Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
Neuigkeiten

Ende der tierquälerischen Käfighaltung von Kaninchen in Sicht?

Die Mitglieder des Ausschusses für Landwirtschaft im Europäischen Parlament haben am Mittwoch, dem 25. Januar 2017 einem Initiativ-Report zugestimmt, der die Käfighaltung von Kaninchen bald verbieten könnte.
26. Januar 2017 Aktualisiert: 26. Januar 2017

320 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in der Europäischen Union zur Produktion von Fleisch gezüchtet und gemästet. Die größten Produzenten sind dabei Spanien, Italien und Frankreich. Die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, sind grausam – für die Haltung gibt es kaum Mindeststandards. 99 % der in der EU gehaltenen Kaninchen leben in engen Metallkäfigen, unfähig auch nur ihren grundlegendsten Bedürfnissen nachzugehen.

Eine Kampagne des Europaabgeordneten Stefan Eck, unterstützt von der Tierschutzorganisation Compassion In World Farming, steht nun kurz davor das zu ändern. “Es ist als Erfolg zu werten, dass wir nach so vielen Jahren nun über Mindeststandards in der Kaninchenhaltung diskutieren. Die Abstimmung heute ist ein erster wichtiger Schritt, aber es muss endlich europaweit einheitliche und verbindliche Vorschriften speziell für die Haltung von Kaninchen geben”, so Eck.

Am Mittwoch stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Landwirtschaft im Europäischen Parlament über den Initiativ-Report ab – mit 29 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und neun Enthaltungen. Über den Berichtsentwurf muss nun das Parlament in einer Sitzung in Straßburg abstimmen. Dies soll in den nächsten Wochen geschehen.

Animal Equality hat zwei Jahre lang in 70 spanischen Kaninchenzuchtbetrieben recherchiert. Auf diese Weise entstand die bis zum heutigen Tag umfassendste bildliche Dokumentation der Kaninchenzuchtindustrie in Europa. Uns sind zudem Aufnahmen aus italienischen Schlachthöfen gelungen. Die Bilder wurden im Zuge der Kampagne verschiedenen Europaabgeordneten gezeigt, um sie über die erschreckenden Bedingungen in europäischen Kaninchenbetrieben aufzuklären.

Ria Rehberg, Ko-Vorsitzende von Animal Equality in Deutschland, plädierte in einer bewegenden Rede in Brüssel für ein europaweites Verbot der tierquälerischen Käfighaltung: “Ein Kaninchen in einem europäischen Zucht- oder Mastbetrieb zu sein, bedeutet, in einem winzigen Käfig gehalten zu werden, unfähig auch nur die grundlegendsten Wünsche und Bedürfnisse auszuleben. Jetzt ist die Zeit, eine der grausamsten Praktiken der europäischen Kaninchenzucht zu beenden. Die Tiere brauchen jetzt unsere Stimme.

Bitte helfen Sie uns die Ergebnisse unserer Recherche zu verbreiten, indem Sie dieses Video teilen!


Brüssel

Aktuellste Neuigkeiten
28. Juli 2026

Die EU-Kommission hatte vor Jahren versprochen, das EU-Tierschutzrecht zu reformieren und den Ausstieg aus der Käfighaltung anzugehen. Doch der zentrale Legislativvorschlag zum Schutz von landwirtschaftlich genutzten Tieren liegt bis heute nicht vor. Währenddessen leiden weiterhin rund 300 Millionen fühlende Lebewesen in der EU in Käfigen. Wir haben gemeinsam mit 14 Organisationen und 33 Expert*innen, wie dem weltweit bekannten Tierethiker Prof. Peter Singer, einen Appell an die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gerichtet – und jetzt eine Antwort von der EU-Kommission erhalten.
27. Juli 2026

Jahrelang hat unser brasilianisches Team für ein Verbot der tierquälerischen Zwangsmast von Enten und Gänsen gekämpft – mit Erfolg! Präsident Lula hat jetzt einen entsprechenden Gesetzesentwurf unterschrieben. Das ist ein historischer Moment: Damit ist Brasilien nach Indien das zweite Land der Welt, das per Bundesgesetz sowohl die Herstellung als auch den Verkauf von Foie gras verbietet.
16. Juli 2026

Seit fünf Jahren verspricht die EU-Kommission einen schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung. Ein verbindlicher Zeitplan oder konkrete Gesetzesvorschläge liegen bis heute nicht vor. Und das, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig belegen, wie leidvoll die Käfighaltung ist, und auch EU-Bürger*innen seit Jahren ein Verbot fordern. Was hält die Politik also vom Handeln ab? Unsere neue Auswertung zeigt jetzt, welche Rolle die Agrarlobby dabei spielt.