Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
Neuigkeiten

Das Schreien der Schweine

August 7, 2018 Aktualisiert: 7. August 2018
ferkel wird misshandelt
ferkel wird misshandelt

Im April 2018 gelang es einem Tierschutz-Aktivisten, in zwei Schweinezucht- und -mastbetrieben in Italien zu filmen. Die beiden Betriebe befinden sich im Norden des Landes, in den Regionen Piemont und Lombardei. Die Aufnahmen, die Animal Equality in Kooperation mit italienischen Medien veröffentlicht hat, zeigen die systematische Grausamkeit gegenüber den Schweinen in den Betrieben. Der Betrieb in Piemont ist für die Produktion von Parmaschinken zertifiziert und beliefert das “Parmaschinken-Konsortium”, den Verband der Parmaschinken-Hersteller. Insbesondere über Produkte wie Parmaschinken ist die italienische Schweinefleisch-Industrie auch mit dem deutschen Markt verbunden: Deutschland gehört zu den größten Abnehmern von Parmaschinken.

Die Aufnahmen zeigen den brutalen Umgang mit den Ferkeln und Schweinemüttern. Als wären sie bloße Gegenstände, werfen Arbeiter die Ferkel rücksichtslos in Transportboxen und LKWs, stapeln die Tierkinder geradezu aufeinander, beschimpfen die verängstigten und irritierten Schweine lautstark und schlagen sie – unter anderem auch auf die Köpfe und ihre empfindlichen Nasen. In einer Szene ist zu sehen, wie ein Arbeiter ein weibliches Schwein mit einem Plastikschlauch auf die Geschlechtsorgane schlägt, in einer anderen, wie ein krankes, kaum mehr bewegungsfähiges Schwein durch die Gänge geschleppt und getrieben wird. Außerdem wurden Schweinemütter, die einen großen Teil ihres Lebens in engen Kastenständen verbringen müsse, dokumentiert sowie das routinemäßige Abschneiden der Ringelschwänze, obwohl dies gegen EU-Richtlinien verstößt.

Unterstützt vom örtlichen Tierschutzbeauftragten Dr. Enrico Moriconi und der piemontesischen Stadträtin Francesca Frediani, hat Animal Equality gegen den Parmaschinken-Betrieb Anzeige erstattet. Doch auch in dem Schweinebetrieb in der Lombardei stieß der Tierschutz-Aktivist auf erschreckende Zustände. Immer wieder fand er dort sterbende Ferkel vor: Tiere, die Qualen leiden mussten, weil die Betreiber an Tierarztkosten sparen. Zahlreiche tote, auch bereits verwesende Schweine lagen außerdem in den Ställen und auf dem Gelände. Um gegen das Leid der Schweine in Italien vorzugehen, hat das italienische Team von Animal Equality eine Petition an die Agrar- und Gesundheitsminister gerichtet. Die Forderungen lauten unter Anderem: eine dringend notwendige Verbesserung der Kontrollen, ein konsequente Umsetzung der Verbote von Praktiken, die EU-Richtlinien widersprechen, und ein Ende der Kastenstände, die Schweinemüttern extremes Leid verursachen. Sie möchten über unsere Arbeit in Deutschland und anderen Ländern auf dem Laufenden gehalten werden? Dann tragen Sie sich hier in unseren Newsletter ein. Dort erhalten Sie regelmäßig Informationen zu unseren Veröffentlichungen über Zustände in der Tierindustrie, spannendes Hintergrundwissen zu unseren Unternehmenskampagnen und Bildungsprogrammen sowie Updates zu unseren Petitionen und Aktionen in Deutschland.


Aktuellste Neuigkeiten
9. Juli 2026

Die Aktivist*innen haben sich am Hauptsitz von Sodexo in Paris angekettet und das Unternehmen zum Handeln aufgefordert. Denn Sodexo hatte sein Versprechen gebrochen, die Käfighaltung von sogenannten Legehennen in seinen internationalen Lieferketten zu beenden. Nach fast fünf Stunden beendeten die Tierschützer*innen die Protestaktion, nachdem Sodexo zugesagt hatte, mit Animal Equality in den Dialog zu gehen.
8. Juli 2026

Seit Monaten kämpfen wir gemeinsam für die Tiere in der EU. Jetzt hat die Europäische Kommission die lang erwartete Nutztierstrategie vorgestellt. Darin verpflichtet sich die Kommission, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der unter anderem den schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung sowie ein Ende der Tötung männlicher Küken vorsieht. Das ist ein wichtiger Meilenstein, aber wir sind noch nicht am Ziel.
1. Juli 2026

Es ist dringend: Die EU-Kommission veröffentlicht Anfang Juli die „Strategie für Nutztierhaltung“ (Livestock Strategy). Sie wird die Richtung vorgeben, ob der für das vierte Quartal 2026 geplante Legislativvorschlag zum Tierschutz verbindliche Maßnahmen wie ein Käfigverbot enthält. Deswegen sind wir auch im Juni in Brüssel auf die Straße gegangen, um unsere Forderungen für die Tiere unübersehbar zu machen – noch lauter, noch stärker und mit noch mehr Menschen denn je.