Warum Tierschutz nicht an Landesgrenzen enden darf – und was du jetzt tun kannst
Wir setzen uns nicht nur für die Tiere in Deutschland ein, die in der landwirtschaftlichen Industrie leiden und sterben. Mit Standorten in den USA, Brasilien, Mexiko, Großbritannien, Indien, Spanien und Italien engagieren wir uns global für den Schutz der Tiere. Dabei verfolgen wir über alle Grenzen hinweg ein gemeinsames Ziel: die Ausbeutung von Tieren zu beenden.
Warum internationale Tierschutzarbeit wichtig ist
Hohe Tierschutzstandards wirken sich auf andere Länder aus:
Länder, die strengere Tierschutzgesetze erlassen, senden ein klares Signal an den Rest der Welt. Andere Länder geraten dadurch unter Druck, nachzuziehen. Wenn sie langfristig hinterherhinken, verschlechtert das nicht nur ihr gesellschaftliches Ansehen, es kann auch gravierende Folgen für die Wirtschaft des Landes haben. Denn in Handelsabkommen zwischen verschiedenen Ländern und Unionen werden oftmals Tierhaltungsstandards festgelegt, die eingehalten werden müssen. Länder mit höheren Tierschutzvorgaben fordern häufig gleichwertige Standards für Importe. Wer diese nicht erfüllt, kann auch nichts dahin exportieren.
Das gleiche Prinzip betrifft auch Betriebe und Unternehmen innerhalb eines Landes. Beispielsweise haben wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit zahlreichen Organisationen erreicht, dass sich Unternehmen wie ALDI und LIDL den Kriterien der Masthuhn-Initiative verpflichtet haben. Das heißt, sie fordern von ihren Zulieferern, künftig auf besonders grausame Praktiken der Hühnerhaltung zu verzichten. Somit müssen die Tierhaltungsbetriebe auch ihre Standards erhöhen.

Menschen konsumieren Tierqualprodukte, ohne es zu wissen:
Im Ausland gelten teilweise ganz andere Mindeststandards. Für die Menschen ist meistens nicht ersichtlich, aus welchen Haltungsbedingungen die importierten Produkte stammen.
Niedrige Standards in anderen Ländern können nationales Engagement ausbremsen:
Wenn andere Länder langfristig nicht nachziehen und ihre Tierschutzbedingungen nicht verbessern, dann geraten Länder mit höheren Standards im globalen Handel in den Nachteil. Denn schlechtere Bedingungen bedeuten oftmals auch niedrigere Preise auf dem Markt. Wenn Länder mit höheren Standards ihre Produkte dort nicht mehr loswerden, kann es dazu führen, dass sie langfristig nicht mehr so stark in Sachen Tierschutz voranschreiten.
Tierleid endet nicht an Landesgrenzen – deshalb darf es Tierschutz auch nicht.

Du siehst, die globale Wirtschaft spielt in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle für die Tierindustrie und beeinflusst damit auch den Tierschutz auf Landesebene. Unabhängig davon gibt es natürlich noch den für uns wichtigsten Punkt, weshalb wir uns international engagieren: Jedes einzelne Tier fühlt Schmerzen und Angst – egal, in welchem Land es geboren, gehalten und getötet wurde. Deswegen kämpfen wir für jedes einzelne fühlende Lebewesen in Deutschland, der EU und der ganzen Welt.
Was das in der Praxis bedeutet
Einheitliche höhere Tierschutzgesetze in der EU notwendig
Ein deutliches Beispiel dafür ist Stopfleber. Obwohl eine EU-Richtlinie von 1999 grausame Praktiken wie die Zwangsmast untersagt, werden durch Ausnahmeregelungen noch immer rund 80 Prozent der weltweiten Stopfleber in der EU hergestellt. Deutschland und viele andere EU‑Mitgliedstaaten haben die leidvolle Praxis bereits verboten. Das heißt, hier darf keine Stopfleber durch Zwangsmast hergestellt werden. Aber: Der Import ist weiterhin erlaubt und die tierquälerische „Delikatesse“ wird hierzulande in Restaurants und Supermärkten verkauft. Das Problem: Aufgrund der EU-Warenverkehrsfreiheit kann Deutschland als einzelnes Mitgliedsland kein nationales Importverbot für andere EU‑Länder erlassen, in denen durch die Ausnahmeregelung noch Stopfleber hergestellt wird.
Deswegen setzen wir uns mit unserer Kampagne „Das Ende der Zwangsmast“ für ein endgültiges und konsequentes Ende der Herstellung und des Handels von Stopfleber ein. Unsere Forderungen richten wir an die deutsche Bundesregierung – sie soll sich auf EU-Ebene für ein Verbot starkmachen. Denn je mehr Druck aus den Mitgliedsstaaten kommt, umso näher kommen wir einem Ende der Zwangsmast weltweit, da die EU mit großem Abstand diesen leidvollen Markt anführt.

Käfigeier landen durch Importe auf deutschen Tellern
In Deutschland ist die Käfighaltung von Hühnern in der Eierindustrie aus Tierschutzgründen verboten. Doch in vielen anderen EU-Ländern ist sie weiterhin erlaubt. Diese Käfigeier werden vor allem in Backwaren und Fertiggerichten auch in Deutschland gegessen – oftmals ohne, dass es den Menschen bewusst ist. Denn es gibt keine Kennzeichnungspflicht für die Herkunft der Eier in verarbeiteten Produkten. Hier erfährst du mehr dazu.
Kükentöten wird ins Ausland verlagert
Das Kükentöten ist eine der grausamsten Praktiken der Tierindustrie. Männliche Küken werden am Tag ihrer Geburt lebendig geschreddert oder mit Gas getötet, weil sie für die Eierindustrie keinen Nutzen haben. In Deutschland wurde das bereits verboten. Doch die leidvolle Praxis wurde teilweise einfach ins Ausland verlagert: Deutschland importiert seit dem Verbot mehr weibliche Küken und mehr Eier aus EU-Ländern, in denen das Kükentöten weiterhin erlaubt ist. Das Leid bleibt also – es findet nur woanders statt.
EU-weite Verbote würden diese Schlupflöcher schließen
Mit unserer Kampagne „EU-Tierschutzreform – jetzt“ setzen wir uns für ein Ende der Käfighaltung und des Kükentötens in der ganzen EU ein. Nur durch einheitliche Standards können wir sicherstellen, dass nationale Fortschritte wie in Deutschland nicht durch Importe ausgehebelt werden. Setze auch du dich für Verbesserungen für alle Tiere in der EU ein:

Unsere Unterstützung von internationalen Kampagnen
Auch hier haben wir ein Beispiel zur Zwangsmast: Sechs Jahre lang hat unser brasilianisches Team für ein Verbot gekämpft, bis Mitte 2026 nur noch die Unterschrift des Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva unter dem Gesetzesentwurf gefehlt hat. Unsere Animal Defender aus Deutschland und vielen anderen Ländern haben mit Online-Aktionen diesen entscheidenden finalen Schritt vorangetrieben. Wir haben den Druck auf internationaler Ebene erhöht und wir hatten Erfolg: Das Gesetz ist beschlossen. Nach unserem Erfolg in Indien, ist Brasilien das zweite Land der Welt, das die Herstellung und den Vertrieb von Nahrungsmitteln verbietet, die durch Zwangsmast von Tieren gewonnen werden.
Welchen Einfluss US-Lebensmittelgiganten haben – und wie wir darauf einwirken
Die USA spielen eine wichtige Rolle im globalen Handel. Sie exportieren beispielsweise weltweit das meiste Fleisch von Schweinen. Viele der Mutterschweine, die dort in der Zucht ausgebeutet werden, leben den Großteil ihres Lebens in engen Kastenständen, die kaum größer sind als ihr eigener Körper. Auch mehr als die Hälfte aller Hühner in der Eierindustrie werden fast ihr ganzes Leben lang in sogenannten Legebatterien eingesperrt.
Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA kein einheitliches Tierschutzgesetz, das für alle Bundesstaaten gilt. Jeder Bundesstaat entscheidet selbst – und viele haben nur sehr schwache oder gar keine Vorgaben für die Haltung von Schweinen, Hühnern oder anderen Tieren in der landwirtschaftlichen Industrie.
Das bedeutet: In den USA entscheiden vor allem die großen Supermarktketten und Lebensmittelkonzerne, unter welchen Bedingungen Tiere gehalten werden. Denn sie sind es, die bei den Tierhaltungsbetrieben einkaufen – und sie können über ihre Einkaufsrichtlinien festlegen, welche Standards erfüllt werden müssen.
Wenn wir also erreichen, dass Unternehmen wie Kroger, Ahold Delhaize oder ALDI ihre Anforderungen zur Tierhaltung erhöhen, hat das einen direkten Einfluss auf das Leben von Millionen Tieren.

Fortschritt nach Kampagne
Dem niederländischen Lebensmittelgiganten Ahold Delhaize gehören in den USA große Supermarktketten – und das Unternehmen hat sich Anfang 2026 verpflichtet, Käfige für Millionen Hühner und tausende Mutterschweine in seinen US-Lieferketten abzuschaffen. Ein Jahr lang haben wir mit einer intensiven Kampagne dafür gekämpft. Nicht nur unser US-Team war aktiv, wir haben auch in Deutschland Protestaktionen durchgeführt, mit unseren Animal Defendern E-Mails an die Entscheidungsträger*innen geschickt und Unterschriften gegen die Käfighaltung gesammelt.
Was du jetzt für die Tiere tun kannst
Entscheide dich mit einer pflanzlichen Ernährung dafür, das System der Tierausbeutung nicht länger zu unterstützen. Für deine Ernährungsumstellung bieten wir dir auf Love Veg viele kostenfreie Angebote – von wertvollen Tipps bis zu ganzen Kochbüchern.
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