Klimaschädliche Subventionen

Einem aktuellen Gutachten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zufolge, fördert die deutsche Bundesregierung mit rund 22 Milliarden Euro jährlich Aktivitäten und Praktiken, die unmittelbar zur Zerstörung der Umwelt beitragen. Vor allem direkte und indirekte Subventionen in den Bereichen Landwirtschaft, Energie und Verkehr unterstützen dabei unter anderem die Vernichtung von Waldflächen, Verteilung von Giftstoffen oder die Verunreinigung des Grundwassers. Während zum aktiven Schutz heimischer Pflanzen- und Tierarten nur wenig finanzielle Mittel aufgebracht werden, begünstigen die öffentlichen Zuschüsse demnach “in erheblichem Maße” Vorhaben, die dem Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland entgegenwirken. Die politischen Entscheidungsträger*innen widersprechen, gemäß dem Bericht des Bundesamts, nicht nur ihren Versprechen zum Abbau derartiger Subventionen, sondern auch eigens festgelegten Zielen im Bereich der Nachhaltigkeit.

Finanzielle Förderung tierischer Produkte

Der Greenpeace-Report Feeding the problem zur Wirkung der Agrarpolitik in der Europäischen Union macht außerdem deutlich, dass der Großteil der Direktzahlungen der Europäischen Union an landwirtschaftliche Unternehmen die Herstellung von Fleisch, Milch und Eiern subventionieren – unabhängig davon, ob die Produktionsweise umweltfreundlich oder klimaschädlich ist. Mehr als 70 % der in der EU landwirtschaftlich bewirtschafteten Ackerflächen werden dabei für die Ernährung sogenannter Nutztiere verbraucht. Mit mehreren Milliarden Euro pro Jahr finanziert die EU so zum einen, neben der Erzeugung von Futtermitteln, unter anderem den Bau neuer Ställe oder den Aufkauf von Milchprodukten bei niedrigen Marktpreisen und somit die industrielle Tierhaltung mit allen einhergehenden, klimaschädlichen Auswirkungen. Zum anderen verzichtet der deutsche Staat durch die reduzierte Mehrwertsteuer auf Fleisch- und Milchprodukte auf zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe und schafft durch die geringen Preise eine erhöhte Nachfrage nach billigen Fleisch- und Milchprodukten. Damit werden auf staatlicher Ebene tierische Lebensmittel gefördert, zu deren Herstellung unverhältnismäßig viele Ressourcen verbraucht werden: Im Vergleich zu pflanzlichen Nahrungsmitteln benötigt die Herstellung tierischer Produkte deutlich mehr Fläche, Wasser, Pestizide und Dünger, um eine bestimmte Menge an Kalorien zu erzeugen. Die pflanzlichen Ressourcen, die für die Tierhaltung und die Erzeugung tierischer Produkte benötigt werden, könnten eigentlich viel mehr Menschen ernähren, als es heute – über den Umweg durch den tierischen Körper – der Fall ist.

Da Massentierhaltung, neben der grausamen Ausbeutung der Tiere, erheblich zum Ausstoß von Treibhausgasen und der Verschmutzung von Gewässern und Böden beiträgt, müsste zum wirksamen Klima- und Umweltschutz schließlich die Anzahl der Tiere in industrieller Tierhaltung drastisch reduziert werden. Laut Greenpeace müsste dementsprechend eine Umgestaltung der Agrarförderungen erfolgen, sodass die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen gegenüber wirtschaftlichen Interessen stärker in den Fokus gerückt werden und Landwirt*innen selbst klimaschonende Produktionsweisen umsetzen und bei ihrer Arbeit gravierende Umweltschäden vermeiden können. Unsere Ernährungsweise hat einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt und die Entwicklung des Klimas auf der Erde. In dem wir uns bei unseren täglichen Mahlzeiten für pflanzliche Alternativen entscheiden, können wir nicht nur das Leid der Tiere verringern, sondern auch wertvolle natürliche Ressourcen einsparen. Probieren Sie mit unserem Ernährungsprogramm LoveVeg die vegane Ernährungsweise aus! Bei der Anmeldung für unseren Newsletter erhalten Sie kostenlos das LoveVeg-Frühlingskochbuch und das LoveVeg-Cheesebook mit leckeren, pflanzlichen Gerichten dazu.


Quellen:
Bundesamt für Naturschutz (April 2019). Abbau naturschädigender Subventionen und Kompensationszahlungen auf stoffliche Belastungen. Ökonomische Instrumente zum Schutz der biologischen Vielfalt.
taz (17.04.2019). Staat bezuschusst Umweltzerstörung.
Greenpeace (12.02.2019): “Feeding the problem” – Report zur Wirkung der Agrarpolitik in der Europäischen Union.