Zebrafleisch bei Netto

300 g Zebrasteak für 6,99 Euro: das außergewöhnliche Angebot zur Vorweihnachtszeit polarisiert. Auf der Facebookseite von Netto empfinden es viele der Kunden als “pervers” oder “abartig” vom Aussterben bedrohte Wildtiere zum Essen anzubieten.

Tatsächlich stehen einige Zebraarten, wie das Berg- oder Grevyzebra auf der „Roten Liste“ der IUCN. Ihre Bestände sind rückläufig und zum Teil sogar stark gefährdet. Für Steppenzebras, die zwischen dem nordöstlichen und südlichen Afrika heimisch sind, ist die Bedrohung hingegen weniger akut. Sie werden jedoch auch wegen ihres schönen Fells gejagt und sind in drei Ländern bereits ausgestorben.

Woher der Marken-Discounter sein Fleisch in diesem Falle bezieht, ist für den Verbraucher anhand der Verpackung nicht zu erkennen. Egal, um welche Zebraart es sich hierbei handelt: es ist allein schon aus ökologischer Perspektive problematisch, unser Fleisch über tausende von Kilometern einfliegen zu lassen.

 

Verzerrte Wahrnehmung: Welche Tiere gelten als „essbar“?

Einige der Social-Media-User bewerten die Aufregung um das exotische Fleisch als falsch – das Angebot erzeugt nur deshalb Aufmerksamkeit, weil der Verzehr von Zebra oder ähnlichen Fleischsorten nicht Bestandteil unserer europäischen Esskultur ist.

Die Leute, die meckern, dass Netto Zebrasteaks anbietet, sind die, die im Nachhinein Steaks vom Schwein oder Rind kaufen. Was ist da der Sinn? Heuchelei ohne Ende.

Währenddessen werden in Deutschland Millionen einheimische Tiere wie selbstverständlich gezüchtet und geschlachtet. Hühner, Schweine und Rinder landen als Produkte in den Tiefkühltruhen der Supermärkte, ohne größere Proteste oder Shitstorms zu verursachen. Welche Tiere als essbar gelten und welche nicht, hängt häufig von einer kulturell geprägten, subjektiven Sichtweise ab. Dabei entsteht unabhängig von ihrer Art oder Herkunft millionenfaches Leid für alle Tiere, die ihr Leben für den menschlichen Genuss hergeben müssen.

Durch die Art und Weise, wie wir unsere Ernährung gestalten, haben wir direkten Einfluss auf das Wohl der Tiere. Versuchen Sie es dieses Jahr doch mit einem rein pflanzlichen Weihnachtsmenü! Auf LoveVeg.de finden Sie viele tolle Rezepte und hilfreiche Tipps, die den Einstieg in eine vegane Ernährungsweise erleichtern. Melden Sie sich einfach unter LoveVeg.de für den Newsletter an und erhalten Sie gratis das LoveVeg-Kochbuch dazu.

 

 

Quellen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung (7.12.2018). „Zebra in der Kühltruhe“.

Utopia (4.12.2018). „Netto verkauft jetzt Zebrafleisch – muss das sein?“.