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6 Widersprüche, die uns die intensive Landwirtschaft vorenthält


Die Tierhaltung, insbesondere die Intensivtierhaltung, verursacht nicht nur unvorstellbares und inakzeptables Leid für die Tiere, sondern birgt auch zahlreiche Widersprüche, über die nicht genug gesprochen wird und über die wir heute berichten möchten.

„Für die Herstellung von Bio-Produkten müssen keine Tiere leiden.“

Leider war dieser Irrglaube noch nie so verbreitet wie heute.

Sie sollten wissen, dass über 90 Prozent der in Deutschland verzehrten Fleisch- und Wurstwaren aus industriellen Haltungssystemen stammen. Der Anteil von Bio-Schweinefleisch liegt bei knapp einem Prozent. Auch die Marktanteile von Geflügel- und Rindfleisch aus ökologischer Herkunft fallen kaum ins Gewicht. Heute leben bereits über 75% der Masthühner in Betrieben mit 50.000 und mehr Tieren.

In Europa stammen mehr als 80 % der Tiere aus intensiven Tierhaltungsbetrieben.

Wie Sie sehen, stammt der überwiegende Teil der Fleischprodukte in Deutschland und Europa aus intensiver Tierhaltung.

Aber kommen wir zurück zu dem, was wir “Die 6 Widersprüche der intensiven Landwirtschaft” genannt haben, und was bewusst vor der Öffentlichkeit verborgen wird.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, diesen Artikel zu lesen, denn wir werden Ihnen etwas erzählen, was Sie wahrscheinlich nicht in der Zeitung lesen oder im Fernsehen sehen werden.

DER ERSTE WIDERSPRUCH: PLATZ

Die Devise der intensiven Landwirtschaft lautet: Maximierung. Maximierung der Produktion – in erster Linie, um den Gewinn zu maximieren.

Wenn alle Tiere, die in der deutschen Fleischindustrie eingesperrt sind, frei grasen könnten, gäbe es buchstäblich keinen Platz mehr für uns Menschen. Die Straßen und Plätze der Städte wären von Kühen, Hühnern, Hennen und Schweinen bevölkert.

Die Industrie meint dieses Problem zu lösen, indem sie so viele Tiere wie möglich in Ställe pfercht oder, schlimmer noch, in Käfige einsperrt – was ihnen schreckliches Leid bereitet.

Aber die Wahrheit ist, dass die intensive Landwirtschaft hier ‘Platz spart’, ihn aber woanders stiehlt: Vor allem im globalen Süden. 

Und das aus zwei Gründen: Können Sie sich vorstellen, welche das sind?

DER ZWEITE WIDERSPRUCH: VERSTECKTE LIEFERKETTE 

Hühner, Hennen, Kaninchen, Gänse, Schweine, Kühe – die für die Milchproduktion ausgebeutet werden – und die meisten Rinder – die für die Fleischproduktion gezüchtet werden – leben ihr ganzes Leben lang eingesperrt in den Ställen der Intensivtierhaltung.

Nur einige Rinderrassen, die für die Fleischerzeugung gezüchtet werden, dürfen frei grasen.

Der durchschnittliche jährliche Fleischkonsum in Deutschland summierte sich zuletzt auf rund 70 Kilogramm pro Kopf. Etwa die Hälfte des Fleischkonsums entfällt dabei auf Schweinefleisch, weitere 14 Kilogramm entfallen auf Geflügel und etwa 10 Kilogramm auf Rind- und Kalbfleisch.

Woher kommt das Fleisch, das in Deutschland verzehrt wird? Sie sollten wissen, dass es auch aus anderen Ländern wie Frankreich, Polen, Italien und Brasilien kommt… ja, sogar aus Übersee. 

Und hier zeigt sich der zweite Widerspruch der intensiven Landwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung: Die Lieferkette ist so lang, dass ein Tier, das in Brasilien aufgezogen und geschlachtet wurde, dessen Fleisch aber in Deutschland verarbeitet wird, das EU-weit einheitliche Siegel “geschützte geografische Angabe” erhalten kann. Die Herkunftsangabe erfolgt wenn überhaupt nur auf Länderebene, sprich: Es wird entweder ein EU-Mitgliedstaat oder ein Drittland gekennzeichnet. Verarbeitungserzeugnisse wie gewürztes Rindersteak oder Wurst mit Rindfleisch fallen überhaupt nicht unter die Etikettierungspflicht.

So kann der Verbraucher nicht nachvollziehen, wo das Produkt wirklich herkommt, und denkt unbewusst, er kaufe ein Produkt “Made in Germany”.

DER DRITTE WIDERSPRUCH: LEBENSMITTEL

Für die Fütterung eines einzigen Schweins in der Mast werden täglich 2 kg Futter benötigt.

Um die Produktion und den Gewinn zu maximieren, werden die Tiere mit eiweißreichen Futtermitteln gefüttert, die ein schnelles Wachstum bewirken sollen.

Der Eiweißanteil des Futters besteht im Allgemeinen aus einer Hülsenfrucht: Soja.

Es liegt auf der Hand, dass es nicht möglich ist, in Deutschland den gesamten Sojabedarf anzubauen, der für die Fütterung von Hunderten von Millionen von Tieren benötigt wird, die jedes Jahr in den Intensivtierhaltungsbetrieben leben, denn auch dafür gibt es nicht genügend Platz.

Wie funktioniert das also?

Die Antwort ist einfach: Die Industrie kauft Soja aus anderen Ländern – vor allem aus dem Süden –, wo es genug Platz für den Anbau gibt… aber der Preis, den wir alle dafür zahlen, ist die Abholzung ganzer Wälder.

DER VIERTE WIDERSPRUCH: UMWELTVERSCHMUTZUNG

Die Intensivtierhaltung ist für mindestens 14,5 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Aber sie ist auch direkt und indirekt mit einer der größten Umweltkatastrophen unserer Gesellschaft verbunden: der Zerstörung der reichen Ökosysteme unserer Erde. 

Im Jahr 2020 wurden mehr als 12 Millionen Hektar abgeholzt, das sind 12 % mehr als im Jahr zuvor.

Und 42.000 km² gingen allein in den tropischen Regionen verloren, die für die Gesundheit des Planeten am wertvollsten sind.

Diese Zahlen deuten auf einen alarmierenden Trend hin: Die Abholzungsrate nimmt zu und liegt weit über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre.

Aber das ist noch nicht alles. In den letzten 10 Jahren hat der Amazonas fast 20 % mehr Kohlendioxid produziert, als er im gleichen Zeitraum absorbieren konnte.

Die intensive Landwirtschaft verbrennt wichtige Ökosysteme der Erde, um einen bestimmten Teil der Welt zu ernähren – vor allem mit Fleisch – und zwar so massiv, dass die Gasemissionen des Amazonas seine Aufnahmekapazität bei weitem übersteigen.

Es wurde errechnet, dass der Amazonas – wäre er ein Land – an dritter Stelle auf der Liste der weltweit größten Treibhausgasemittenten stünde.

DER FÜNFTE WIDERSPRUCH: VERSTECKTES LEIDEN

Oft werden Tiere, die in abgeholzten Gebieten aufgezogen werden, in illegale Schlachthöfe gebracht, wo keine Mindeststandards für den Tierschutz eingehalten werden.

Aufgrund dieses perversen Systems, bei dem es unmöglich ist, die gesamte Versorgungskette zurückzuverfolgen, leiden die Tiere enorm: Sie leiden während ihres kurzen Lebens und sie erleiden Höllenqualen zum Zeitpunkt der Schlachtung, die ohne Betäubung und auf eine Weise erfolgt, die gelinde gesagt brutal ist.

DER SECHSTE WIDERSPRUCH: WELTHUNGER

Wir alle wissen, dass der Welthunger die Geißel unseres Jahrhunderts ist.

Die Kluft der Ungleichverteilung wird jedes Jahr größer statt kleiner.

Und doch gibt es eine praktikable kurzfristige Lösung: Wenn die für den Sojaanbau vorgesehenen landwirtschaftlichen Flächen für die Produktion von Nahrungsmitteln für die 2 Milliarden schwer unterernährten Menschen genutzt werden könnten, würde sich das Problem des Welthungers drastisch reduzieren.

In einer hochgradig globalisierten Welt, in der es keine Schranken mehr gibt und in der der wirtschaftliche Austausch untrennbar von einem Land zum anderen führt, ist ein Teil der Welt verantwortlich für das, was auf der anderen Seite des Globus geschieht.

In diesem Zusammenhang werden wir morgen eine neue Informationskampagne veröffentlichen, die ein anderes Gesicht der intensiven und nicht-intensiven Tierhaltung aufzeigen wird – ein Gesicht, das wenig bekannt ist, weil es von den großen multinationalen Unternehmen absichtlich im Verborgenen gehalten wird.

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