
  • Fische, die bei vollem Bewusstsein geköpft wurden
  • Schildkröten und ausgemusterte Beifangfische wurden in Eimer gelegt, um später lebendig zermahlen und – laut einem Mitarbeiter – als Futter für Simmons’ noch wachsende Welse verwendet zu werden
  • eine Schildkröte, die auf ein sich bewegendes Förderband mit abgetrennten Welsköpfen geworfen wurde und dann verzweifelt versuchte, in die entgegengesetzte Richtung zu kriechen, während sie zum Zerkleinerer transportiert wurde 
  • unterdimensionierte, deformierte und von Parasiten befallene Fische, die stundenlang in Behältern ohne Wasser am Leben gelassen wurden

WAS WIR SAGEN:

“Jeden Tag leiden im Schlachthof von Simmons Tausende von Welsen und unzählige andere Tiere. Die Recherche hat anhaltende Verstöße gegen das Gesetz des Staates Mississippi aufgedeckt. Es muss Anklage gegen Simmons erhoben werden, um die anhaltenden Misshandlungen zu beenden.”

Sharon Núñez, Präsidentin von Animal Equality.         

ANIMAL EQUALITY FORDERT EINE ANKLAGE:

Wir haben dem Sheriff und dem Bezirksstaatsanwalt von Yazoo County Beweise vorgelegt, in denen die Verstöße gegen die Gesetze von Mississippi – die während der einmonatigen Recherche dokumentiert wurden – detailliert aufgeführt sind, einschließlich schwerer Verstöße gegen das gesetzliche Verbot unnötiger Verstümmelungen und grausamer Arten des Transportierens, wie z. B. auf der Förderanlage. 

Das Gesetz von Mississippi besagt, dass jede Person, die für die Pflege und den Umgang mit Lebewesen – einschließlich Fischen – verantwortlich ist, nicht zulassen darf, dass diese Tiere gequält oder gepeinigt werden oder dass ihnen die lebensnotwendigen Bedürfnisse (z. B. atmen) vorenthalten werden, sei es durch absichtliche Grausamkeit oder einfache Nachlässigkeit. Animal Equality vertritt die Auffassung, dass das Management und die Eigentümer von Simmons nach dem Gesetz von Mississippi strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden müssen, weil sie täglich Hunderte von Fischen einer solchen Misshandlung aussetzen.

IRREFÜHRENDE WERBUNG:

Entgegen den Feststellungen des Ermittlers behauptete Simmons, dass die Fische “innerhalb von 30 Minuten” und auf “schnelle [und] sterile” Weise verarbeitet werden. Animal Equality reichte Beschwerden bei den Generalstaatsanwälten der Bundesstaaten Alabama, Georgia, Louisiana, Mississippi und Tennessee ein und merkte an, dass die falschen und irreführenden Behauptungen von Simmons über seine Produkte und die Produktionspraktiken nach den Verbraucherschutzgesetzen dieser Staaten unfaire oder irreführende Handelspraktiken darstellen. Infolgedessen erklärte sich Simmons bereit, die Behauptung, der Fisch werde “innerhalb von 30 Minuten” verarbeitet, von seiner Website zu entfernen.

Nach der Schlachtung werden die toten Welse vom USDA inspiziert und anschließend an Restaurants, Lebensmittelgeschäfte und Foodservice-Unternehmen geliefert. Obwohl die Produkte von Simmons das offizielle Siegel der Bundesbehörde tragen, gibt es kein Bundesgesetz, das Tierschutzstandards bei der Schlachtung vorschreibt, so dass die Inspektoren des USDA nicht auf Tierquälerei achten.

FISCHE SPÜREN SCHMERZEN:

Es gibt eindeutige wissenschaftliche Beweise für die Fähigkeit und das Ausmaß des Schmerzempfindens von Fischen und insbesondere für die Schwierigkeit, Welse vor dem Schlachten wirksam zu betäuben. In einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie über die Auswirkungen kommerzieller Betäubungsmethoden auf die Gehirnfunktion von Welsen wurde die Unwirksamkeit der elektrischen Betäubung untersucht. In der Studie wurde festgestellt, dass Welse nach einer zwei Sekunden dauernden Betäubung innerhalb von 30 Sekunden wieder empfindungsfähig werden und sich nach einer zehn Sekunden dauernden Betäubung nach 1,7 bis 4,9 Minuten erholen. Wenn man – wie bei Simmons – nicht darauf achtet, dass sich die Welse vor der Schlachtung von der Betäubung erholen, erleben sie vermeidbare Angst, Schmerzen, Leid und Qualen während sie bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden.

WIE SIE HELFEN KÖNNEN:

Wir fordern nicht nur, dass gegen Simmons Anklage wegen Tierquälerei erhoben wird, sondern auch eine Bundesgesetzgebung, die Fische im Rahmen des ‘Humane Methods of Slaughter Act’ schützt, da Wassertiere derzeit vom Schutz dieses Gesetzes ausgeschlossen sind. Zu diesem Zweck hat Animal Equality in den Vereinigten Staaten eine Petition gestartet, in der sie den Kongress auffordern, die Tötung von Fischen bei vollem Bewusstsein zu verbieten.

Doch auch Sie können etwas für die Fische bewirken, indem Sie diese Recherche teilen. Mit Ihrer Unterstützung können wir diesen empfindungsfähigen Tieren helfen und sicherstellen, dass künftige Generationen von Fischen nicht das gleiche brutale Schicksal erleiden müssen.

Und bitte schließen Sie Fische in Ihr Mitgefühl ein und streichen Sie sie von Ihrer Speisekarte.


Vereinigte Staaten

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