Prognose: 2040 müssen für den Großteil des Fleisches keine Tiere mehr sterben

Eine aktuelle Studie von AT Kearney, eine der größten strategischen Unternehmensberatungen weltweit, schätzt, dass Clean Meat (dt. sauberes Fleisch) und pflanzenbasierte Fleischalternativen bis 2040 rund 60 % des weltweiten Fleischbedarfs abdecken werden. Während der Marktanteil von tierleidfreien und umweltfreundlicheren Fleischersatzprodukten stetig anwächst, werden, dieser Prognose zufolge, für einen entscheidenden Anteil des weltweit verzehrten Fleisches zukünftig also keine Tiere mehr geschlachtet.

Probleme der konventionellen Fleischproduktion

Die Autor*innen des Reports veranschaulichen die drastischen Auswirkungen, die konventionelle Produktionsverfahren in der Fleischindustrie auf die Umwelt und das Klima der Erde haben. Sie betonen zudem, dass immer mehr Menschen die grausamen und tierquälerischen Praktiken der Massentierhaltung als unnötig und überholt empfinden. Da es bereits Alternativen zum milliardenfachen Leid der Tiere und der massiven Umweltzerstörung gibt, sei es demnach nur eine Frage der Zeit, bis diese einen signifikanten Marktanteil erreichen und einen festen Platz im Speiseplan vieler Menschen einnehmen werden.

Gesellschaftlicher Wandel: Investition in eine neue Branche

Angesichts der steigenden Nachfrage investieren immer mehr Unternehmen in die Forschung und Produktion von neuen Fleischalternativen. Großen Hersteller wie Beyond Meat, Impossible Foods oder Just Foods ist es bereits gelungen, leckere pflanzenbasierte Produkte, wie die beliebten Burgerbratlinge aus Erbsenprotein oder Soja- und Weizeneiweiß, zu produzieren und am Markt einzuführen.

Überall auf der Welt arbeiten außerdem Firmen und Start-Ups daran, das sogenannte Clean Meat weiterzuentwickeln, also jenes kultivierte Fleisch, welches aus Zellen von Rindern, Hühnern oder Schweinen entsteht. Weil dieses Fleisch außerhalb des tierischen Körpers herangezogen werden kann, müssen die Tiere für dessen Herstellung nicht leiden. Geschmack und Inhaltsstoffe sollen dabei identisch sein mit dem Produkt, das von getöteten Tieren stammt und somit vor allem eine gute Alternative für leidenschaftliche Fleischesser*innen darstellen, die nicht auf den gewohnten Geschmack verzichten, jedoch auf ein bewusstes Konsumverhalten umsteigen möchten. Bisher ist Clean Meat allerdings noch nicht in den Supermarktregalen zu finden, da die Herstellung heute noch kostspielig und das Produkt somit noch nicht marktreif ist.

Den Berechnungen der Expert*innen von A.T. Kearney zufolge, könnte der Marktanteil von pflanzenbasierten Fleischersatzprodukten und Fleisch aus Zellkulturen bis 2030 jedoch auf 28 % des gesamten Fleischmarkts anwachsen, 2040 könnte er bereits ganze 60 % davon betragen. Etwa 35 % des gesamten Fleischbedarfs würden dann durch Clean Meat und rund 25 % durch  pflanzliche Alternativen abgedeckt werden.

Es gibt sogar Expert*innen, die diese Prognose als zurückhaltend bewerten. Rosie Wardle von der Jeremy Coller Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die sich mit nachhaltigen Ernährungsformen auseinandersetzt, erklärt: “Der Wandel zu nachhaltigen Wegen des Proteinkonsums ist bereits auf dem Vormarsch, angetrieben von Verbrauchern, Investoren und Unternehmen, die sogar die größten Fleischhersteller der Welt mit ins Boot holen. Wenn überhaupt, handelt es sich bei der Annahme, dass 60 % des weltweit konsumierten “Fleisches” in 20 Jahren nicht mehr von geschlachteten Tieren stammt, um eine Untertreibung.

Eine pflanzenbasierte Lebensweise verspricht, in vielerlei Hinsicht, die zentrale Ernährungsform der Zukunft zu werden: Sie verringert Tierleid, schont natürliche Ressourcen und leistet einen wichtigen Beitrag zum sozialen Wandel – hin zu einer nachhaltigen und fairen Weltgemeinschaft. Probieren Sie heute schon aus, wie vielfältig und lecker die vegane Ernährung sein kann und lassen sie sich von Love Veg, unserem kostenlosen Ernährungsprogramm, begleiten und inspirieren!

Quellen:

A.T. Kearney: “How Will Cultured Meat and Meat Alternatives Disrupt the Agricultural and Food Industry?
The Guardian (12.06.2019): “Most ‚meat‘ in 2040 will not come from dead animals, says report